Seminar / Training
Sichere Einbindung von Identitäts- und Credential-Provisioning in Fertigungslinien mit hoher Stückzahl und vollständiger Rückverfolgbarkeit.
Die Inhalte verbinden Architekturentscheidungen, nachvollziehbare Konfiguration und praktische Übungen. Jeder Arbeitsschritt wird zunächst an einer Referenzumgebung vorbereitet, anschließend kontrolliert ausgeführt und zuletzt mit einem Soll-Ist-Vergleich geprüft.
Inhaltsübersicht
- Produktionsarchitektur und Vertrauenskette
- Hardware Root of Trust und Vertrauensanker
- Eindeutige Geräteidentitäten und Vertrauensbeziehungen
- Skalierung, Chargen und Durchsatz
- Robuste Automatisierung und Massenverarbeitung
- Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit
- Geräteprofile und Produktvarianten
- Integrations-, Sicherheits- und Abnahmetests
Zielsetzung
Nach dem Seminar können Stations- und Rollenmodelle aufgebaut, Chargen sicher verarbeitet, Durchsatz und Fehlerfälle getestet sowie Produktionsnachweise gerätegenau geführt werden.
Zielgruppe
Produktionsingenieure, Manufacturing IT, Embedded- und Hardwareteams, PKI-Verantwortliche, Qualitätsmanagement und Security Engineers.
Voraussetzungen
Kenntnisse der eigenen Fertigungsabläufe sowie Grundwissen zu Geräteidentitäten und Zertifikaten.
Seminarinhalte
1. Produktionsarchitektur und Vertrauenskette
Fertigungsschritte werden so gestaltet, dass Identitäten, Credentials und Produktdaten eindeutig und überprüfbar bleiben.
- Schritt 1: Stationen, Systeme, Bedienrollen, Netzwerkzonen und Übergabepunkte der Fertigung erfassen.
- Schritt 2: Je Station zulässige Daten, Schlüsseloperationen und Freigaben festlegen.
- Schritt 3: Geräteseriennummer, Hardwareidentität, Produktvariante und Provisionierungsergebnis eindeutig verknüpfen.
- Schritt 4: Fehler, Nacharbeit und Ausschuss behandeln, ohne Identitäten doppelt oder unkontrolliert weiterzuverwenden.
2. Hardware Root of Trust und Vertrauensanker
Der Vertrauensanker bestimmt, wie sicher Identität, Schlüssel und kryptografische Operationen auf dem Gerät geschützt sind.
- Schritt 1: Angriffsmodell, physische Exposition und erforderliches Schutzniveau je Geräteklasse bestimmen.
- Schritt 2: Secure-Element-, integrierte und softwarebasierte Optionen nach Schlüsselschutz, Kosten und Integrationsaufwand vergleichen.
- Schritt 3: Schlüsselentstehung, Speicherung, Nutzung und Sperrung als geschlossene Vertrauenskette modellieren.
- Schritt 4: Fehlerfälle wie Austausch, Manipulation und Verlust des Vertrauensankers mit Wiederanlaufverfahren absichern.
3. Eindeutige Geräteidentitäten und Vertrauensbeziehungen
Eine eindeutige, nicht beliebig kopierbare Identität bildet den Ausgangspunkt für jede sichere Gerätekommunikation.
- Schritt 1: Identitätsarten für Gerät, Produkt, Mandant, Anwendung und Betreiber voneinander abgrenzen.
- Schritt 2: Eindeutigkeit, Herkunft und Bindung einer Geräteidentität an den Vertrauensanker überprüfen.
- Schritt 3: Identität mit Geräteprofil, Eigentümer, Betriebsstatus und zulässigen Diensten verknüpfen.
- Schritt 4: Duplikate, ungültige Zuordnungen und kompromittierte Identitäten erkennen und kontrolliert behandeln.
4. Skalierung, Chargen und Durchsatz
Die Provisionierung wird für große Stückzahlen ausgelegt, ohne Sicherheitsprüfungen zugunsten des Takts zu verkürzen.
