Seminar EU Business Wallet – Kompaktseminar Organisationsidentität, Vertrauensdienste und Integration

Das dreitägige Kompaktseminar bietet einen zusammenhängenden Einstieg in Organisationsidentität, Vertretungsrechte, elektronische Nachweise, Vertrauensdienste und technische Integration. Ein priorisierter Referenzprozess wird von der Rechts- und Datenbasis bis zum Pilotdesign durchgearbeitet.

Inhaltsverzeichnis

  • Lernziele
  • Fachliche Einordnung
  • Schrittweise Seminarinhalte
  • Praxisübungen und Laborszenarien
  • Zielgruppe und Voraussetzungen
  • Didaktik und Arbeitsweise

Lernziele

  • Rechts- und EUDI-Kontext der Business Wallet einordnen.
  • Organisationsidentität, Identifikatoren und Vertretung modellieren.
  • Attributnachweise, Signaturen, Siegel und Zustellung unterscheiden.
  • Eine technische Zielarchitektur und API-Integration skizzieren.
  • Einen realistischen Pilot mit Erfolgskriterien und Risiken planen.

Fachliche Einordnung

Das Kompaktformat ist für Einführungsteams vorgesehen, die in kurzer Zeit ein gemeinsames Begriffs-, Architektur- und Prozessmodell benötigen. Es ersetzt keine tiefgehende Spezialisierung, schafft jedoch eine belastbare Grundlage für Providerentscheidung, Pilotierung und die anschließende Vertiefung in Rollenpfaden.

Schrittweise Seminarinhalte

1. Rechtsstand und Anwendungsbereich

Schwerpunkt: eIDAS-2.0-Grundlagen, europäisches Gesetzgebungsverfahren, Normadressaten, Freiwilligkeit für Unternehmen, Annahmepflichten öffentlicher Stellen und nationale Verfahrensanforderungen.

  1. Verbindliche eIDAS-Regeln, den Entwurf zur European Business Wallet, die Ratsposition und spätere konsolidierte Fassungen in einer Rechtsstandsmatrix voneinander trennen.
  2. Wirtschaftsteilnehmer, öffentliche Stellen, Wallet-Anbieter, Vertrauensdiensteanbieter, Registerstellen und relying parties den jeweils vorgesehenen Pflichten und Rechten zuordnen.
  3. Für ausgewählte Geschäftsprozesse prüfen, welche Handlung durch die Wallet ersetzt werden kann und welche fach- oder verfahrensrechtlichen Voraussetzungen weiterhin erfüllt sein müssen.
  4. Offene Punkte, nationale Abweichungen und erwartete Durchführungsrechtsakte in einem kontrollierten Änderungsregister dokumentieren.

Arbeitsergebnis: Eine belastbare Rechtsstandsmatrix mit Geltungsbereich, Verantwortlichkeiten und Anpassungsbedarf.

2. Einordnung in eIDAS 2.0 und das EUDI-Ökosystem

Schwerpunkt: European Digital Identity Wallet, Business Wallet, elektronische Identifizierung, Vertrauensdienste, Wallet-Relying-Parties, Aussteller und authentische Quellen.

  1. Die Rollen von natürlicher Person, Organisation, Vertreter, Wallet-Anbieter, Attributaussteller und prüfender Stelle in einem gemeinsamen Vertrauensmodell abgrenzen.
  2. Interaktionen zwischen European Business Wallets und European Digital Identity Wallets für Vertreter-Authentisierung, Attributaustausch und Signaturprozesse modellieren.
  3. Vertrauensanker, Zertifikate, Metadaten, Registrierungen und Statusinformationen identifizieren, die für eine Ende-zu-Ende-Prüfung erforderlich sind.
  4. Eine Referenztransaktion vom Unternehmens-Onboarding bis zur verifizierten Datennutzung durch eine relying party fachlich und technisch nachzeichnen.

Arbeitsergebnis: Ein abgestimmtes EUDI- und Business-Wallet-Kontextdiagramm mit klaren Vertrauensgrenzen.

3. Wallet-Owner-Identitätsdaten

Schwerpunkt: Offizieller Organisationsname, eindeutiger Identifikator, Registerbezug, kryptografische Bindung und Validierungsmechanismen.

  1. Erforderliche Mindestattribute und zusätzliche Organisationsattribute aus Geschäfts-, Register- und Compliance-Sicht inventarisieren.
  2. Den Bezug zwischen offizieller Registerinformation, Wallet-Owner-Identitätsdaten und der konkreten Wallet-Instanz modellieren.
  3. Ausstellung, Aktualisierung, Validierung, Sperrung und erneute Bindung der Identitätsdaten für mehrere Organisationsereignisse durchspielen.
  4. Prüfregeln für Namensänderung, Verschmelzung, Sitzverlegung, Statusänderung und Beendigung der Organisation definieren.

