Seminar / Training
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung
- Kompetenzziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Methodik
- Zielgruppe
- Vorkenntnisse
Einordnung
Das Seminar verbindet die Portierungsmethodik mit den Besonderheiten der StarFive-Generationen JH7100 und JH7110. Gemeinsame RISC-V-Bausteine werden von generations- und boardspezifischen Initialisierungen getrennt, damit VisionFive-Plattformen nachvollziehbar gebaut und getestet werden können.
Kompetenzziele
- JH7100- und JH7110-Unterschiede für Boot, Speicher und Peripherie technisch einordnen.
- Gemeinsame und getrennte Codepfade für SoC und Mainboard entwerfen.
- Frühe Ausgabe, DRAM, Storage, SBI und Device Tree je Plattform prüfen.
- Einheitliche Abnahmekriterien für mehrere Boardvarianten anwenden.
- Wartbare Änderungen mit dokumentiertem Testnachweis vorbereiten.
Seminarinhalte
Modul 1: Boarddokumentation und technische Vorprüfung
- Schritt 1: Unterlagen ordnen
SoC-Handbuch, Board-Schaltplan, Speicherbestückung, Bootschalter, Pinbelegung und bekannte Errata werden versionsbezogen erfasst.
- Schritt 2: Bootkonfiguration prüfen
Straps, eFuses, Bootreihenfolge, Recovery-Modi und Sicherheitszustände werden für das konkrete Board dokumentiert.
- Schritt 3: Messpunkte festlegen
UART, JTAG, Reset, Versorgungsschienen, Takte und wichtige Chip-Select-Signale werden für das Labor zugänglich gemacht.
- Schritt 4: Risiken bewerten
Fehlende Dokumentation, geschlossene Initialisierungsbestandteile, nicht rücksetzbare Optionen und schwer zugängliche Flashbausteine werden vor Beginn markiert.
Modul 2: StarFive JH7100 und JH7110 im Vergleich
- Schritt 1: Generationen trennen
CPU-, Boot-, Clock-, Speicher- und Peripherieunterschiede zwischen den beiden SoC-Generationen werden vor gemeinsamer Codebildung dokumentiert.
- Schritt 2: Gemeinsame Bausteine identifizieren
RISC-V-Start, SBI-Anbindung, UART-Muster, Device-Tree-Verarbeitung und generische Loaderlogik werden von boardspezifischem Code getrennt.
- Schritt 3: VisionFive-Varianten konfigurieren
Boardrevision, DRAM-Bestückung, Bootmedium, Pinbelegung und vorhandene Recovery-Möglichkeiten werden je Zielsystem festgelegt.
- Schritt 4: Kompatibilität testen
Je Board werden Build, serielle Ausgabe, DRAM, Storage, SBI und Kernelstart mit identischen Abnahmekriterien geprüft.
Modul 3: Quellbaum, Mainboards und Build-Zusammenhang
- Schritt 1: Verzeichnisstruktur lesen
Workspace, Architekturcode, SoC-Unterstützung, Mainboard-Verzeichnisse, Bibliotheken und Werkzeuge werden funktional zugeordnet.
- Schritt 2: Boardpfad nachvollziehen
Die Trennung von früher Stufe und Hauptstufe sowie die Rollen von Cargo-Konfiguration, Linkerskript, Build-Skript und Makefile werden untersucht.
- Schritt 3: Abhängigkeiten prüfen
Crates, Features, Zielarchitektur und lokale Pfade werden auf Reproduzierbarkeit, unnötige Kopplung und Plattformabhängigkeit geprüft.
- Schritt 4: Änderungsumfang planen
Neue Treiber, SoC-Bausteine, Boarddateien, Dokumentation und Tests werden als getrennte, reviewfähige Arbeitspakete vorbereitet.
Modul 4: Mainboard-Portierung und schrittweises Bring-up
- Schritt 1: Minimalziel definieren
Erster serieller Marker, stabiler DRAM, lesbares Bootmedium, SBI-Übergabe und Kernelstart werden als aufeinanderfolgende Meilensteine festgelegt.
