In vier Tagen entsteht aus einer fachlichen Anforderung ein prüfbarer End-to-End-Prototyp mit Credential-Modell, Kontextstrategie, Issuer, Wallet-Fluss, Verifiable Presentation, Data-Integrity-Proofs, Bitstring Status List, Testfällen und Betriebsgrundlagen. Architekturentscheidungen werden dokumentiert und durch negative Tests abgesichert.
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Anwendungsfall und Architektur-Backlog
- Credential-Modell und Kontext
- Schlüssel und Verification Methods
- Issuer-Implementierung
- Wallet-Aufnahme und Verwaltung
- Presentation Request und Wallet-Freigabe
- Verifier-Pipeline
- Bitstring Status List
- Data-Integrity- und Kontextdiagnose
- Datenschutz- und Security-Härtung
- Automatisierte Teststrecke
- Betriebs- und Übergabeplanung
- Praktische Übungen
- Methodik
- Einordnung im Seminarprogramm
Einordnung
Der Schwerpunkt liegt auf durchgängige prototypische Umsetzung eines VC-2.0-Systems. Die Inhalte werden von der fachlichen Anforderung über Datenmodell und Protokoll bis zu Validierung, Fehlerbehandlung und betrieblichen Kontrollen entwickelt.
Zielgruppe
Erfahrene Softwareentwicklung, Lösungsarchitektur, DevSecOps, Security Engineering, technische Integration und Teams, die einen konkreten VC-Prototyp oder eine Referenzimplementierung aufbauen.
Voraussetzungen
Sichere Kenntnisse von VC Data Model 2.0, JSON-LD, Data Integrity und Status Lists. Eine vorbereitete Entwicklungsumgebung und Erfahrung mit APIs, Tests und Versionsverwaltung werden vorausgesetzt.
Lernziele
- Anforderungen in eine umsetzbare VC-Architektur überführen
- Credential-Typ und Kontext versioniert modellieren
- Issuer-, Wallet- und Verifier-Komponenten integrieren
- Data Integrity und Statusprüfung korrekt implementieren
- Präsentation gegen Replay und Kontextverwechslung absichern
- positive und negative End-to-End-Tests automatisieren
- Produktionslücken, Risiken und nächste Ausbaustufen dokumentieren
Seminarinhalte
Modul 1: Anwendungsfall und Architektur-Backlog
- Schritt 1: Fachliche Aussage, Issuer-Befugnis, Holder-Rolle und Verifier-Entscheidung werden präzise beschrieben.
- Schritt 2: Claims, Gültigkeit, Status, Datenschutz und Holder Binding werden als Anforderungen priorisiert.
- Schritt 3: Komponenten, Schnittstellen, Trust Boundaries und Schlüsselrollen werden in einer Zielarchitektur erfasst.
- Schritt 4: Der Workshop-Umfang wird in ausführbare Arbeitspakete und Akzeptanzkriterien zerlegt.
Modul 2: Credential-Modell und Kontext
- Schritt 1: Notwendige Claims werden aus dem Fachprozess abgeleitet und minimiert.
- Schritt 2: Typen, Kontext, Datentypen, Issuer, Subject und Zeitangaben werden modelliert.
- Schritt 3: Eine versionierte Credential-Vorlage und passende Validierungsregeln werden erstellt.
- Schritt 4: Positive und negative Modellbeispiele sichern die erwartete Semantik.
Modul 3: Schlüssel und Verification Methods
- Schritt 1: Schlüsselrollen für Issuer, Statusdienst und Holder werden festgelegt.
- Schritt 2: Entwicklungs- und Testschlüssel werden sicher erzeugt und getrennt verwaltet.
- Schritt 3: Verification Methods werden mit Controller, Zweck und Schlüsseltyp veröffentlicht oder lokal bereitgestellt.
- Schritt 4: Rotation und ungültige Schlüsselzustände werden bereits im Prototyp als Testfälle vorgesehen.
Modul 4: Issuer-Implementierung
- Schritt 1: Eine autorisierte Ausgabetransaktion wird mit validierten Eingangsdaten aufgebaut.
- Schritt 2: Credential-Vorlage, Statusindex und zeitliche Metadaten werden deterministisch befüllt.
- Schritt 3: Das Dokument wird mit einer ausgewählten Data-Integrity-Kryptosuite gesichert.
- Schritt 4: Idempotenz, Fehlerzustände und Auditinformationen werden in den Ausgabefluss integriert.
Modul 5: Wallet-Aufnahme und Verwaltung
- Schritt 1: Die Wallet prüft das empfangene Credential unabhängig vom Issuer.
- Schritt 2: Credential und lokale Metadaten werden geschützt gespeichert.
- Schritt 3: Auswahlregeln berücksichtigen Typ, Issuer, Gültigkeit, Status und Datenminimierung.
- Schritt 4: Ablauf, Erneuerung und Löschung werden als einfache Lifecycle-Funktionen umgesetzt.
Modul 6: Presentation Request und Wallet-Freigabe
- Schritt 1: Der Verifier erzeugt eine minimale Anfrage mit Challenge und Domain.
- Schritt 2: Die Wallet gleicht Anforderungen mit verfügbaren Credentials ab.
