Seminar ISC Kea DHCP – Intensivseminar: Hochverfügbarkeit und sicherer Betrieb

Dieses Intensivseminar verbindet „Hochverfügbarkeit und Datenbankbetrieb“ mit „Sicherheit, Fehleranalyse und Performance“. Im Zentrum steht eine gemeinsame Kea-Umgebung, deren Aufbau, Schutz, Ausfallverhalten und Belastbarkeit zusammenhängend untersucht werden. Die technischen Entscheidungen werden jeweils aus den Anforderungen an einen nachvollziehbaren Produktionsbetrieb abgeleitet.

Die Vorbereitung umfasst mehrere Server, Laborclients, Relays und einen PostgreSQL-Dienst. Dadurch kann der Schwerpunkt auf HA-Zuständen, Datenkonsistenz, Störungsanalyse und Wiederherstellung liegen. Sicherheitsmaßnahmen werden bereits beim Aufbau angewendet und später überprüft. Lastversuche erfolgen erst auf einer funktionierenden und dokumentierten Ausgangskonfiguration.

Das Format enthält die Fachgebiete beider Einzelkurse. Wiederholte Architektur- und Diagnoseeinführungen entfallen; zusätzliche Varianten werden reduziert. Die praktische Arbeit umfasst dennoch mehrere getrennte Fehlerfälle und einen vollständigen Wiederherstellungsversuch. Ein eigenständiger Kurs zur Einrichtung und Administration eines Datenbankclusters ist darin nicht enthalten.

Seminarziele

  • HA- und Backend-Architektur passend zu einem definierten Ausfallziel planen.
  • Kea-Partner, Datenbank und Verwaltungszugänge konsistent und abgesichert einrichten.
  • Störungen anhand von Zuständen, Logs, Paketdaten und Clientwirkung unterscheiden.
  • Sicherung, Wartung und Wiederherstellung mit konkreten Prüffällen durchführen.
  • Last- und Kapazitätsmessungen unter dokumentierten Bedingungen auswerten.

Inhaltsübersicht

  • Architektur, Ausfallziele und Schutzbedarf
  • HA-Aufbau und konsistente Konfiguration
  • Datenbankbetrieb und Verwaltung
  • Absicherung und sensible Betriebsdaten
  • Ausfallversuche und Wiederanlauf
  • Sicherung, Wartung und Wiederherstellung
  • Fehleranalyse und belastbare Messungen
  • Optimierung und Betriebsabnahme

Seminarinhalte

Architektur, Ausfallziele und Schutzbedarf

Technische Entscheidungen werden mit überprüfbaren Betriebsanforderungen verbunden.

  • Hot Standby, Load Balancing und Backup-Rollen anhand typischer Einsatzfälle vergleichen.
  • Abhängigkeiten von Netzwerk, Relay, Zeitdiensten und Datenhaltung erfassen.
  • Clientverkehr, HA-Kommunikation und Managementzugänge getrennt absichern.
  • Wiederanlaufziele, Abnahmekriterien und Messbedingungen für das Labor festlegen.

HA-Aufbau und konsistente Konfiguration

Ein Kea-Verbund wird schrittweise aufgebaut und auf seine tatsächliche Funktion geprüft.

  • HA-Hook, Partnerrollen und sichere Kommunikationswege konfigurieren.
  • Lease-Synchronisation und Zustandswechsel an beiden Partnern überprüfen.
  • Für Load Balancing Pooltrennung und zugehörige Clientklassifizierung nachvollziehen.
  • Kea HA von ISC-DHCP-Failover und reiner Datenbankreplikation unterscheiden.

Datenbankbetrieb und Verwaltung

Die Datenhaltung wird nach Aufgaben und Betriebsanforderungen strukturiert.

  • Lease-, Host- und Configuration Backend mit ihren jeweiligen Zuständigkeiten einordnen.
  • Memfile und SQL-Backends vergleichen; PostgreSQL praktisch mit passendem Schema anbinden.
  • Datenbankrechte, geschützte Verbindungen und Versionsabhängigkeiten der Hooks prüfen.
  • Datenbanklatenz und Verbindungswiederaufnahme bei gestörten Zugriffswegen beobachten.