- Schritt 2: Boardstruktur anlegen
Frühe Stufe, Hauptstufe, Cargo-Dateien, Linkerskripte, Build-Skript, Makefile und Device Tree werden mit minimalen Abhängigkeiten erstellt.
- Schritt 3: Hardware einzeln aktivieren
Clock, Reset, Pinmux, UART, Timer, DRAM und Storage werden nacheinander aktiviert und nach jedem Schritt geprüft.
- Schritt 4: Port stabilisieren
Fehlerpfade, Timeouts, Dokumentation, reproduzierbarer Build, Emulations- oder Hardwaretests und Reviewaufteilung werden ergänzt.
Modul 5: Resetvektor, Assemblereinstieg und Linkerskript
- Schritt 1: Einstiegspunkt festlegen
Resetadresse, Symbolname, Ausrichtungsanforderungen und der Übergang vom Assemblereinstieg zu Rust werden eindeutig definiert.
- Schritt 2: Minimalzustand herstellen
Stackzeiger, globale Pointer, BSS-Löschung, erforderliche Register und mehrere Harts werden kontrolliert initialisiert.
- Schritt 3: Sektionen platzieren
Code, schreibgeschützte Daten, initialisierte Daten, BSS, Stack und eingebettete Binärdaten werden passenden Speicherbereichen zugewiesen.
- Schritt 4: Abbild prüfen
Map-Datei und Disassemblierung werden genutzt, um Einstieg, Sprungweiten, Adressen und unerwartete Laufzeitabhängigkeiten zu kontrollieren.
Modul 6: UART als frühe Diagnose-Schnittstelle
- Schritt 1: Signalweg klären
SoC-Pins, Pegel, Adapter, Baudrate, Taktquelle und Massebezug werden vor dem ersten Zugriff geprüft.
- Schritt 2: Minimalinitialisierung schreiben
Clock-Gate, Reset, Pinmux, Teiler, Rahmenformat und FIFO werden mit möglichst wenigen Registerzugriffen gesetzt.
- Schritt 3: Bootmarker definieren
Kurze, eindeutige Marker kennzeichnen Reset, DRAM, Storage, SBI und Payload, ohne frühe Stufen unnötig zu vergrößern.
- Schritt 4: Fehler robust erfassen
Timeouts, unplausible Zeichen, falsche Taktrate und blockierende Ausgabe werden mit Alternativprüfungen eingegrenzt.
Modul 7: DRAM-Initialisierung und Speichertraining
- Schritt 1: Parameter beschaffen
Speichertyp, Takt, Topologie, Breite, Ranks, Timingwerte, Spannungen und Boardrouting werden aus belastbaren Hardwareangaben zusammengestellt.
- Schritt 2: Controller vorbereiten
Takt, Reset, PHY, Betriebsmodus, Timingregister und Initialisierungssequenz werden in einer kontrollierten Reihenfolge programmiert.
- Schritt 3: Training überwachen
Statusregister, Wartebedingungen, Timeouts und Fehlercodes werden mit frühen Diagnosemarkern sichtbar gemacht.
- Schritt 4: Speicher validieren
Adressleitungen, Datenmuster, verschiedene Größen, Cachezustände und Grenzbereiche werden vor dem Laden weiterer Stufen geprüft.
Modul 8: SD- und eMMC-Zugriff
- Schritt 1: Hostcontroller starten
Clock, Reset, Pins, Versorgung und Identifikationsfrequenz werden vor der Kartenkommunikation geprüft.
- Schritt 2: Medium identifizieren
Resetfolge, Fähigkeiten, Kapazität, Blocklänge und Busbreite werden mit klaren Timeouts ermittelt.
- Schritt 3: Blockleser aufbauen
Einzel- und Mehrblockzugriff, DMA- oder PIO-Pfad, Alignment, Cachebehandlung und Fehlercodes werden implementiert.
- Schritt 4: Bootdaten prüfen
DTFS- oder Payloadbereiche werden blockweise gelesen, auf Grenzen geprüft und vor der Ausführung verifiziert.
