Seminar / Training
Das Seminar behandelt die Vertrauensinfrastruktur des EUDI-Wallet-Ökosystems. Im Mittelpunkt stehen Rollenregistrierung, Relying-Party- und Ausstellervertrauen, Zertifikate, Vertrauenslisten, Wallet- und Geräteattestierungen, Schlüssel- und Zertifikatslebenszyklen, Status- und Sperrinformationen, Policy-Auswertung, Caching, Ausfallverhalten, grenzüberschreitende Vertrauensentscheidungen und Governance.
Drei Seminartage sind erforderlich, weil organisatorische Registrierung, PKI, technische Trust Chains, Statusprüfung und betriebliche Ausnahmefälle gemeinsam modelliert und getestet werden müssen. Die Dauer ermöglicht den Entwurf einer vollständigen Trust Policy und mehrerer Ausfall- und Kompromittierungsszenarien.
Inhaltsübersicht
- Vertrauensrollen und Governance
- Registrierung von Ausstellern und Relying Parties
- Zertifikate und Vertrauensketten
- Wallet- und Geräteattestierungen
- Status, Sperrung und Widerruf
- Trust Policy und Entscheidungsengine
- Betrieb, Ausfall und Kompromittierung
- Lernziele und Zielgruppe
- Praxisanteil und Arbeitsunterlagen
Lernziele
- Vertrauensrollen und Registrierungsprozesse im Wallet-Ökosystem modellieren.
- Zertifikats-, Attestierungs- und Schlüsselketten korrekt auswerten.
- Trust Policies für Issuer, Wallet und Relying Parties definieren.
- Status, Sperre, Caching und Ausfälle sicher behandeln.
- Kompromittierung und grenzüberschreitende Änderungen kontrolliert bewältigen.
Zielgruppe
PKI- und Trust-Architektur, Wallet-, Issuer- und Verifier-Teams, Informationssicherheit, Register- und Governance-Verantwortliche, Betrieb, Compliance, Audit und technische Programmleitung.
Voraussetzungen
Grundkenntnisse von PKI, X.509-Zertifikaten, digitalen Signaturen und verteilten Identitätssystemen.
Seminarinhalte
1. Vertrauensrollen und Governance
Abgrenzung von registrierenden Stellen, Aufsicht, Wallet-Anbietern, PID- und Attributsausstellern, Relying Parties, Zertifikats- und Statusdiensten.
- Schritt 1: Rollen, Zuständigkeiten und Entscheidungskompetenzen in einer Governance-Sicht erfassen.
- Schritt 2: Zulassungs-, Änderungs-, Sperr- und Entzugsprozesse je Rolle definieren.
- Schritt 3: organisatorische Entscheidung und technische Veröffentlichung konsistent verbinden.
- Schritt 4: Interessenkonflikte, Vier-Augen-Prinzip und Auditierbarkeit im Modell prüfen.
2. Registrierung von Ausstellern und Relying Parties
Identitätsprüfung, Anwendungszweck, erlaubte Datenanforderungen, technische Endpunkte, Schlüssel, Zertifikate und laufende Aktualisierung.
- Schritt 1: notwendige Registrierungsdaten und Nachweise je Rolle festlegen.
- Schritt 2: fachliche Zulässigkeit und technische Kontrolle getrennt prüfen.
- Schritt 3: Schlüssel, Domains, Redirects, Zwecke und erlaubte Claims registrieren.
- Schritt 4: Änderung, Ablauf, Missbrauch und Entzug als vollständigen Lifecycle modellieren.
3. Zertifikate und Vertrauensketten
Ausstellung, Validierung und Verwaltung von Zertifikaten, Ketten, Policies, Name Constraints, Verwendungszwecken und Vertrauensankern.
- Schritt 1: Zertifikatstypen und kryptografische Verwendungszwecke den Rollen zuordnen.
- Schritt 2: Ausstellung, Enrollment, Schlüsselbesitz und Identitätsbindung modellieren.
- Schritt 3: Kettenprüfung, Policy, Gültigkeit und Zweckbindung als Verifier-Regeln implementieren.