- Schritt 3: Offenlegungsumfang und Empfänger werden vor der Freigabe dargestellt.
- Schritt 4: Die Präsentation wird mit Holder- oder Wallet-Bindung für den konkreten Austausch erzeugt.
Modul 7: Verifier-Pipeline
- Schritt 1: Eingabe, Presentation-Proof, Challenge und Domain werden geprüft.
- Schritt 2: Enthaltene Credentials werden strukturell, semantisch und kryptografisch validiert.
- Schritt 3: Zeit, Status und Issuer-Vertrauen werden ausgewertet.
- Schritt 4: Eine versionierte Fachpolicy erzeugt eine nachvollziehbare Annahme- oder Ablehnungsentscheidung.
Modul 8: Bitstring Status List
- Schritt 1: Eine Listengröße und Indexstrategie werden für den Prototyp festgelegt.
- Schritt 2: StatusListCredential und StatusListEntry werden erzeugt.
- Schritt 3: Widerruf oder Aussetzung ändert die Bitfolge und veröffentlicht eine neue signierte Version.
- Schritt 4: Der Verifier dekodiert die Liste, liest den Index und verarbeitet Aktualitäts- sowie Ausfallregeln.
Modul 9: Data-Integrity- und Kontextdiagnose
- Schritt 1: Kanonische Zwischenergebnisse und Digests werden in der Testumgebung reproduzierbar erfasst.
- Schritt 2: Änderungen an Kontext, Dokument und Proof werden gezielt getrennt.
- Schritt 3: Falsche Kryptosuite, Verification Method und Proof Purpose werden als Negativfälle geprüft.
- Schritt 4: Diagnoseinformationen werden aus Produktionslogs ausgeschlossen und nur im isolierten Testbetrieb verwendet.
Modul 10: Datenschutz- und Security-Härtung
- Schritt 1: Claims, Kennungen, Logs und Statusmetadaten werden auf unnötige Offenlegung geprüft.
- Schritt 2: Replay, Schlüsselverwechslung, Kontextmanipulation, Listen-Rollback und Ausfall werden simuliert.
- Schritt 3: Eingabegrenzen, Ratenbegrenzung und restriktive AllowLists werden ergänzt.
- Schritt 4: Restrisiken und nicht im Prototyp umgesetzte Kontrollen werden transparent dokumentiert.
Modul 11: Automatisierte Teststrecke
- Schritt 1: Goldene Credentials und Präsentationen bilden den positiven Referenzpfad.
- Schritt 2: Modell-, Proof-, Zeit-, Status-, Challenge- und Trust-Fehler werden als Negativtests automatisiert.
- Schritt 3: Komponenten werden in einer Issuer-Wallet-Verifier-Matrix ausgeführt.
- Schritt 4: Testergebnisse werden in die Build- und Release-Prüfung integriert.
Modul 12: Betriebs- und Übergabeplanung
- Schritt 1: Konfiguration, Schlüssel, Kontextartefakte, Policies und Statusdaten werden versioniert.
- Schritt 2: Kennzahlen, datensparsame Logs, Alarmierung und Wiederanlauf werden skizziert.
- Schritt 3: Governance-, Datenschutz- und Produktionslücken werden nach Risiko priorisiert.
- Schritt 4: Ein Umsetzungsplan trennt Prototyp, Pilot, Härtung und produktive Freigabe.
Praktische Übungen
- Aufbau eines vollständigen Credential-Typs und Kontexts
- Implementierung von Issuer, Wallet-Fluss und Verifier-Pipeline
- Integration einer Data-Integrity-Kryptosuite
- Erzeugung und Prüfung einer Bitstring Status List
- Durchführung von Replay-, Manipulations- und Rollback-Tests
- Erstellung eines Architektur- und Produktions-Backlogs
Methodik
Fachliche Einordnung, strukturierte Demonstrationen, gemeinsame Modellierung, angeleitete Implementierungs- und Prüfaufgaben, Negativtests sowie Auswertung typischer Fehlersituationen. Die Übungen verwenden synthetische Beispieldaten und werden schrittweise von einem kontrollierten Normalfall zu Manipulations-, Grenz- und Ausfallszenarien erweitert.
Einordnung im Seminarprogramm
Praxisorientierte Umsetzung nach den Grundlagenkursen. Der Workshop ersetzt keine vertiefte Kryptografie-, Governance- oder Produktionsschulung, verbindet deren Kernanforderungen jedoch in einer Referenzlösung.
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Erfahrene Softwareentwicklung, Lösungsarchitektur, DevSecOps, Security Engineering, technische Integration und Teams, die einen konkreten VC-Prototyp oder eine Referenzimplementierung aufbauen. |
| Voraussetzungen: | Sichere Kenntnisse von VC Data Model 2.0, JSON-LD, Data Integrity und Status Lists. Eine vorbereitete Entwicklungsumgebung und Erfahrung mit APIs, Tests und Versionsverwaltung werden vorausgesetzt. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachvortrag, Demonstrationen, strukturierte Schritt-für-Schritt-Übungen, praktische Prüf- und Implementierungsaufgaben |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