Modul 9: SBI und RustSBI als Übergabeschicht
- Schritt 1: SBI-Rolle festlegen
Timer, Interprozessorunterbrechung, Systemreset, Hartzustand und herstellerspezifische Erweiterungen werden zwischen Firmware und Supervisor getrennt.
- Schritt 2: Plattformadapter anbinden
Timerquelle, Interruptmechanismus, Resetpfad und Konsolenausgabe werden in die SBI-Implementierung integriert.
- Schritt 3: Übergaberegister setzen
Hart-ID, Device-Tree-Zeiger, Supervisor-Einstieg, Statusregister und Delegationen werden vor dem Moduswechsel verifiziert.
- Schritt 4: SBI-Aufrufe prüfen
Kernelanforderungen, Fehlercodes, nicht unterstützte Erweiterungen und Systemreset werden mit reproduzierbaren Tests bewertet.
Modul 10: Hardwarelabor und Abnahmemessungen
- Schritt 1: Laborzustand standardisieren
Versorgung, Adapter, Kabel, Bootschalter, Flashinhalt, Messgeräte und Hostsoftware werden vor jedem Versuch dokumentiert.
- Schritt 2: Beobachtungspunkte verbinden
Serielle Konsole, JTAG, Logikanalysator und Strommessung werden so vorbereitet, dass Bootphasen zeitlich zugeordnet werden können.
- Schritt 3: Testfälle ausführen
Kaltstart, Warmstart, wiederholter Reset, fehlendes Medium, beschädigtes Abbild und Recovery werden mit festen Erwartungswerten geprüft.
- Schritt 4: Abnahme protokollieren
Firmwarehash, Boardrevision, Messergebnis, Konsolenausgabe, Abweichung und Entscheidung werden in einem reproduzierbaren Prüfprotokoll zusammengeführt.
Praxisübungen
- Eine Differenzmatrix für JH7100, JH7110 und die verwendeten Boardrevisionen erstellen.
- Gemeinsame RISC-V- und SBI-Komponenten von boardspezifischen Initialisierungen trennen.
- UART-, DRAM- und Storage-Meilensteine auf mindestens einer Plattform praktisch prüfen.
- Device Tree und Kernelübergabe anhand eines konsistenten Testfalls verifizieren.
- Eine plattformübergreifende Regressionstestliste formulieren.
Methodik
Fachliche Einordnung, kommentierte Demonstrationen und schrittweise Laboraufgaben werden eng miteinander verbunden. Jeder Arbeitsabschnitt beginnt mit einem überprüfbaren Zielzustand, wird anhand von Konsolen-, Build- oder Messdaten kontrolliert und endet mit einer dokumentierten Fehler- oder Abnahmeprüfung. Vorbereitete Negativfälle verhindern, dass ausschließlich der erfolgreiche Idealfall betrachtet wird.
Zielgruppe
RISC-V-Firmwareentwicklung, Embedded-Linux-Teams, VisionFive-Plattformbetreuung, Board-Portierung und technische Architektur.
Vorkenntnisse
Systemnahe Programmierkenntnisse, RISC-V-Grundlagen, Cross-Build-Erfahrung und sichere serielle Diagnose. Für Vergleichsübungen sind JH7100- und JH7110-Unterlagen oder entsprechende Laborboards hilfreich.
Fachbereichsleitung und Trainingskoordination
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | RISC-V-Firmwareentwicklung, Embedded-Linux-Teams, VisionFive-Plattformbetreuung, Board-Portierung und technische Architektur. |
| Voraussetzungen: | Systemnahe Programmierkenntnisse, RISC-V-Grundlagen, Cross-Build-Erfahrung und sichere serielle Diagnose. Für Vergleichsübungen sind JH7100- und JH7110-Unterlagen oder entsprechende Laborboards hilfreich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachvortrag, kommentierte Demonstrationen, schrittweise Laborübungen und dokumentierte Fehleranalyse |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Durchführung mit Trainer vor Ort; Webinar nur bei ausdrücklicher Festlegung |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- und Warmgetränke, Mittagessen wahlweise vegetarisch |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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