Bekannte CVEs decken nur Schwachstellen bereits identifizierter Komponenten ab. Produktspezifische Implementierungsfehler, unsichere Konfigurationen, eingebettete Geheimnisse und neue Angriffsmuster erfordern zusätzliche statische Analyse und eine sorgfältige technische Validierung der konkreten Firmware.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Seminarinhalte
- Praxiswerkstatt
- Kompetenzziele
Zielsetzung
Ziel ist die eigenständige Triage statisch erkannter Sicherheitsprobleme. Fundstellen, Datenflüsse und Angriffsvoraussetzungen werden analysiert, echte Risiken werden von unkritischen Treffern getrennt und eigene Prüfregeln sowie verifizierbare Behebungsanforderungen werden entwickelt.
Zielgruppe
Product Security, Firmware- und Embedded-Entwicklung, Security Testing, PSIRT, DevSecOps, technische Qualitätssicherung und Security Architecture
Voraussetzungen
Grundkenntnisse zu Firmware, Programmierung oder technischer Schwachstellenanalyse; Erfahrung mit Shell, C/C++ oder eingebetteten Systemen ist hilfreich
Seminarinhalte
Modul 1: Bekannte und unbekannte Schwachstellen
CVE-basierte Komponentenanalyse und statische Issue-Erkennung werden methodisch voneinander abgegrenzt.
- Schritt 1: Komponenten-CVEs, Konfigurationsfehler und implementierungsnahe Schwachstellen unterscheiden.
- Schritt 2: Grenzen automatischer Analyse und notwendige manuelle Validierung benennen.
- Schritt 3: Triage-Kriterien für Evidenz, Exposition, Ausnutzbarkeit und Auswirkung festlegen.
Modul 2: Analyseobjekte und Fundstellenevidenz
Dateien, Binärprogramme, Skripte und Konfigurationen werden im Firmwarekontext nachvollzogen.
- Schritt 1: Issue-Übersicht nach Kategorie, Schwere und Artefakttyp filtern.
- Schritt 2: Fundstelle, Funktionskontext, Zeichenketten, Aufrufbeziehungen und Dateipfad prüfen.
- Schritt 3: Erkannte Evidenz mit Produktfunktion und Ausführungsumgebung abgleichen.
Modul 3: Unsichere Kommunikation und Kryptografie
Schwache Protokolle und kryptografische Fehlkonfigurationen werden nach tatsächlicher Nutzung bewertet.
- Schritt 1: Unsichere Endpunkte, Protokolle, Zertifikatsprüfungen und Algorithmen identifizieren.
- Schritt 2: Client-, Server- und Updatekommunikation im Produktkontext zuordnen.
- Schritt 3: Exposition, Schutzbedarf und mögliche Manipulations- oder Abhörauswirkung bewerten.
Modul 4: Fest codierte Geheimnisse und Zugangsdaten
Schlüssel, Tokens und Passwörter werden nicht nur gefunden, sondern nach Rolle und Verwertbarkeit beurteilt.
- Schritt 1: Potenzielle Secrets nach Typ, Entropie, Fundstelle und Wiederverwendung untersuchen.
- Schritt 2: Test-, Beispiel- und Produktionswerte voneinander abgrenzen.
- Schritt 3: Rotations-, Provisionierungs- und sichere Speichermaßnahmen als Behebung definieren.
Modul 5: Command Injection und unsichere Eingaben
Datenflüsse von extern kontrollierbaren Quellen zu gefährlichen Senken werden nachvollzogen.
- Schritt 1: Quelle, Transformation und Senke eines gemeldeten Datenflusses prüfen.
- Schritt 2: Validierung, Escaping, Berechtigungen und Aufrufkontext untersuchen.
- Schritt 3: Reproduzierbarkeit und mögliche Angriffskette mit konkreten Annahmen dokumentieren.
Modul 6: Speicher- und Binärsicherheitsprobleme
Pufferfehler, unsichere Funktionen und fehlende Schutzmechanismen werden risikobasiert eingeordnet.
- Schritt 1: Betroffene Funktion und verwendete Bibliotheks- oder Systemaufrufe untersuchen.
- Schritt 2: Eingabekontrolle, erreichbare Codepfade und Prozessprivilegien bewerten.
- Schritt 3: Compilerhärtung, sichere Alternativen und Testanforderungen als Maßnahmen festlegen.
Modul 7: False Positives und Triage-Entscheidung
Automatische Treffer werden anhand einheitlicher technischer Kriterien bestätigt oder verworfen.
- Schritt 1: Vollständigkeit und Plausibilität der Erkennungsevidenz prüfen.
- Schritt 2: Erreichbarkeit, kontrollierbare Eingabe und Sicherheitsauswirkung bewerten.
- Schritt 3: Status, Begründung, Restunsicherheit und erforderliche Zusatzprüfung dokumentieren.
Modul 8: Custom Analysis Profiles und OQL
Organisationseigene Regeln fokussieren Analysen auf Produkttechnologien und interne Standards.
- Schritt 1: Bestehende Kategorien und Regeln nach Produktrelevanz auswählen.
- Schritt 2: Eine OQL-Abfrage für Dateien, Komponenten oder Sicherheitsmerkmale formulieren.
- Schritt 3: Analyseprofil testen, Trefferqualität bewerten und versioniert freigeben.
Modul 9: Remediation und Fix-Verifikation
Behebungsanforderungen werden so formuliert, dass ihre Wirksamkeit objektiv überprüfbar ist.
- Schritt 1: Ursache, betroffener Codepfad und sichere Zielimplementierung beschreiben.
- Schritt 2: Akzeptanztest und erwartete Änderung im Analyseergebnis definieren.
- Schritt 3: Neue Firmware analysieren und Schließung oder verbleibendes Restrisiko dokumentieren.
Praxiswerkstatt
- Arbeitsschritt 1: Statische Issues aus mehreren Kategorien nach Evidenz, Exposition und Auswirkung vorpriorisieren.
- Arbeitsschritt 2: Für einen Command-Injection- oder Secret-Befund Fundstelle, Datenfluss und Angriffspfad validieren.
- Arbeitsschritt 3: False Positive, echter Befund und verbleibende Unsicherheit mit einheitlicher Triage-Begründung dokumentieren.
- Arbeitsschritt 4: Eine eigene OQL-Abfrage oder ein Analyseprofil entwerfen und anhand der Trefferqualität prüfen.
- Arbeitsschritt 5: Behebungsanforderung und Fix-Verifikation für eine neue Firmwareversion durchführen.
Kompetenzziele
- CVE-basierte und statische Schwachstellenerkennung methodisch unterscheiden
- Fundstellen, Datenflüsse und Angriffspfade technisch validieren
- Secrets, unsichere Kommunikation, Injection- und Speicherprobleme risikobasiert bewerten
- False Positives nachvollziehbar behandeln
- Eigene Analyseprofile und OQL-Regeln entwickeln
- Remediation mit objektiver Reanalyse verifizieren
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weiterer Tag: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Product Security, Firmware- und Embedded-Entwicklung, Security Testing, PSIRT, DevSecOps, technische Qualitätssicherung und Security Architecture |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse zu Firmware, Programmierung oder technischer Schwachstellenanalyse; Erfahrung mit Shell, C/C++ oder eingebetteten Systemen ist hilfreich |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachvortrag, Demonstrationen, angeleitete Schritt-für-Schritt-Übungen, Fallstudien und praktische Arbeiten am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen, wahlweise vegetarisch |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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