Das dreitägige Labor behandelt swiyu als schweizerische Vertrauensinfrastruktur für verifizierbare digitale Nachweise. Issuer, Wallet, Verifier, Basisregister, Trust, Status, Interoperabilität und Governance werden in einer vollständigen Teststrecke verbunden.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Laborumgebung
- Seminarinhalte
- Praxisaufgaben
- Laborartefakte
- Betrieb und Qualitätssicherung
- Praxisnutzen
Zielsetzung
Ziel ist ein reproduzierbarer swiyu-Pilot mit dokumentierter Organisations- und Ausstellerzulassung, Credential-Profil, Ausgabe, Wallet-Verarbeitung und Prüfung. Trust-Änderungen, Registerabhängigkeiten, EUDI-Anschlussfähigkeit und Betriebsanforderungen werden ausdrücklich mitgeprüft.
Zielgruppe
Softwarearchitektur, Entwicklung, Plattformbetrieb, IAM, PKI, Informationssicherheit, technische Produktverantwortung sowie Projektleitungen für digitale Identitäten, Wallets und verifizierbare Nachweise. Zusätzlich geeignet für Verantwortliche von Registern, Vertrauensinfrastrukturen und schweizerischen Digitalnachweis-Projekten.
Voraussetzungen
Sichere Kenntnisse zu HTTP, REST, JSON, OAuth 2.0, OpenID Connect und Public-Key-Kryptografie. Grundverständnis von DIDs, Verifiable Credentials und containerisierten Anwendungen wird vorausgesetzt.
Laborumgebung
- Isolierte Laborinstanz für swiyu mit getrennten Rollen für Aussteller, Wallet beziehungsweise Holder und Prüfstelle.
- Arbeitsplatz mit aktuellem Browser, Kommandozeile, Git, Container-Laufzeit und Werkzeugen für HTTP-, JSON- und Token-Analyse.
- Lokale Test-PKI beziehungsweise verwaltete Schlüsselablage, Testidentitäten sowie synthetische Credential-Daten ohne Produktivdaten.
- Protokollierungs- und Testumgebung für erfolgreiche Abläufe, Fehlerszenarien, Wiederholungen und Audit-Nachweise.
- Testzugänge für Issuer, Wallet, Verifier und verfügbare Trust- beziehungsweise Registry-Komponenten.
Seminarinhalte
Modul 1: Schweizer Ökosystem, Rollen und Vertrauensmodell
Aussteller, Wallet, Prüfstelle, Basisregister, Trust-Infrastruktur und verantwortliche Organisationen werden für ein schweizerisches Nachweisszenario eingeordnet. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Fachlichen Anwendungsfall und beteiligte Organisationen erfassen.
- Schritt 2: Issuer-, Holder-, Verifier-, Registry- und Governance-Rollen zuordnen.
- Schritt 3: Vertrauens- und Datenflüsse mit Prüfzeitpunkten modellieren.
- Schritt 4: Schweizer und grenzüberschreitende Nutzung getrennt betrachten.
- Schritt 5: Offene Governance- und Betriebsentscheidungen kennzeichnen.
Kontrollpunkt: Jede Vertrauensentscheidung besitzt eine zuständige Rolle und eine technische Nachweisquelle.
Modul 2: Public-Beta-Laborumgebung und Baseline
Issuer-, Wallet- und Verifier-Komponenten werden in der verfügbaren Testumgebung als reproduzierbare Baseline vorbereitet. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Testzugänge, Projekte, Schlüssel und Rollen anlegen.
- Schritt 2: Issuer- und Verifier-Dienste konfigurieren.
- Schritt 3: Wallet beziehungsweise Holder-Komponente mit Testprofil initialisieren.
- Schritt 4: Trust- und Registry-Endpunkte prüfen.
- Schritt 5: Gesundheitscheck durchführen und Baseline dokumentieren.
Kontrollpunkt: Alle Laborrollen lassen sich aus der Baseline neu bereitstellen.
Modul 3: Basisregister und Organisationsidentität
Organisations- und Ausstellerinformationen werden mit Registry- und Vertrauensdaten verbunden. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Organisation und technische Identität eindeutig modellieren.
- Schritt 2: Erforderliche Registry-Einträge und Metadaten erfassen.
- Schritt 3: Schlüssel und Berechtigungen der Ausstellerrolle zuordnen.
- Schritt 4: Änderung und Entzug einer Organisations- beziehungsweise Ausstellerrolle testen.
