Seminar / Training
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung
- Kompetenzziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Methodik
- Zielgruppe
- Vorkenntnisse
Einordnung
Das Seminar richtet eine reproduzierbare Arbeitsumgebung für oreboot ein und erklärt den Weg vom Quellbaum zum analysierbaren Firmwareabbild. Cross-Targets, Cargo, Make, Linker, Device-Tree-Werkzeuge, Artefakte und typische Buildfehler werden praktisch bearbeitet.
Kompetenzziele
- Alle benötigten Werkzeuge und Versionen für eine Zielarchitektur dokumentieren.
- Rust-Cross-Target, Linker, Runner und Buildparameter reproduzierbar einrichten.
- Mainboardziele und Features sicher auswählen und bauen.
- ELF, Binärabbild, Map-Datei, Disassemblierung und Größenbericht auswerten.
- Toolchain-, Linker- und Abhängigkeitsfehler systematisch diagnostizieren.
Seminarinhalte
Modul 1: Quellbaum, Mainboards und Build-Zusammenhang
- Schritt 1: Verzeichnisstruktur lesen
Workspace, Architekturcode, SoC-Unterstützung, Mainboard-Verzeichnisse, Bibliotheken und Werkzeuge werden funktional zugeordnet.
- Schritt 2: Boardpfad nachvollziehen
Die Trennung von früher Stufe und Hauptstufe sowie die Rollen von Cargo-Konfiguration, Linkerskript, Build-Skript und Makefile werden untersucht.
- Schritt 3: Abhängigkeiten prüfen
Crates, Features, Zielarchitektur und lokale Pfade werden auf Reproduzierbarkeit, unnötige Kopplung und Plattformabhängigkeit geprüft.
- Schritt 4: Änderungsumfang planen
Neue Treiber, SoC-Bausteine, Boarddateien, Dokumentation und Tests werden als getrennte, reviewfähige Arbeitspakete vorbereitet.
Modul 2: Entwicklungsumgebung und Rust-Toolchain
- Schritt 1: Werkzeugbestand erfassen
Rust-Toolchain, Cross-Compiler, Binutils, Device-Tree-Compiler, Emulator, serielle Werkzeuge und Flash-Hilfen werden versioniert dokumentiert.
- Schritt 2: Zielplattform einrichten
Target-Spezifikation, Runner, Linker, Rust-Quellenkomponenten und benötigte Cargo-Erweiterungen werden reproduzierbar konfiguriert.
- Schritt 3: Build-Umgebung isolieren
Pfadabhängigkeiten, Umgebungsvariablen, Cache-Verhalten und lokale Werkzeuge werden so festgelegt, dass mehrere Arbeitsplätze gleiche Artefakte erzeugen.
- Schritt 4: Diagnose durchführen
Fehlende Targets, Linkerfehler, inkompatible Nightly-Funktionen und Werkzeugsuchpfade werden anhand eines systematischen Prüfablaufs eingegrenzt.
Modul 3: Build, Artefakte und Reproduzierbarkeit
- Schritt 1: Boardziel auswählen
Mainboard, Architektur, Feature-Satz, Payload und Ausgabeziel werden in einem nachvollziehbaren Build-Aufruf zusammengeführt.
- Schritt 2: Zwischenprodukte untersuchen
ELF-Dateien, Binärabbilder, Map-Dateien, Disassemblierung und Größeninformationen werden den Bootstufen zugeordnet.
- Schritt 3: Layout kontrollieren
Startadressen, Sektionen, Ausrichtung, BSS, Stack, eingebettete Daten und freie Bereiche werden gegen das geplante Speicherlayout geprüft.
- Schritt 4: Buildvergleich etablieren
Hashwerte, Werkzeugversionen, Buildprotokoll und deterministische Parameter werden für wiederholbare Ergebnisse erfasst.
Modul 4: Resetvektor, Assemblereinstieg und Linkerskript
- Schritt 1: Einstiegspunkt festlegen
Resetadresse, Symbolname, Ausrichtungsanforderungen und der Übergang vom Assemblereinstieg zu Rust werden eindeutig definiert.
- Schritt 2: Minimalzustand herstellen
Stackzeiger, globale Pointer, BSS-Löschung, erforderliche Register und mehrere Harts werden kontrolliert initialisiert.
