Der Cyber Resilience Act verknüpft die Sicherheit digitaler Produkte mit dem gesamten Produktlebenszyklus. Das Seminar behandelt die organisatorischen und technischen Aufgaben eines Herstellers anhand eines vernetzten Beispielprodukts. Produktverantwortliche, Entwicklung und Security erarbeiten eine gemeinsame Sicht auf Risiken, unterstützte Versionen, Komponenten und erforderliche Nachweise. Unterschiede zwischen Hersteller-, Importeur-, Händler- und Betreiberrollen werden dabei ausdrücklich berücksichtigt.
Die bereits seit dem 11. September 2026 geltenden Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle werden von den im Wesentlichen ab dem 11. Dezember 2027 anwendbaren Produktanforderungen getrennt. Eine realistische Projektplanung verbindet kurzfristig erforderliche Meldeprozesse mit der Vorbereitung von Entwicklung, Support und Konformitätsbewertung. Die Übungen behandeln die Umsetzung an einem begrenzten Produktumfang.
Die Produktfallstudie umfasst eine Anwendung mit mehreren Open-Source-Komponenten, einem Updateverfahren und einer angebundenen Funktion zur Datenverarbeitung. Eine neue Schwachstelleninformation wird vom Eingang bis zur Entscheidung über betroffene Releases verfolgt. Dabei werden unterschiedliche Wissensstände von Entwicklung, Support und Produktmanagement zusammengeführt. Die Übung klärt, welche technischen Angaben für die Bewertung benötigt werden und wie kurzfristige Meldungen trotz noch unvollständiger Analyse vorbereitet werden können. Ein späteres Sicherheitsupdate wird mit Tests, Freigabe und Unterstützung der Nutzer verbunden. Zusätzlich wird geprüft, wie sich eine wesentliche Produktänderung auf die vorhandenen Unterlagen und Zuständigkeiten auswirkt. Der Schwerpunkt liegt auf belastbaren Abläufen zwischen Produktentwicklung, Sicherheitsbetreuung und den jeweils verantwortlichen Wirtschaftsakteuren.
Lernziele
- Produktumfang, Wirtschaftsakteursrolle und mögliche Ausnahmen begründet einordnen.
- Cyberrisiken mit Entwicklungs- und Supportentscheidungen verbinden.
- SBOM, Schwachstellenbehandlung und Sicherheitsmeldungen als geregelte Prozesse aufbauen.
- Die benötigten technischen Unterlagen für eine Konformitätsbewertung strukturieren.
Seminarinhalte
Anwendungsbereich und Rollen
- Produkte mit digitalen Elementen und notwendige Datenfernverarbeitung einordnen.
- Wirtschaftsakteure, wesentliche Änderungen und produktspezifische Ausnahmen unterscheiden.
- Kommerzielle Bereitstellung und Besonderheiten freier und quelloffener Software fallbezogen prüfen.
Produktrisiken und Sicherheitsanforderungen
- Verwendungszweck, vorhersehbare Nutzung und Vertrauensgrenzen beschreiben.
- Angriffsflächen, mögliche Schäden und risikomindernde Anforderungen ableiten.
- Sichere Voreinstellungen, Zugriffssteuerung und Updatefähigkeit prüfbar formulieren.
Komponenten und Entwicklungsnachweise
- Abhängigkeiten erfassen und eine maschinenlesbare SBOM erstellen.
- Befunde nach Produktbetroffenheit und tatsächlicher Ausnutzbarkeit bewerten.
- Anforderungen, Tests und Freigaben zu einer nachvollziehbaren Nachweiskette verbinden.
Schwachstellen- und Supportprozesse
- Einen Product-Security-Prozess mit Eingangskanal, Triage und Zuständigkeiten aufbauen.
- Supportzeitraum, Sicherheitsupdates und Kommunikation über betroffene Versionen planen.
- Koordinierte Offenlegung und die Zusammenarbeit mit Komponentenlieferanten organisieren.
Meldung und Kommunikation
- Aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle getrennt bewerten.
- Frühwarnung, Folgemeldung und Abschlussinformationen mit den jeweils passenden Auslösern planen.
- Behördenmeldung, Kundeninformation und vertrauliche technische Detailverteilung abstimmen.
Konformitätsplanung
- Produktkategorie und daraus folgende Bewertungsverfahren einordnen.
- Technische Unterlagen, Risikobewertung und Prüfnachweise strukturiert zusammenführen.
- Freigabepunkte für Inverkehrbringen, Produktänderungen und Supportende festlegen.
Praxisübungen
Die Praxisaufgaben werden anhand einer zusammenhängenden Fallstudie schrittweise bearbeitet. Fachliche Entscheidungen und Kontrollnachweise werden gemeinsam überprüft.
- Ein digitales Produkt mit Schnittstellen, Versionen und Betreiberumgebung beschreiben.
- Die Herstellerrolle und den möglichen Anwendungsbereich anhand der Fallangaben prüfen.
- Aus einem Bedrohungsmodell priorisierte Produktanforderungen ableiten.
- Eine SBOM aus Testartefakten erzeugen und einen Komponentenbefund bewerten.
- Eine Meldung zu einer aktiv ausgenutzten Schwachstelle einschließlich interner Freigabe vorbereiten.
- Eine Gliederung der technischen Dokumentation mit Zuständigkeiten und offenen Nachweisen erstellen.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage, ca. 6 h Unterricht pro Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
|---|---|
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Softwarehersteller, Produktmanagement, Entwicklungsleitung, Product-Security-Teams, Qualitätsmanagement und Compliance |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse von Softwareentwicklung oder technischem Produktmanagement; Verständnis von Releases und Softwarekomponenten. |
| Schulungsumgebung: | Produktfallstudie und ein vom Kunden bereitgestelltes isoliertes Beispielrepository; für die SBOM-Übung werden ausschließlich Testartefakte verwendet. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachliche Einordnung, Demonstrationen, angeleitete Praxisübungen und strukturierte Fallarbeit |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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