- Schritt 1: Zielstückzahl, Takt, Parallelität, Netzabhängigkeit und zulässige Wartezeit quantifizieren.
- Schritt 2: Aufträge in kontrollierte Chargen mit eindeutiger Wiederaufnahmeinformation strukturieren.
- Schritt 3: Last-, Unterbrechungs- und Wiederholungsfälle mit realistischen Mengen testen.
- Schritt 4: Durchsatz und Fehlerquote überwachen und Kapazitätsgrenzen vor Produktionsanlauf dokumentieren.
5. Robuste Automatisierung und Massenverarbeitung
Automatisierungen werden für große Bestände, Unterbrechungen und nachvollziehbare Wiederaufnahme ausgelegt.
- Schritt 1: Aufträge in begrenzte, eindeutig identifizierbare Verarbeitungseinheiten zerlegen.
- Schritt 2: Rate-Limits, Zeitüberschreitungen und temporäre Fehler mit kontrolliertem Backoff behandeln.
- Schritt 3: Fortschritt, Fehlerklasse und Wiederaufnahmeinformation dauerhaft speichern.
- Schritt 4: Trockenlauf, Pilotmenge und vollständige Verarbeitung mit denselben Prüfregeln ausführen.
6. Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit
Jedes produzierte Gerät erhält einen prüfbaren Nachweis über Identität, Konfiguration und Freigabestatus.
- Schritt 1: Pflichtprüfungen und Akzeptanzwerte für Hardware, Identität, Zertifikate und Verbindung festlegen.
- Schritt 2: Prüfergebnisse manipulationsgeschützt mit Gerät, Auftrag, Station und Zeitpunkt verknüpfen.
- Schritt 3: Abweichungen in Nacharbeit, Sperrung oder Ausschuss überführen und erneut kontrolliert prüfen.
- Schritt 4: Stichproben und Bestandsabgleich verwenden, um Serienfehler und Lücken frühzeitig zu erkennen.
7. Geräteprofile und Produktvarianten
Geräteprofile bündeln technische und sicherheitsrelevante Eigenschaften zu wiederverwendbaren Vorlagen.
- Schritt 1: Gemeinsame Merkmale, abweichende Varianten und versionsabhängige Eigenschaften eines Produktportfolios erfassen.
- Schritt 2: Ein Basisprofil mit Identitäts-, Verbindungs-, Richtlinien- und Aktualisierungsparametern anlegen.
- Schritt 3: Varianten durch kontrollierte Ableitung statt durch unverbundene Einzelkonfigurationen abbilden.
- Schritt 4: Profiländerungen mit Stichproben, Vergleichslisten und einem geregelten Freigabeverfahren absichern.
8. Integrations-, Sicherheits- und Abnahmetests
Die Lösung wird mit reproduzierbaren Normal-, Last-, Unterbrechungs- und Angriffsnahen Fällen geprüft.
- Schritt 1: Anforderungen und Architekturentscheidungen in positive und negative Testfälle überführen.
- Schritt 2: Testdaten, Gerätevarianten, Firmwarestände und erwartete Nachweise reproduzierbar vorbereiten.
- Schritt 3: Funktion, Sicherheit, Leistung und Wiederanlauf getrennt messen und Abweichungen priorisieren.
- Schritt 4: Abnahme nur bei dokumentierter Erfüllung der Muss-Kriterien und geklärtem Restrisiko erteilen.
Praxisübungen
- Produktionsstationen, Rollen und Vertrauensgrenzen erfassen.
- Identität, Seriennummer, Produktvariante und Credential-Nachweis verknüpfen.
- Chargenverarbeitung mit Unterbrechung und sicherer Wiederaufnahme testen.
- Durchsatz- und Lasttest für die geplante Stückzahl entwerfen.
- Nacharbeit, Ausschuss und nicht verwendete Credentials kontrolliert bilanzieren.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, 2. Tag: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Produktion, Manufacturing IT, Embedded, PKI, Qualität und Security |
| Voraussetzungen: | Kenntnisse der Fertigung sowie Basiswissen zu Identitäten und Zertifikaten |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Konfiguration, praktische Übungen am System, Fallstudien |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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