Arbeitsergebnis: Ein Datenmodell für belastbare und aktuell gehaltene Wallet-Owner-Identitätsdaten.

4. Mandate, Vollmachten und Vertretungsrechte

Schwerpunkt: Gesetzliche Vertretung, rechtsgeschäftliche Vollmacht, technische Mandate, administrative Delegation, Geltungsbereich, Laufzeit und Widerruf.

  1. Vertretungsarten nach Rechtsquelle, Reichweite, Untervollmacht, Gültigkeitszeitraum und erforderlichem Nachweis klassifizieren.
  2. Geschäftliche Vollmacht von Wallet-Administrationsrecht und technischer Benutzerberechtigung trennen und miteinander verknüpfen.
  3. Erteilung, Annahme, Nutzung, Änderung, Rezertifizierung und Widerruf eines Mandats mit eindeutigem Audit-Trail durchspielen.
  4. Überdelegation, Rollenkonflikt, abgelaufene Vertretung, Organisationswechsel und Notfallzugriff als blockierende Negativfälle testen.

Arbeitsergebnis: Ein interoperables Mandats- und Delegationsmodell mit Lifecycle und Kontrollregeln.

5. Elektronische Attributnachweise

Schwerpunkt: EAA, qualifizierte EAA, Nachweise öffentlicher Stellen, Attestation Schemes, Ausstellervertrauen und Statusprüfung.

  1. Attributtypen nach Rechtswirkung, Aussteller, Vertrauensniveau, Gültigkeit, Aktualisierungsbedarf und Widerrufsmöglichkeit klassifizieren.
  2. Für Genehmigungen, Zertifikate, Registerauszüge und Compliance-Nachweise passende Attestation Schemes und Datenfelder entwerfen.
  3. Ausstellungs-, Speicher-, Präsentations- und Validierungsabläufe mit positiven, abgelaufenen und widerrufenen Nachweisen durchspielen.
  4. Prüfregeln für Signatur, Ausstellerkette, Schema, Status, Bindung an die Organisation und zeitliche Gültigkeit dokumentieren.

Arbeitsergebnis: Ein fachlich und technisch beschriebenes Nachweisportfolio mit Validierungsregeln.

6. Elektronische Signaturen

Schwerpunkt: Signierende natürliche Person, Organisationskontext, qualifizierte Zertifikate, lokale oder entfernte Erzeugung, Freigabe und Validierung.

  1. Dokumentarten und Entscheidungen identifizieren, die eine persönliche elektronische Signatur eines vertretungsberechtigten Menschen erfordern.
  2. Identität, Mandat, Signaturzertifikat, Signaturformat, Vertrauensdienst und Freigabeschritt zu einem kontrollierten Signaturprozess verbinden.
  3. Signaturerstellung, Validierung, Zeitbezug, Langzeitnachweis und Ablehnung bei fehlender Vertretungsbefugnis durchführen.
  4. Schlüsselwechsel, Zertifikatsablauf, Vertreterwechsel und Signaturfehler mit Wiederholungs- und Eskalationsregeln behandeln.

Arbeitsergebnis: Ein prüfbarer Signaturprozess mit Organisationsbezug und Langzeitnachweis.

7. Elektronische Siegel und Zeitstempel

Schwerpunkt: Organisationsauthentizität, Dokumentintegrität, qualifizierte Siegel, Zeitstempel, automatisierte Erzeugung, Validierung und Archivierung.

  1. Dokument- und Datentypen bestimmen, bei denen ein Organisationssiegel statt einer persönlichen Signatur sachgerecht ist.
  2. Siegelzertifikate, Erzeugungskomponenten, Dienstkonten, Freigaben, Formate und Zeitstempel in ein technisches Kontrollmodell überführen.
  3. Manuelle und automatisierte Siegelprozesse mit Validierung von Zertifikatskette, Sperrstatus, Integrität und Zeitbezug umsetzen.
  4. Massenverarbeitung, Zertifikatsrotation, kompromittiertes Siegel und Archivvalidierung anhand definierter Negativtests prüfen.

Arbeitsergebnis: Ein skalierbares Siegel- und Zeitstempelkonzept für Dokumente und Maschinentransaktionen.

8. Referenzarchitektur und Komponentenmodell

Schwerpunkt: Front-End, Back-End, sichere kryptografische Anwendungen und Geräte, Trust Services, Register, Directory, Integrationsschicht und Fachverfahren.

