Seminar / Training
Das Seminar behandelt Datenschutz nicht als nachgelagerte Prüfung, sondern als Gestaltungsprinzip für Issuing, Speicherung, Präsentation und Prüfung digitaler Nachweise. Im Mittelpunkt stehen Zweckbindung, Datenminimierung, selektive Offenlegung, Transparenz, Nutzerkontrolle, Protokollierung, Löschung, Betroffenenrechte, Datenschutz-Folgenabschätzung und die Begrenzung von Korrelation über Dienste hinweg.
Zwei Seminartage sind erforderlich, um Datenflüsse und Rollen belastbar zu erfassen, Risiken zu bewerten, technische und organisatorische Schutzmaßnahmen zu entwerfen und die Ergebnisse in eine Datenschutz-Folgenabschätzung sowie konkrete Produktanforderungen zu überführen.
Inhaltsübersicht
- Datenschutzrollen, Zwecke und Datenflüsse
- Datenminimierung und selektive Offenlegung
- Nutzerkontrolle, Transparenz und UX
- Korrelation, Tracking und Pseudonymität
- Protokollierung, Aufbewahrung und Betroffenenrechte
- Datenschutz-Folgenabschätzung und Freigabe
- Lernziele und Zielgruppe
- Praxisanteil und Arbeitsunterlagen
Lernziele
- Datenflüsse, Rollen und Zwecke eines Wallet-Anwendungsfalls vollständig erfassen.
- Datenminimierung und selektive Offenlegung in Anforderungen und UX übersetzen.
- Korrelation, Tracking und unnötige Speicherung technisch und organisatorisch begrenzen.
- Betroffenenrechte, Protokollierung und Löschung prozesssicher gestalten.
- Eine belastbare Datenschutz-Folgenabschätzung mit Maßnahmenplan vorbereiten.
Zielgruppe
Datenschutzbeauftragte, Datenschutzmanagement, Produktverantwortung, Architektur, Entwicklung, Informationssicherheit, Compliance, Relying-Party- und Issuer-Teams, öffentliche Verwaltung und Revision.
Voraussetzungen
Grundkenntnisse des Datenschutzrechts und digitaler Identitätsprozesse sind hilfreich. Ein konkreter Anwendungsfall kann als Arbeitsgrundlage eingebracht werden.
Seminarinhalte
1. Datenschutzrollen, Zwecke und Datenflüsse
Erfassung von Verantwortlichkeit, gemeinsamer Verantwortlichkeit, Auftragsverarbeitung, Empfängern, Datenkategorien, Zwecken und Übermittlungen.
- Schritt 1: Issuing-, Wallet- und Presentation-Prozess in einzelne Verarbeitungsschritte zerlegen.
- Schritt 2: Daten, Metadaten, Schlüsselbezüge, Protokolle und Empfänger je Schritt inventarisieren.
- Schritt 3: Zweck, Rechtsgrundlage, Rolle und Speicherdauer pro Verarbeitung zuordnen.
- Schritt 4: unklare Verantwortungsgrenzen und nicht gedeckte Sekundärzwecke markieren.
2. Datenminimierung und selektive Offenlegung
Gestaltung minimaler Nachweisanforderungen, abgeleiteter Aussagen, Attributauswahl und kontextgerechter Präsentation.
- Schritt 1: fachliche Entscheidung von der vermeintlich benötigten Identitätsinformation trennen.
- Schritt 2: Attribute auf notwendige Aussagen, Wertebereiche oder Ja-Nein-Nachweise reduzieren.
- Schritt 3: Presentation-Anforderungen und UI-Texte auf Zweckbindung und Verständlichkeit prüfen.
- Schritt 4: Überoffenlegung durch Negativtests und fachliche Kontrollregeln verhindern.
3. Nutzerkontrolle, Transparenz und UX
Transparente Anfragen, informierte Freigabe, Wahlmöglichkeiten, Abbruch, Transaktionshistorie und Schutz vor manipulativen Gestaltungsmustern.
