Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Technische Arbeitsmittel
Einordnung und Zielsetzung
Das viertägige Seminar behandelt die Integration der EdgeLock Secure Enclave in Linux- und U-Boot-basierte i.MX-9-Systeme. Bootkette, Firmwarekomponenten, Messaging, HSM-Dienste, Gerätebaum, Benutzerraumzugriff, Schlüsselpfade, Updates und Diagnose werden in einem durchgängigen Plattformaufbau verbunden.
Die Trennung zwischen ROM, Bootcontainer, U-Boot, Linux-Kernel, Treibern, Benutzerraum und Secure Enclave ist für sichere Systeme entscheidend. Jede Schicht erhält klar begrenzte Verantwortlichkeiten und überprüfbare Übergabepunkte.
Die angesetzte Dauer von 4 Tagen ist erforderlich, weil die Inhalte von „i.MX-9-Sicherheitsarchitektur“ bis „BSP-Integration und automatisierter Build“ fachlich aufeinander aufbauen und in 7 praktischen Arbeitsszenarien geprüft werden. Eine stärkere Kürzung würde entweder die sichere Konfiguration oder die notwendigen Positiv-, Negativ- und Wiederanlauftests verdrängen.
Zielgruppe
- Embedded-Linux- und BSP-Entwickler
- U-Boot- und Bootchain-Integratoren
- i.MX-9-System- und Sicherheitsarchitekten
- Entwickler sicherer Linux-Dienste und Updatekomponenten
Voraussetzungen
Gute Linux- und Shell-Kenntnisse, Erfahrung mit U-Boot, Cross-Compilation und Gerätebaum sowie Grundkenntnisse in Secure Boot und Public-Key-Kryptografie.
Lernziele
- i.MX-9-Bootkette und EdgeLock-Verantwortlichkeiten korrekt zuordnen
- U-Boot, Kernel, Treiber und Benutzerraum sicher konfigurieren
- HSM- und Schlüsselservices aus geeigneten Schichten nutzen
- AHAB-Vertrauen und Linux-Imagefluss durchgängig verbinden
- Updates, Recovery und Anti-Rollback in die Plattform integrieren
- Start-, Kommunikations- und Berechtigungsfehler systematisch diagnostizieren
Seminarinhalte
1. i.MX-9-Sicherheitsarchitektur
- Schritt 1: Prozessorkerne, Secure Enclave, Speicher und Bootquellen im Blockbild zuordnen.
- Schritt 2: Vertrauensgrenzen zwischen ROM, Firmware, U-Boot, Kernel und Anwendungen markieren.
- Schritt 3: Capability- und Plattformvarianten für das Zielsystem erfassen.
- Schritt 4: kritische Daten- und Schlüsselpfade als Grundlage der Integration dokumentieren.
2. Bootcontainer und AHAB-Kette
- Schritt 1: Bootartefakte und ihre Signaturbeziehungen bestimmen.
- Schritt 2: Containererstellung, Signierung und Zusammenbau reproduzierbar skripten.
- Schritt 3: Vertrauensanker und Lebenszykluszustand berücksichtigen.
- Schritt 4: gültige und manipulierte Bootartefakte auf der Zielplattform prüfen.
3. U-Boot-Integration
- Schritt 1: Startreihenfolge und benötigte Secure-Enclave-Komponenten kontrollieren.
- Schritt 2: U-Boot-Konfiguration und relevante Befehlswege auf Minimalprinzip prüfen.
- Schritt 3: Bootvariablen und Umgebungsdaten gegen unkontrollierte Änderung absichern.
- Schritt 4: Übergabe an Kernel und Gerätebaum mit eindeutigen Zustandsinformationen gestalten.
4. Gerätebaum und Ressourcenzuordnung
- Schritt 1: Kommunikationskanäle, reservierten Speicher und Geräteinstanzen abbilden.
- Schritt 2: Zugriffsrechte und Besitzverhältnisse zwischen Firmware und Kernel abstimmen.
- Schritt 3: Fehlkonfigurationen durch Vergleich mit Laufzeitinformationen erkennen.
- Schritt 4: Varianten für mehrere Boards oder SoC-Ausführungen wartbar strukturieren.
5. Kernel-Treiber und Messaging
- Schritt 1: Treiberinitialisierung und Abhängigkeiten in der Bootreihenfolge nachvollziehen.
- Schritt 2: Nachrichtenkanal, Puffer und Synchronisation prüfen.