- Schritt 4: Cross-Signing, unbekannte CAs und fehlerhafte Ketten in Negativtests behandeln.
4. Wallet- und Geräteattestierungen
Attestierungen für Wallet-Instanz, Anwendung, Gerät oder sichere Komponente und deren Bedeutung für Trust und Risikobewertung.
- Schritt 1: benötigte Aussage und Assurance jeder Attestierung eindeutig definieren.
- Schritt 2: Aussteller, Schlüsselbindung, Gültigkeit und Verwendungszweck bestimmen.
- Schritt 3: Attestierung in Issuing- oder Presentation-Entscheidungen integrieren.
- Schritt 4: fehlende, abgelaufene oder kompromittierte Attestierungen mit risikobasierten Pfaden behandeln.
5. Status, Sperrung und Widerruf
Statusinformationen für Zertifikate, Credentials, Rollen und Registrierungen einschließlich Aktualität, Datenschutz und Skalierung.
- Schritt 1: Statusobjekte, Ereignisse und verantwortliche Quellen inventarisieren.
- Schritt 2: Abruf-, Push-, Listen- oder Tokenmechanismen nach Risiko und Volumen bewerten.
- Schritt 3: Cache, maximale Alterung, Offline-Fall und Fail-open-/Fail-closed-Entscheidung definieren.
- Schritt 4: Massenwiderruf oder fehlerhafte Statusquelle in einem Belastungsszenario testen.
6. Trust Policy und Entscheidungsengine
Versionierte Regeln zur Verbindung von Rolle, Zweck, Credential-Typ, Aussteller, Zertifikat, Attestierung, Status und Kontext.
- Schritt 1: fachliche Vertrauensanforderungen in maschinenlesbare Entscheidungskriterien zerlegen.
- Schritt 2: Prioritäten, Ausschlüsse, Alternativen und Mindestniveaus definieren.
- Schritt 3: Policy-Entscheidung mit vollständigem, datensparsamem Reason Code dokumentieren.
- Schritt 4: Policy-Änderungen mit Simulation, Freigabe, Rollout und Rollback absichern.
7. Betrieb, Ausfall und Kompromittierung
Verfügbarkeit von Vertrauensinformationen, Schlüsselwechsel, Zeitabweichungen, grenzüberschreitende Änderungen und koordinierte Reaktion.
- Schritt 1: kritische Trust-Dienste, Abhängigkeiten und SLOs in einer Betriebssicht erfassen.
- Schritt 2: Fallback, lokale Caches und Degradation mit klaren Sicherheitsgrenzen definieren.
- Schritt 3: kompromittierten Schlüssel oder Vertrauensanker mit Sperre, Ersatz und Kommunikation behandeln.
- Schritt 4: Wiederanlauf und Vertrauenswiederherstellung mit überprüfbaren Kriterien freigeben.
Praxisanteil
- Entwurf eines Registrierungsverfahrens für Issuer und Relying Parties.
- Implementierung einer Trust- und Zertifikatsprüfmatrix.
- Tischübung zu Massenwiderruf, Ausfall und kompromittiertem Vertrauensanker.
Arbeitsunterlagen
Die Arbeitsunterlagen enthalten strukturierte Checklisten, Vorlagen und Referenzmodelle für die unmittelbare Weiterarbeit im Projekt. Im Seminar werden insbesondere folgende Artefakte erstellt oder vorbereitet:
- Trust-Governance- und Rollenmodell
- Registrierungs- und Zulassungsverfahren
- Certificate- und Chain-Validation-Policy
- Attestation Trust Profile
- Status- und Revocation-Konzept
- Versionierte Trust Policy
- Trust-Operations- und Recovery-Plan
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | PKI- und Trust-Architektur, Wallet-, Issuer- und Verifier-Teams, Informationssicherheit, Register- und Governance-Verantwortliche, Betrieb, Compliance, Audit und technische Programmleitung. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse von PKI, X.509-Zertifikaten, digitalen Signaturen und verteilten Identitätssystemen. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, Fallstudien, strukturierte Arbeitsaufträge und praktische Übungen |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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