- Schritt 5: Verifier-Verhalten bei unbekannter oder abgelaufener Rolle prüfen.
Kontrollpunkt: Ein Aussteller wird nur innerhalb seines dokumentierten und gültigen Vertrauensumfangs akzeptiert.
Modul 4: Credential-Profil und Issuer-Konfiguration
Ein schweizerisches Test-Credential wird mit minimalen Claims, klarer Semantik und kontrollierter Ausstellerbindung aufgebaut. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Geschäftliche Aussage in minimale Claims überführen.
- Schritt 2: Datentypen, Mehrsprachigkeit, Gültigkeit und Anzeige definieren.
- Schritt 3: Credential-Konfiguration und Aussteller-Metadaten anlegen.
- Schritt 4: Status- und Erneuerungsregeln festlegen.
- Schritt 5: Gültige sowie absichtlich fehlerhafte Testdaten erzeugen.
Kontrollpunkt: Das Credential-Profil ist semantisch eindeutig, datensparsam und maschinell testbar.
Modul 5: Credential-Ausgabe und Wallet-Übernahme
Die Ausgabe wird vom Angebot bis zur sicheren Speicherung in der Wallet vollständig nachvollzogen. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Credential-Angebot und Autorisierung erzeugen.
- Schritt 2: Wallet-Bindung und Proof prüfen.
- Schritt 3: Credential ausstellen und Signatur sowie Claims analysieren.
- Schritt 4: Aussteller- und Vertrauensinformationen in der Wallet bewerten.
- Schritt 5: Doppelte, abgelaufene und manipulierte Angebote testen.
Kontrollpunkt: Nur profilkonforme und vertrauenswürdig ausgestellte Credentials werden übernommen.
Modul 6: Präsentation und Verifier-Policies
Die Wallet präsentiert minimale Daten; der Verifier verbindet technische Prüfung mit schweizerischen Trust-Regeln. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Prüfzweck und minimale Claim-Anforderung definieren.
- Schritt 2: Präsentationsanfrage mit Nonce, Zielgruppe und Empfängerbindung erzeugen.
- Schritt 3: Credential auswählen und Präsentation freigeben.
- Schritt 4: Signatur, Holder-Bindung, Gültigkeit, Status und Trust prüfen.
- Schritt 5: Replay, fremden Empfänger, unbekannten Aussteller und überbreite Anfrage testen.
Kontrollpunkt: Der Verifier dokumentiert technische Gültigkeit, Trust und fachliche Zulässigkeit getrennt.
Modul 7: Status, Vertrauensänderung und Neuausstellung
Credential-Status und Organisationsvertrauen werden über ihren gesamten Lebenszyklus verfolgt. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Credential suspendieren beziehungsweise widerrufen.
- Schritt 2: Aussteller- oder Registry-Status ändern.
- Schritt 3: Auswirkungen auf neue und bereits begonnene Prüfsitzungen testen.
- Schritt 4: Credential nach Schlüssel- oder Profiländerung neu ausstellen.
- Schritt 5: Cache-, Aktualisierungs- und Ausfallregeln dokumentieren.
Kontrollpunkt: Status- und Vertrauensänderungen werden innerhalb der festgelegten Frist wirksam.
Modul 8: Interoperabilität und EUDI-Anschlussfähigkeit
swiyu-Artefakte werden mit EUDI-nahen Protokollen, Formaten und Trust-Modellen verglichen. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Capability-Matrix für Formate, Algorithmen, Metadaten und Protokolle erstellen.
- Schritt 2: Issuer- und Wallet-Fluss mit einer zweiten Implementierung testen.
- Schritt 3: Wallet- und Verifier-Fluss implementierungsübergreifend prüfen.
- Schritt 4: Trust- und Registry-Unterschiede dokumentieren.
- Schritt 5: Koexistenz-, Brücken- und Migrationsentscheidungen festhalten.
Kontrollpunkt: Kompatible und nicht kompatible Teile sind technisch belegt und nicht nur begrifflich gleichgesetzt.
Modul 9: Betrieb, Datenschutz und Governance
Schlüssel, Registry-Abhängigkeiten, Protokollierung, Verantwortlichkeiten und Änderungen werden in ein belastbares Betriebsmodell überführt. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Administrator-, Schlüssel- und Secret-Zugriffe absichern.
- Schritt 2: Logging datensparsam und korrelierbar konfigurieren.
- Schritt 3: Ausfall von Trust- oder Registry-Diensten mit festgelegter Risikoregel testen.