Absicherung und sensible Betriebsdaten

Die Schutzmaßnahmen werden auf konkrete Zugänge und Datenbestände angewendet.

  • Direkte Kea-API, TLS, Authentifizierung und lokale Dateirechte kontrollieren.
  • Konfigurationen, Clientkennungen, Logs und Sicherungen mit passenden Zugriffsrechten behandeln.
  • DHCP-Snooping und Schutz vor fremden DHCP-Servern als Aufgaben der Netzinfrastruktur einordnen.
  • Basisabsicherung, Stork-Benutzerrollen und zusätzlich lizenzierte API-RBAC-Funktionen unterscheiden.

Ausfallversuche und Wiederanlauf

Unterschiedliche Störungsarten werden einzeln provoziert und nach demselben Verfahren bewertet.

  • Serverstillstand, gestörte Partnerverbindung und Netztrennung getrennt untersuchen.
  • Partner-Down-Verhalten, Split-Brain-Risiken und die Wirkung auf neue sowie bestehende Clients prüfen.
  • Wiederkehr und Synchronisation des Partners mit messbaren Bedingungen abnehmen.
  • Fehler bei Datenbankzugriffen von eigentlichen DHCP- und Netzwerkfehlern unterscheiden.

Sicherung, Wartung und Wiederherstellung

Ein gesicherter Stand wird praktisch auf seine Wiederverwendbarkeit überprüft.

  • Konfiguration, Leases, Reservierungen, Schlüssel und Versionsinformationen passend sichern.
  • Eine PostgreSQL-Sicherung in einer getrennten Umgebung wiederherstellen und verifizieren.
  • Geplante Partnerwartung sowie Software- und Schemaänderungen kontrolliert vorbereiten.
  • Den Wiederanlauf mit Neuvergabe, Erneuerung und Rückkehr zum HA-Normalzustand testen.

Fehleranalyse und belastbare Messungen

Diagnose und Leistungsprüfung nutzen dieselbe dokumentierte Ausgangskonfiguration.

  • Clientbeobachtung, Serverlogs, Transaktionsdaten und Systemressourcen zusammenführen.
  • DDNS-Probleme, falsche Optionen und erschöpfte Pools anhand unterschiedlicher Symptome abgrenzen.
  • Mit perfdhcp begrenzte Lastprofile ausschließlich im isolierten Labor erzeugen.
  • Antwortzeiten, Verluste, Poolreserven und Backend-Einfluss gemeinsam bewerten.

Optimierung und Betriebsabnahme

Änderungen werden anhand wiederholter Prüfläufe statt anhand einzelner Momentwerte bewertet.

  • Logging, Threads, Backend-Zugriffe und Zuweisungsverfahren als mögliche Einflussgrößen untersuchen.
  • Einzelne Veränderungen mit identischem Lastprofil vergleichen und Nebenwirkungen kontrollieren.
  • Kapazitätsreserven auch für den Betrieb mit nur einem verfügbaren HA-Partner beurteilen.
  • Ein Betriebsprotokoll mit Befunden, getesteter Wiederherstellung und offenen Grenzen erstellen.

Praktische Übungen

  • Ein HA-Paar mit abgesicherten Verwaltungswegen aufbauen und die Synchronisation belegen.
  • PostgreSQL anbinden, eine Sicherung erzeugen und sie in einer getrennten Instanz wiederherstellen.
  • Mehrere Server-, Netz- und Datenbankstörungen nach festgelegten Erwartungen analysieren.
  • Eine kontrollierte Partnerwartung inklusive Rückkehr in den Normalbetrieb durchführen.
  • Eine Ausgangsmessung erstellen, eine Optimierung umsetzen und Last- sowie Funktionstest wiederholen.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

Dauer: 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Erfahrene Kea- und Linux-Administratoren, Infrastrukturverantwortliche und Betriebsteams mit Anforderungen an Verfügbarkeit und nachvollziehbare Betriebsqualität.
Voraussetzungen: Sichere Kea-Administration und Kenntnisse zu Relays, Linux, Routing, Paketmitschnitten und SQL-Grundlagen. Das Intensivseminar zu DHCPv4, DHCPv6 und DNS oder entsprechendes Praxiswissen wird vorausgesetzt.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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