- Schritt 3: Timeout, Reset und verzögerte Enclave-Bereitschaft behandeln.
- Schritt 4: Kernelprotokolle mit Secure-Enclave-Status korrelieren.
6. HSM-Dienste im Linux-Benutzerraum
- Schritt 1: geeignete Bibliotheks- und Dienstarchitektur auswählen.
- Schritt 2: Sessions, Key Stores und Prozesseigentum sicher verwalten.
- Schritt 3: Dateirechte, Gruppen und Dienstisolation nach Minimalprinzip konfigurieren.
- Schritt 4: Schlüsseloperationen anbieten, ohne private Schlüssel in Dateien abzulegen.
7. Boot- und Daten-Schlüsselpfade
- Schritt 1: Bootschlüssel, Geräteidentität, Anwendungsschlüssel und Updateschlüssel trennen.
- Schritt 2: Schlüsselobjekte an Dienstrollen und Lebensdauer binden.
- Schritt 3: geschützte NVM und Linux-Dateisystemdaten sinnvoll kombinieren.
- Schritt 4: Backup-, Restore- und Migrationsgrenzen dokumentieren.
8. Linux-Service-Härtung
- Schritt 1: Security-Service mit restriktivem Benutzer, Gruppen und Prozessrechten betreiben.
- Schritt 2: Eingaben, Puffergrößen und Aufrufrate begrenzen.
- Schritt 3: Fehlerausgaben und Protokolle gegen Geheimnisoffenlegung prüfen.
- Schritt 4: Startabhängigkeiten und Neustartverhalten mit Systemdiensten kontrollieren.
9. Update und Recovery
- Schritt 1: Bootloader-, Kernel-, Dateisystem- und Enclave-relevante Artefakte versionieren.
- Schritt 2: Signaturprüfung und Anti-Rollback über den vollständigen Updatepfad sicherstellen.
- Schritt 3: A/B- oder Recovery-Konzept mit Bootzähler und Erfolgskriterium verbinden.
- Schritt 4: unterbrochenes Update und beschädigte Partitionen reproduzierbar testen.
10. Diagnose und Performance
- Schritt 1: Bootzeit und Dienstinitialisierung mit Zeitmarken messen.
- Schritt 2: Nachrichten-, Puffer- und Kryptodienstlatenz getrennt erfassen.
- Schritt 3: Fehler zwischen U-Boot, Kernel, Treiber und Benutzerraum lokalisieren.
- Schritt 4: Mess- und Diagnosedaten in eine technische Freigabe überführen.
11. BSP-Integration und automatisierter Build
- Schritt 1: Konfiguration, Patches und Signierschritte in das Buildsystem integrieren.
- Schritt 2: Schlüsselzugriff vom normalen Build trennen.
- Schritt 3: reproduzierbare Artefakt- und Versionsinformationen erzeugen.
- Schritt 4: CI-Prüfungen für Signatur, Bootcontainer und Konfiguration definieren.
Praxisübungen
- Analyse und Dokumentation einer i.MX-9-Bootkette
- Erzeugung eines signierten Bootcontainers und Manipulationstest
- Konfiguration relevanter Gerätebaum- und Treiberkomponenten
- Aufbau eines Benutzerraumdienstes für geschützte Schlüsseloperationen
- Integration eines signierten Update- und Recovery-Pfads
- Diagnose eines absichtlich eingebauten Start- oder Kommunikationsfehlers
- Einbindung der Sicherheitsartefakte in einen reproduzierbaren BSP-Build
Technische Arbeitsmittel
- Geeignetes i.MX-9-Evaluierungsboard
- Linux-BSP, Cross-Toolchain, U-Boot und Gerätebaumwerkzeuge
- HSM-API-Komponenten und Secure-Enclave-Firmware der Zielplattform
- Signier-, Image- und Provisionierungswerkzeuge
- Serielle Konsole, Debugger, Tracing und automatisierte Boottests
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Embedded-Linux- und BSP-Entwickler; U-Boot- und Bootchain-Integratoren; i.MX-9-System- und Sicherheitsarchitekten; Entwickler sicherer Linux-Dienste und Updatekomponenten |
| Voraussetzungen: | Gute Linux- und Shell-Kenntnisse, Erfahrung mit U-Boot, Cross-Compilation und Gerätebaum sowie Grundkenntnisse in Secure Boot und Public-Key-Kryptografie. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, schrittweise Konfiguration, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