- Schritt 4: Update, Backup, Wiederherstellung und Rollback erproben.
- Schritt 5: Freigabe- und Vier-Augen-Verfahren für vertrauensrelevante Änderungen definieren.
Kontrollpunkt: Technischer Betrieb und Governance besitzen abgestimmte Eskalations- und Wiederanlaufregeln.
Modul 10: Integriertes Abschlusslabor
Ein vollständiger schweizerischer Credential-Fall wird von der Organisationszulassung bis zur Statusänderung durchgeführt. Die Konfiguration wird als reproduzierbare Laborstrecke aufgebaut, dokumentiert und mit Positiv- sowie Negativtests geprüft.
- Schritt 1: Organisation, Ausstellerrolle, Credential-Profil und Prüfzweck festlegen.
- Schritt 2: Trust- und Registry-Konfiguration aufbauen.
- Schritt 3: Credential ausstellen, übernehmen, präsentieren und prüfen.
- Schritt 4: Status- oder Rollenänderung auslösen und erneut prüfen.
- Schritt 5: Testbelege, Risiken und Pilotgrenzen in einer Abnahmeakte zusammenführen.
Kontrollpunkt: Die Abnahmeakte enthält Vertrauenskette, Positivpfad, Negativtests und Betriebsgrenzen.
Praxisaufgaben
- Schweizer Rollen-, Trust- und Registry-Modell für einen konkreten Nachweis erstellen.
- Organisation und Ausstellerrolle in der Testumgebung konfigurieren.
- Credential-Profil erstellen, ausstellen und in der Wallet übernehmen.
- Präsentation mit minimalen Claims und Trust-Prüfung durchführen.
- Credential- und Ausstellerstatus ändern und Auswirkungen testen.
- EUDI-nahe Interoperabilitätsmatrix und Pilotabnahmeakte erstellen.
Laborartefakte
- swiyu-Rollen-, Registry- und Trust-Architektur.
- Issuer-, Wallet- und Verifier-Baseline.
- Credential-Profil und Testdaten.
- Status-, Trust- und Ausfallszenarien.
- EUDI-Anschlussfähigkeits- und Interoperabilitätsmatrix.
- Pilot-, Governance- und Betriebsakte.
Betrieb und Qualitätssicherung
Die technische Umsetzung wird nicht auf den erfolgreichen Demonstrationsfall beschränkt. Fehlerbilder, Datenschutz, Schlüsselverwaltung, Protokollierung, Wiederanlauf und nachvollziehbare Abnahmekriterien werden in die Laborarbeit einbezogen.
- Schutzbedarfsanalyse und Datenminimierung für die mit swiyu verarbeiteten Claims.
- Trennung von Entwicklungs-, Test- und Produktionskonfiguration einschließlich Geheimnissen und Schlüsseln.
- Nachvollziehbare Prüfung von Signaturen, Statusinformationen, Vertrauensankern und Protokollparametern.
- Messbare Abnahmekriterien für Interoperabilität, Fehlertoleranz, Antwortzeiten und Protokollierung.
- Betriebshandbuch für Sicherung, Wiederherstellung, Schlüsselwechsel, Aktualisierung und Störungsbearbeitung.
- Public-Beta- beziehungsweise Testfunktionen werden deutlich von produktionsnotwendigen Betriebs- und Sicherheitszusagen getrennt.
Praxisnutzen
Das Seminar liefert eine technisch und organisatorisch belastbare Grundlage für schweizerische Credential-Piloten. Die Laborarbeit verbindet nicht nur Ausgabe und Prüfung, sondern auch Organisationsvertrauen, Registry-Zustände, Statusänderungen, grenzüberschreitende Anschlussfähigkeit und Betrieb.
Fachbereichsleitung / Trainerteam / Ansprechpersonen
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Softwarearchitektur, Entwicklung, Plattformbetrieb, IAM, PKI, Informationssicherheit, technische Produktverantwortung sowie Projektleitungen für digitale Identitäten, Wallets und verifizierbare Nachweise. Zusätzlich geeignet für Verantwortliche von Registern, Vertrauensinfrastrukturen und schweizerischen Digitalnachweis-Projekten. |
| Voraussetzungen: | Sichere Kenntnisse zu HTTP, REST, JSON, OAuth 2.0, OpenID Connect und Public-Key-Kryptografie. Grundverständnis von DIDs, Verifiable Credentials und containerisierten Anwendungen wird vorausgesetzt. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Laborübungen, Einzel- und Gruppenaufgaben, technische Reviews |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