- Schritt 3: Sektionen platzieren
Code, schreibgeschützte Daten, initialisierte Daten, BSS, Stack und eingebettete Binärdaten werden passenden Speicherbereichen zugewiesen.
- Schritt 4: Abbild prüfen
Map-Datei und Disassemblierung werden genutzt, um Einstieg, Sprungweiten, Adressen und unerwartete Laufzeitabhängigkeiten zu kontrollieren.
Modul 5: QEMU-Emulation und kontrollierter Erststart
- Schritt 1: Maschinenmodell vorbereiten
CPU, Arbeitsspeicher, Firmwareabbild, serielle Konsole, Laufwerke und Payload werden als reproduzierbares Emulationsprofil festgelegt.
- Schritt 2: Bootausgabe beobachten
Frühe Marker, UART-Ausgabe, SBI-Meldungen, Device-Tree-Übergabe und Kernelstart werden einer erwarteten Sequenz gegenübergestellt.
- Schritt 3: Fehler gezielt erzeugen
Fehlende Payload, falsche Adresse, beschädigtes Dateisystem und ungültiger Device Tree werden als Negativfälle getestet.
- Schritt 4: Testlauf automatisieren
Timeout, erwartete Konsolenmuster, Rückgabestatus und Artefaktsicherung werden in einen wiederholbaren Testschritt überführt.
Modul 6: Testautomatisierung und Continuous Integration
- Schritt 1: Prüfmatrix bilden
Architekturen, Mainboards, Features, Debug- und Release-Builds sowie Payloadvarianten werden in einer wartbaren Matrix zusammengefasst.
- Schritt 2: Statische Prüfungen integrieren
Formatierung, Lints, Abhängigkeitskontrollen, Dokumentationsprüfung und Größenlimits werden vor dem Laufzeittest ausgeführt.
- Schritt 3: Boottests ausführen
Emulationsstart, serielle Sollmuster, Zeitgrenzen und definierte Fehlerfälle werden automatisch bewertet.
- Schritt 4: Artefakte sichern
Buildprotokolle, Firmwareabbilder, Disassemblierungen, Größenberichte und Testergebnisse werden je Änderung nachvollziehbar archiviert.
Praxisübungen
- Eine saubere Arbeitsumgebung aus dokumentierten Versionen aufbauen.
- Ein Mainboardziel in Debug- und Release-Konfiguration kompilieren.
- Einstiegspunkt, Sektionen und eingebettete Daten in ELF und Map-Datei prüfen.
- Ein Firmwareabbild in QEMU starten und Konsolenmarker kontrollieren.
- Einen vorbereiteten Linker- oder Targetfehler anhand eines Diagnoseplans beheben.
Methodik
Fachliche Einordnung, kommentierte Demonstrationen und schrittweise Laboraufgaben werden eng miteinander verbunden. Jeder Arbeitsabschnitt beginnt mit einem überprüfbaren Zielzustand, wird anhand von Konsolen-, Build- oder Messdaten kontrolliert und endet mit einer dokumentierten Fehler- oder Abnahmeprüfung. Vorbereitete Negativfälle verhindern, dass ausschließlich der erfolgreiche Idealfall betrachtet wird.
Zielgruppe
Firmwareentwickler, Embedded-Rust-Teams, Build- und CI-Verantwortliche sowie technische Neueinsteiger mit Systemprogrammierungserfahrung.
Vorkenntnisse
Sichere Linux-Kommandozeile, Git-Grundlagen und Basiskenntnisse in Rust oder systemnaher Entwicklung. Kenntnisse von ELF und Cross-Compilern sind hilfreich.
Fachbereichsleitung und Trainingskoordination
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Firmwareentwickler, Embedded-Rust-Teams, Build- und CI-Verantwortliche sowie technische Neueinsteiger mit Systemprogrammierungserfahrung. |
| Voraussetzungen: | Sichere Linux-Kommandozeile, Git-Grundlagen und Basiskenntnisse in Rust oder systemnaher Entwicklung. Kenntnisse von ELF und Cross-Compilern sind hilfreich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachvortrag, kommentierte Demonstrationen, schrittweise Laborübungen und dokumentierte Fehleranalyse |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Durchführung mit Trainer vor Ort; Webinar nur bei ausdrücklicher Festlegung |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- und Warmgetränke, Mittagessen wahlweise vegetarisch |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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