  1. Fachliche Use Cases in Komponenten, Datenflüsse, Vertrauenszonen und Verantwortungsbereiche zerlegen.
  2. Wallet-Front-End, Wallet-Back-End, kryptografische Komponenten, Identitätsdaten, Attestierungen, Directory und externe Dienste logisch anordnen.
  3. Schnittstellen, Protokolle, Schlüsselgrenzen, Netzwerkpfade und Betriebsabhängigkeiten für eine Referenztransaktion dokumentieren.
  4. Fehlerdomänen, Single Points of Failure, Schutzbedarf und notwendige Redundanz anhand eines Architekturreviews bewerten.

Arbeitsergebnis: Eine nachvollziehbare Zielarchitektur mit Komponenten-, Datenfluss- und Vertrauenszonenmodell.

9. API-Design und Automatisierung

Schwerpunkt: System-zu-System-Kommunikation, Authentisierung, Autorisierung, Ereignisse, Idempotenz, Fehlerbehandlung, Korrelation und Datenschutz.

  1. Geschäftsereignisse und Wallet-Funktionen identifizieren, die ohne manuelle Intervention über APIs oder Messaging verarbeitet werden sollen.
  2. API-Ressourcen, Rollen, Scopes, Serviceidentitäten, Zertifikate, Rate Limits und Datenminimierung spezifizieren.
  3. Idempotente Abläufe für Nachweisanforderung, Zustellung, Statusabfrage, Widerruf und Rückmeldung mit Korrelations-IDs entwerfen.
  4. Timeouts, Wiederholungen, Teilfehler, Duplikate, Replay und asynchrone Rückmeldungen mit definierten Kompensationsschritten testen.

Arbeitsergebnis: Ein abgesichertes API- und Ereignismodell mit wiederholbaren Automatisierungsabläufen.

10. Pilotdesign und Referenz-Use-Case

Schwerpunkt: Scope, Beteiligte, Daten, Integrationen, Testidentitäten, Nachweise, Sicherheitskontrollen, Erfolgskriterien und Rückbau.

  1. Einen fachlich relevanten, technisch begrenzbaren und rechtlich vertretbaren Pilot-Use-Case auswählen.
  2. Pilotorganisationen, Rollen, Testdaten, Wallets, Aussteller, relying parties, Trust Services und Schnittstellen verbindlich festlegen.
  3. Erfolgskriterien für Funktion, Interoperabilität, Sicherheit, Datenschutz, Bedienbarkeit, Durchlaufzeit und Fehlerbehandlung definieren.
  4. Pilotdurchführung, Beobachtung, Abweichungsbehandlung, Abnahme, Rückbau und Entscheidung über Skalierung in einem Drehbuch dokumentieren.

Arbeitsergebnis: Ein ausführbares Pilotdrehbuch mit Messgrößen, Testfällen und Skalierungsentscheidung.

Praxisübungen und Laborszenarien

  • Erstellung eines Organisationsidentitäts- und Vertretungsmodells.
  • Entwurf eines Nachweises mit Aussteller-, Gültigkeits- und Prüfregeln.
  • Entscheidungsmatrix für Signatur, Siegel und Zustellung.
  • Aufbau eines Referenzdatenflusses zwischen Wallet, IAM und Fachverfahren.
  • Erstellung eines Pilotdrehbuchs mit Abnahme- und Stop-or-Go-Kriterien.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: Technische und fachliche Projektleitung, IAM, Enterprise Architecture, Recht, Compliance, PKI, Datenschutz und Prozessmanagement

Voraussetzungen: Grundverständnis von digitaler Identität, Unternehmensprozessen, APIs, Zertifikaten und Governance

Didaktik und Arbeitsweise

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch strukturierte Modellierung, Demonstrationen, technische oder organisatorische Schrittfolgen, Praxisübungen und kontrollierte Negativfälle vertieft. Jede Arbeitsphase verwendet definierte Ausgangsdaten, Prüfkriterien und Dokumentationsanforderungen. Dadurch entstehen wiederholbare Ergebnisse für Architektur, Projekt, Governance und Regelbetrieb.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Technische und fachliche Projektleitung, IAM, Enterprise Architecture, Recht, Compliance, PKI, Datenschutz und Prozessmanagement
Voraussetzungen: Grundverständnis von digitaler Identität, Unternehmensprozessen, APIs, Zertifikaten und Governance
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Linz 3 Tage
Salzburg 3 Tage
Graz 3 Tage
Wien 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
Stream live 3 Tage
Innsbruck 3 Tage
Stream gespeichert 3 Tage
Klagenfurt 3 Tage
Bregenz 3 Tage
Klagenfurt 3 Tage
Bregenz 3 Tage
Linz 3 Tage
Salzburg 3 Tage
Graz 3 Tage
Wien 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
Stream live 3 Tage
Innsbruck 3 Tage
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Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
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Graz 3 Tage
Wien 3 Tage
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Wien 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
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