Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Technische Arbeitsmittel
Einordnung und Zielsetzung
Das Seminar behandelt irreversible und reversible Sicherheitsentscheidungen über den gesamten Gerätelebenszyklus. Schwerpunkt sind Lebenszykluszustände, Fuse-Planung, Debug-Freigaben, Produktionsübergang, Rückführung und sichere Wartung.
Fehler in diesem Bereich sind besonders kostspielig, weil sie Geräte dauerhaft sperren, Vertrauensanker entwerten oder ungewollte Debug-Zugänge offenlassen können. Deshalb werden Zustandswechsel, Vier-Augen-Freigaben, Testgeräte und Wiederanlaufpläne konsequent einbezogen.
Die angesetzte Dauer von 2 Tagen ist erforderlich, weil die Inhalte von „Lebenszyklus als Sicherheitszustandsmaschine“ bis „Sicherer Test- und Freigabeprozess“ fachlich aufeinander aufbauen und in 5 praktischen Arbeitsszenarien geprüft werden. Eine stärkere Kürzung würde entweder die sichere Konfiguration oder die notwendigen Positiv-, Negativ- und Wiederanlauftests verdrängen.
Zielgruppe
- Firmware- und Bootloader-Entwickler
- Produktions- und Provisionierungsverantwortliche
- Hardware-Sicherheitsarchitekten
- RMA-, Service- und Qualitätsverantwortliche
Voraussetzungen
Grundkenntnisse in Mikrocontroller- oder Prozessor-Bootvorgängen, Debug-Schnittstellen und asymmetrischen Vertrauensankern. Ein allgemeines Verständnis von Secure Boot wird vorausgesetzt.
Lernziele
- Lebenszykluszustände und zulässige Übergänge sicher planen
- Fuse-Werte, Abhängigkeiten und Irreversibilität vor der Produktion prüfen
- Secure Debug mit Authentisierung, Freigabe und Protokollierung konzipieren
- Entwicklungs-, Serien- und RMA-Geräte voneinander trennen
- Fehlkonfigurationen durch gestufte Tests und Produktionskontrollen verhindern
- Wartungs- und Rückführungsprozesse ohne dauerhafte Hintertüren gestalten
Seminarinhalte
1. Lebenszyklus als Sicherheitszustandsmaschine
- Schritt 1: Entwicklung, offene Fertigung, geschlossene Produktion, Wartung und Ausmusterung definieren.
- Schritt 2: zulässige Übergänge und verantwortliche Rollen festlegen.
- Schritt 3: reversible Konfiguration von irreversiblen Zustandsänderungen trennen.
- Schritt 4: Sicherheitsannahmen und verfügbare Dienste je Zustand dokumentieren.
2. Fuse- und Konfigurationsplanung
- Schritt 1: alle sicherheitsrelevanten Fuse-Gruppen der Zielplattform inventarisieren.
- Schritt 2: Abhängigkeiten zu Bootquelle, Schlüsselhash, Debug und Recovery analysieren.
- Schritt 3: Programmierwerte aus versionierten Eingabedaten ableiten statt manuell zu übertragen.
- Schritt 4: Readback, Plausibilitätsprüfung und Freigabeschritt vor dem Schließen definieren.
3. Entwicklungs- und Produktionsübergang
- Schritt 1: Referenzgerät, Pilotcharge und Serienprozess getrennt behandeln.
- Schritt 2: Schlüssel- und Zertifikatsmaterial für jede Stufe zuordnen.
- Schritt 3: Schließen des Geräts an erfolgreiche Boot- und Kommunikationstests binden.
- Schritt 4: Abbruch- und Quarantänepfad für unvollständig provisionierte Geräte einrichten.
4. Secure Debug und Debug-Authentisierung
- Schritt 1: benötigte Debug-Funktionen und zulässige Rollen bestimmen.
- Schritt 2: Challenge, Berechtigungsnachweis und zeitliche Gültigkeit planen.
- Schritt 3: Debug-Freigabe auf das notwendige Gerät und die notwendige Sitzung begrenzen.
- Schritt 4: Fehlversuche, Protokollierung und automatisches Wiederverriegeln definieren.
5. RMA, Service und Wiederinbetriebnahme
- Schritt 1: Feldfehler, autorisierte Reparatur und Sicherheitsvorfall unterscheiden.
- Schritt 2: Diagnosezugang ohne Offenlegung von Produktionsschlüsseln gestalten.
- Schritt 3: Geräteidentität, Nutzerdaten und Zertifikate bei Reparatur schützen.
- Schritt 4: Rückkehr in den Betrieb an erneute Integritäts- und Funktionstests koppeln.
6. Ausmusterung und Credential-Sperrung
- Schritt 1: lokale Schlüsselvernichtung und entfernte Sperrung koordinieren.
- Schritt 2: Gerät aus Backend-Zuordnung, Flottenverwaltung und Updategruppen entfernen.
- Schritt 3: Nachweise über Ausmusterung und Datenbehandlung erzeugen.
- Schritt 4: Wiederverkauf oder Recycling gegen unbeabsichtigte Reaktivierung absichern.
7. Sicherer Test- und Freigabeprozess
- Schritt 1: Fuse-Simulation und offene Testgeräte für frühe Verifikation nutzen.
- Schritt 2: Negativtests für falsche Werte, unterbrochene Programmierung und falsche Reihenfolge ausführen.
- Schritt 3: Golden Sample und Produktionsparameter revisionsfest versionieren.
- Schritt 4: Freigabekriterien für Pilot- und Serienstart festlegen.
Praxisübungen
- Erstellung einer Lebenszyklus- und Rollenmatrix
- Review eines Fuse-Manifests mit Abhängigkeiten und Sperrwirkung
- Simulation eines sicheren Übergangs vom Entwicklungs- zum Produktionszustand
- Entwurf eines zeitlich begrenzten Secure-Debug-Verfahrens
- Ausarbeitung eines RMA- und Ausmusterungsprozesses
Technische Arbeitsmittel
- Zielplattform und plattformspezifische Provisionierungswerkzeuge
- Fuse- und Lebenszyklus-Referenzdaten der eingesetzten Baureihe
- Debugger, serielle Konsole und Testimages
- Versionierte Manifeste, Freigabechecklisten und Prüfprotokolle
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Firmware- und Bootloader-Entwickler; Produktions- und Provisionierungsverantwortliche; Hardware-Sicherheitsarchitekten; RMA-, Service- und Qualitätsverantwortliche |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse in Mikrocontroller- oder Prozessor-Bootvorgängen, Debug-Schnittstellen und asymmetrischen Vertrauensankern. Ein allgemeines Verständnis von Secure Boot wird vorausgesetzt. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, schrittweise Konfiguration, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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