Seminar OpenChain, SPDX und REUSE: Intensivseminar Engineering und Automatisierung

Das Intensivseminar führt die sechs technischen Fachseminare an einem gemeinsamen Beispielprojekt zusammen: beide REUSE-Seminare, SPDX-SBOMs, SPDX-Lizenzanalyse, SPDX-3-Migration und den Integrationsworkshop zur Release-Compliance. Die gemeinsame Umgebung vermeidet wiederholte Einrichtung und erlaubt, Arbeitsergebnisse unmittelbar im nächsten Schritt weiterzuverwenden.

Ausgangspunkt ist ein Repository mit vorgegebenen Rechteinformationen und kontrollierten Fehlern. Daraus entstehen geprüfte Kennzeichnungen, eine Produkt-SBOM und eine dokumentierte Releaseentscheidung. Ein begrenzter Migrationsfall erschließt das SPDX-3.0.1-Modell. Anschließend werden automatische Kontrollen und manuelle Entscheidungspunkte zu einer Pipeline verbunden. Die hohe Praxisdichte setzt die genannten technischen Vorkenntnisse voraus. Das ergänzende Governance-Intensivseminar behandelt den organisationsweiten Aufbau und die Auditierung der Prozesse.

Lernziele

  • Dateibezogene Lizenzinformationen und produktbezogene Bestandsdaten konsistent bearbeiten.
  • SPDX-2.3-Daten prüfen und einen begrenzten SPDX-3.0.1-Datensatz modellieren.
  • Automatische Prüfungen mit nachvollziehbaren menschlichen Entscheidungen verbinden.
  • Eine vollständige Prüfstrecke an zwei Releases und absichtlichen Fehlern erproben.

Zielgruppe

Entwicklung, DevOps, Plattform-Engineering, Release-Engineering sowie technische Mitarbeitende aus Compliance und Produktsicherheit.

Voraussetzungen

Sicherer Umgang mit Git, Kommandozeile, JSON, YAML und Paketverwaltung; CI-Grundkenntnisse und Basiswissen zu Open-Source-Lizenzen. Vorkenntnisse in REUSE und SPDX sind hilfreich, jedoch nicht zwingend.

Seminarinhalte

1. Prüfumfang und REUSE-Einstieg

  • Produktbestand, Repositorygrenze und benötigte Rechteinformationen bestimmen.
  • Quellcode und nicht kommentierbare Dateien mit passenden Kennzeichnungen bearbeiten.
  • Eine erste vollständige REUSE-Prüfung ausführen und die Befunde kontrollieren.

2. Regeln und Altbestände

  • REUSE.toml für abgegrenzte Dateigruppen und vorhandene Fremdangaben einsetzen.
  • Überlappende Regeln und eine kleine DEP5-Migration an Gegenbeispielen prüfen.
  • Die Änderungen im Versionsvergleich auf vollständige und unverfälschte Angaben kontrollieren.

3. SBOM-Erstellung und Artefaktbezug

  • Eine SPDX-2.3-SBOM für Projekt und vorbereitetes Lieferartefakt erzeugen.
  • Versionen, Komponentenidentitäten und Abhängigkeiten nachvollziehbar zuordnen.
  • Dateibezogene REUSE-Informationen gegenüber dem Umfang der Produkt-SBOM abgrenzen.

4. SBOM-Qualität und Änderungsvergleich

  • Formale Prüfungen durch fachliche Kontrollen von Beziehungen und Vollständigkeit ergänzen.
  • Fehlerhafte Identifikatoren und nicht zuordenbare Bestandteile gezielt korrigieren.
  • Zwei Produktstände anhand ihrer Komponentenbestände vergleichen.

5. Lizenzanalyse und Review

  • Vorbereitete Scannerbefunde auf konkrete Fundstellen zurückführen.
  • Lizenzexpressionen, deklarierte Angaben und dokumentierte Schlussfolgerungen abgleichen.
  • Offene Fragen und mögliche Auslieferungspflichten in einen nachvollziehbaren Reviewvorgang aufnehmen.

6. SPDX 3 und begrenzte Migration

  • Elemente, Beziehungen, Profile und JSON-LD an einem kleinen SPDX-3.0.1-Modell anwenden.
  • Ausgewählte SPDX-2.3-Informationen anhand einer Abbildungstabelle übertragen.
  • Die neue Darstellung validieren und Informationsverluste ausdrücklich dokumentieren.

7. Lokale Kontrollen und CI

  • Lokale REUSE-Prüfung, zentrale Prüfläufe und Berichte in der Umgebung verbinden.
  • Werkzeugstände, Commit und erzeugte Prüfartefakte nachvollziehbar festhalten.
  • Ungültige Kennzeichnungen und fehlerhafte SBOMs als Pipelinefehler sichtbar machen.

8. Freigabe und Lieferpaket

  • Lizenztexte, Hinweise und weitere erforderliche Angaben dem Release zuordnen.
  • Vorbereitete Sicherheitsbefunde mit den zuständigen Entscheidungen verbinden.
  • Automatische Prüfergebnisse und manuelle Freigaben in einer gemeinsamen Akte dokumentieren.

9. Zweiter Release-Durchlauf

  • Eine Abhängigkeit ändern und das neue Artefakt erneut durch die Prüfstrecke führen.
  • Wiederverwendbare Entscheidungen von neu zu prüfenden Sachverhalten unterscheiden.
  • Eine verspätete Sicherheitsmeldung auf den vorherigen Auslieferungsstand beziehen.

10. Fehlertests und Abnahme

  • Fehlende Nachweise und absichtlich beschädigte Metadaten als Sperrfälle testen.
  • Die Korrekturen prüfen und die Freigabe nur bei erfüllten Kriterien dokumentieren.
  • Die gesamte Nachweiskette durch eine interne technische Stichprobe nachvollziehen.

Praktische Übungen

  1. Das gemeinsame Repository vom ungeprüften Ausgangszustand bis zur vollständigen Kennzeichnung bearbeiten.
  2. SBOM, Lizenzreview und einen begrenzten SPDX-3-Datensatz mit nachvollziehbarem Versionsbezug erzeugen.
  3. Eine Prüfpipeline aufbauen und ihre Fehlerbehandlung durch absichtliche Verstöße kontrollieren.
  4. Zwei Releases bearbeiten und deren Unterlagen anhand einer gemeinsamen Abnahmeliste prüfen.

Arbeitsumgebung

Die Schulungsumgebung wird vom Auftraggeber bereitgestellt. Erforderlich sind eine vorbereitete Linux-Umgebung oder geeignete virtuelle Maschine, Git und die für die Übungen abgestimmten Werkzeuge. Bei CI- und Containerübungen werden zusätzlich ein geeigneter Runner und eine Containerlaufzeit benötigt. Installation und Zugriffsrechte werden vorab abgestimmt.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

Dauer: 5 Tage mit ca. 6 Unterrichtsstunden pro Tag; Beginn am ersten Tag um 10:00 Uhr; weitere Tage um 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Entwicklung, DevOps, Plattform-Engineering, Release-Engineering sowie technische Mitarbeitende aus Compliance und Produktsicherheit.
Voraussetzungen: Sicherer Umgang mit Git, Kommandozeile, JSON, YAML und Paketverwaltung; CI-Grundkenntnisse und Basiswissen zu Open-Source-Lizenzen. Vorkenntnisse in REUSE und SPDX sind hilfreich, jedoch nicht zwingend.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachliche Einführung, Demonstrationen, praktische Systemübungen und strukturierte Reviews
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
Kontakt: Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Graz 5 Tage
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