- Schritt 1: notwendige Informationen vor einer Freigabe nach Relevanz und Zeitpunkt strukturieren.
- Schritt 2: Anfragenden, Zweck, Datenumfang, Gültigkeit und Konsequenz verständlich darstellen.
- Schritt 3: Abbruch-, Alternativ- und Beschwerdewege ohne funktionalen Zwang gestalten.
- Schritt 4: Nutzeroberflächen mit Missverständnis-, Dark-Pattern- und Barrierefreiheitstests prüfen.
4. Korrelation, Tracking und Pseudonymität
Analyse direkter und indirekter Verknüpfungsmöglichkeiten über Identifikatoren, Schlüssel, Metadaten, Zeitmuster und zentrale Dienste.
- Schritt 1: Korrelationspfade zwischen Issuer, Wallet, Relying Parties und Infrastruktur erfassen.
- Schritt 2: Notwendigkeit und Lebensdauer stabiler Kennungen für jeden Anwendungsfall begründen.
- Schritt 3: domänenspezifische Pseudonyme, Rotationen und Metadatenreduktion bewerten.
- Schritt 4: Restrisiken und Kontrollmaßnahmen in einem Korrelationsmodell dokumentieren.
5. Protokollierung, Aufbewahrung und Betroffenenrechte
Datensparsame Nachweisführung für Sicherheit und Betrieb bei gleichzeitiger Umsetzung von Auskunft, Berichtigung, Löschung und Einschränkung.
- Schritt 1: Protokollierungszwecke und erforderliche Ereignisse nach Rollen trennen.
- Schritt 2: Inhalte, Zugriff, Integritätsschutz und Aufbewahrungsfristen festlegen.
- Schritt 3: Betroffenenanfragen über verteilte Systeme und Beteiligte als Prozess modellieren.
- Schritt 4: Lösch-, Sperr- und Nachweiskonflikte mit dokumentierten Entscheidungsregeln lösen.
6. Datenschutz-Folgenabschätzung und Freigabe
Strukturierte Bewertung von Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit, Risiken, Maßnahmen, Restrisiken und Freigaben.
- Schritt 1: Verarbeitung, Zwecke, Betroffene, Technologien und Datenflüsse konsistent beschreiben.
- Schritt 2: Risiken für Rechte und Freiheiten nach Ursache, Ereignis und Auswirkung bewerten.
- Schritt 3: Maßnahmen mit Verantwortlichkeit, Termin, Evidenz und Wirksamkeitsprüfung planen.
- Schritt 4: Restrisiko, Konsultationsbedarf und Freigabeentscheidung nachvollziehbar dokumentieren.
Praxisanteil
- Erstellung einer Datenfluss- und Rollenlandkarte für Issuing und Präsentation.
- Überarbeitung einer Attributanforderung nach dem Prinzip der Datenminimierung.
- Durchführung einer kompakten Datenschutz-Folgenabschätzung mit Risikobehandlung.
Arbeitsunterlagen
Die Arbeitsunterlagen enthalten strukturierte Checklisten, Vorlagen und Referenzmodelle für die unmittelbare Weiterarbeit im Projekt. Im Seminar werden insbesondere folgende Artefakte erstellt oder vorbereitet:
- Verzeichnis der Wallet-Datenflüsse
- Minimierungs- und Offenlegungskonzept
- Privacy-UX-Prüfkatalog
- Korrelations- und Trackinganalyse
- Logging- und Betroffenenrechtekonzept
- DSFA-Arbeitsstand und Maßnahmenplan
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, 2. Tag: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Datenschutzbeauftragte, Datenschutzmanagement, Produktverantwortung, Architektur, Entwicklung, Informationssicherheit, Compliance, Relying-Party- und Issuer-Teams, öffentliche Verwaltung und Revision. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse des Datenschutzrechts und digitaler Identitätsprozesse sind hilfreich. Ein konkreter Anwendungsfall kann als Arbeitsgrundlage eingebracht werden. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, Fallstudien, strukturierte Arbeitsaufträge und praktische Übungen |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
