Seminar DFIR-ORC – Windows-Sammelprofile für Incident Response und Threat Hunting

Das Seminar übersetzt typische Incident-Response- und Threat-Hunting-Fragestellungen in abgestufte DFIR-ORC-Profile. Es geht nicht um eine einzige universelle Vollsammlung, sondern um begründete Kombinationen aus schnellen, zielgerichteten und vertiefenden Schritten.

Seminarziel

Ziel ist eine kleine Profilbibliothek für unterschiedliche Szenarien und Eskalationsstufen. Jedes Profil besitzt klare Auslöser, Artefakte, Werkzeuge, Limits, Erfolgswerte, Datenschutzgrenzen und Übergaben an nachgelagerte Analyse oder weitere Sammlung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Szenario, Hypothese und Entscheidungsbedarf
  2. Profilstufen und Eskalationslogik
  3. Ransomware- und Verschlüsselungsszenarien
  4. Persistenz und Autostartbezug
  5. Laterale Bewegung und verteilte Hinweise
  6. Verdächtige Dateien, IOC und YARA
  7. Flüchtige und zeitkritische Hinweise
  8. Datenschutz, Verhältnismäßigkeit und Datenlimits
  9. Profilbibliothek, Pilot und Analystenübergabe

Seminarinhalte

1. Szenario, Hypothese und Entscheidungsbedarf

Ein Profil beginnt mit einer konkreten Hypothese und der Entscheidung, die auf Basis der Sammlung getroffen werden soll.

  1. Schritt 1: Szenario und betroffene Systemrollen eingrenzen.
  2. Schritt 2: Hypothesen in technische Beobachtungen und mögliche Artefakte übersetzen.
  3. Schritt 3: Erfolgs-, Eskalations- und Abbruchkriterien festlegen.

2. Profilstufen und Eskalationslogik

Schnell-, Standard- und Vertiefungsstufen begrenzen Zeit und Datenmenge und ermöglichen gezielte Nachsammlung.

  1. Schritt 1: Minimal erforderliche Artefakte für die Schnellstufe bestimmen.
  2. Schritt 2: Zusatzartefakte und Auslöser für Standard- und Vertiefungsstufe definieren.
  3. Schritt 3: Übergang zwischen Stufen mit messbaren Kriterien verknüpfen.

3. Ransomware- und Verschlüsselungsszenarien

Dateiveränderungen, verdächtige Binaries, Journalinformationen, Registry und ausgewählte Systemdaten werden kombiniert.

  1. Schritt 1: Zeitfenster und betroffene Volumes aus dem Vorfall ableiten.
  2. Schritt 2: USN-, NTFS-, Datei- und Registry-Sammlung passend staffeln.
  3. Schritt 3: Datenmenge und Laufzeit auf geschäftskritischen Systemen besonders begrenzen.

4. Persistenz und Autostartbezug

Registry-, Datei- und Systemobjektartefakte werden für persistente Mechanismen und auffällige Startpunkte zusammengeführt.

  1. Schritt 1: Relevante Registry- und Dateibereiche auswählen.
  2. Schritt 2: Objekt- und ergänzende Systeminformationen gezielt ergänzen.
  3. Schritt 3: Kontrollartefakte und bekannte legitime Ausnahmen in den Test aufnehmen.

5. Laterale Bewegung und verteilte Hinweise

Sammelprofile werden über mehrere Systemrollen koordiniert, ohne alle Systeme identisch und gleichzeitig tief zu erfassen.

  1. Schritt 1: Quell-, Ziel- und Vermittlersysteme nach Priorität gruppieren.
  2. Schritt 2: Gemeinsame Zeit- und Systemkennung für die Ergebnisrückführung festlegen.
  3. Schritt 3: Treffer auf einem System als kontrollierten Auslöser für Folgeprofile definieren.

6. Verdächtige Dateien, IOC und YARA

FastFind, Hashlisten, YARA, GetThis und GetSamples bilden einen begrenzten Such- und Sicherungsprozess.

  1. Schritt 1: Indikatorqualität und erwartete Trefferzahl bewerten.
  2. Schritt 2: Such- und Sample-Grenzen nach Systemklasse festlegen.
  3. Schritt 3: Potentiell schädliche Dateien in isolierte Archive und geregelte Übergabe überführen.

7. Flüchtige und zeitkritische Hinweise

Zeitkritische Zustände erfordern schnelle Ausführung, klare Priorität und bewusste Grenzen der Reproduzierbarkeit.

  1. Schritt 1: Flüchtige Artefakte und spätesten sinnvollen Sammelzeitpunkt bestimmen.
  2. Schritt 2: Schnellprofil mit minimaler Last und eindeutigen Ausgaben vorbereiten.
  3. Schritt 3: Zeitbezug, Ausführungskontext und mögliche Zustandsänderung protokollieren.

8. Datenschutz, Verhältnismäßigkeit und Datenlimits

Breite Suche kann personenbezogene und geschäftskritische Daten erfassen und muss fachlich sowie technisch begrenzt werden.

  1. Schritt 1: Zweck, Rechts- und Freigaberahmen des Profils dokumentieren.
  2. Schritt 2: Pfade, Dateitypen, Größen, Zeitfenster und Zielsysteme minimieren.
  3. Schritt 3: Lösch-, Übergabe- und Zugriffsvorgaben in den Profilbetrieb integrieren.

9. Profilbibliothek, Pilot und Analystenübergabe

Szenarioprofile werden versioniert, mit Referenzsystemen getestet und mit eindeutigen Übergabeinformationen ausgeliefert.

  1. Schritt 1: Profilkarte mit Auslöser, Zielgruppe, Artefakten, Grenzen und Erwartungswerten erstellen.
  2. Schritt 2: Pilot mit Kontrollartefakten, Lastmessung und Negativfällen durchführen.
  3. Schritt 3: Ergebnisstruktur und offene Einschränkungen für die nachgelagerte Analyse dokumentieren.

Praxisübungen

  • Schnell-, Standard- und Vertiefungsprofil für ein Ransomware-Szenario entwerfen
  • IOC- und YARA-basiertes Folgeprofil mit sicheren Sample-Grenzen erstellen
  • Profilbibliothek mit Auslösern, Datenschutzgrenzen, Pilotwerten und Analystenübergabe aufbauen

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: Incident-Response-Teams, Threat Hunter, SOC-Analysten, DFIR-Engineers und Windows-Sicherheitsadministratoren.

Voraussetzungen: DFIR-ORC-Grundlagen sowie Verständnis typischer Windows-Angriffsspuren, IOC-Konzepte und forensischer Artefakte.

Fachbereichsleitung / Trainerteam / Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Incident-Response-Teams, Threat Hunter, SOC-Analysten, DFIR-Engineers und Windows-Sicherheitsadministratoren.
Voraussetzungen: DFIR-ORC-Grundlagen sowie Verständnis typischer Windows-Angriffsspuren, IOC-Konzepte und forensischer Artefakte.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Graz 3 Tage
Wien 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
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Bregenz 3 Tage
Linz 3 Tage
Salzburg 3 Tage
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