Seminar KNX – IP-Netzwerke, KNXnet/IP und Routing mit ETS6

Schwerpunkt und Nutzen

KNX-IP-Verbindungen verbinden Gebäudeautomation und IT-Infrastruktur. Fehler in Subnetzen, VLANs, Multicast, Tunneladressen oder Routertopologie können dieselben Symptome erzeugen wie ein KNX-Projektfehler. Das Seminar behandelt beide Sichtweisen in einem gemeinsamen Diagnosemodell.

Ein Labor mit mehreren TP-Linien, IP-Schnittstellen, IP-Routern und segmentiertem Netzwerk wird schrittweise aufgebaut. Tunneling und Routing werden eingerichtet, überwacht und gezielt gestört. Netzwerk- und ETS6-Beobachtungen werden zeitlich korreliert, bevor eine Korrektur erfolgt.

Inhaltsübersicht

  • Schwerpunkt und Nutzen
  • Lernziele
  • Schrittweise Seminarinhalte
  • Tag 1: IP-Grundlagen und Tunneling
  • Tag 2: Routing, Backbone und Multicast
  • Tag 3: Diagnose, Sicherheit und Architekturprüfung
  • Praxisaufgaben
  • Zielgruppe und Voraussetzungen
  • Didaktik und Arbeitsweise

Lernziele

  • Relevante IPv4-, Subnetz-, VLAN- und Multicast-Grundlagen anwenden
  • KNXnet/IP-Tunneling sicher einrichten und parallel betreiben
  • IP-Router topologisch korrekt als Linien- oder Bereichskoppler verwenden
  • Routing, Filterung und Telegrammwege über den Backbone prüfen
  • Netzwerk- und KNX-Fehler mit einer gemeinsamen Prüfkette trennen
  • Eine skalierbare und wartbare KNX-IP-Struktur dokumentieren

Schrittweise Seminarinhalte

Jeder Themenblock folgt derselben Arbeitslogik: Ausgangslage und Sollverhalten festlegen, relevante ETS6- und Anlagenobjekte modellieren, Konfiguration schrittweise umsetzen, Funktion mit Positiv- und Negativfällen prüfen und den technischen Prüfbefund dokumentieren.

Tag 1: IP-Grundlagen und Tunneling

  1. Schritt 1: IP-Grundlagen für KNX Adressierung, Subnetze, Gateways, VLANs, Ports und grundlegende Paketwege werden auf den KNX-IP-Einsatz zugeschnitten. Ein Netzplan verbindet IT- und KNX-Sicht; Erreichbarkeit, Namenskonzept und Verantwortungsgrenzen werden geprüft, bevor Tunneling oder Routing eingerichtet wird.
  2. Schritt 2: Schnittstellen, Verbindungsauswahl und Buszugang USB-, IP-Tunneling- und lokale Schnittstellen werden im ETS6-Verbindungsmanager eingerichtet, benannt und priorisiert. Erreichbarkeit, individuelle Adresse, Buszugriff und mögliche Parallelverbindungen werden geprüft; anschließend entsteht ein Standard für Baustelle, Servicezugang und Fernwartungsumgebung.
  3. Schritt 3: KNXnet/IP-Tunneling und Schnittstellenbetrieb Tunneling-Verbindungen werden eingerichtet, mehreren Arbeitsplätzen zugeordnet und hinsichtlich Kanalanzahl, individueller Adressen und gleichzeitiger Zugriffe getestet. Fehler durch falsche IP-Konfiguration, belegte Tunnel oder ungeeignete Schnittstellenadressen werden gezielt erzeugt und behoben.
  4. Schritt 4: Diagnose von KNX-IP-Verbindungen Erreichbarkeit, Tunnelstatus, Routing, Latenz und Paketverlust werden mit einer festen Prüfkette bewertet. Änderungen an Switch, VLAN, Firewall oder Router werden nur nach Sicherung des Ausgangszustands vorgenommen; jedes Ergebnis wird sowohl auf IP- als auch auf KNX-Ebene bestätigt.

Tagesprüfung: Die am 1. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 2: Routing, Backbone und Multicast

  1. Schritt 1: Komplexe und verteilte Topologien Mehrere Gebäudeteile, Technikzentralen, Außenbereiche und IP-Backbones werden zu einer skalierbaren Gesamtstruktur verbunden. Varianten mit Linienkopplern, Bereichskopplern und IP-Routern werden verglichen; Filterung, Ausfallszenarien, Wartungszugänge und Reservekapazitäten fließen in die Entscheidung ein.
  2. Schritt 2: KNXnet/IP-Routing und Backbone IP-Router werden als Linien- oder Bereichskoppler geplant und mit korrekter Topologie, Routing-Parametern und Filterverhalten versehen. Telegrammwege zwischen TP-Linien und IP-Backbone werden verfolgt; die Planung berücksichtigt Erweiterung, Wartung und Auswirkungen eines Netzwerkausfalls.
  3. Schritt 3: Multicast, Switch-Konfiguration und Netzsegmentierung Multicast-Verhalten, IGMP-Funktionen und mögliche Filterungen im Netzwerk werden anhand eines kontrollierten Testaufbaus untersucht. KNX-IP-Kommunikation wird mit Netzwerkdiagnose und ETS6-Monitoring parallel beobachtet, sodass Fehler zwischen KNX-Konfiguration und IT-Infrastruktur klar getrennt werden.
  4. Schritt 4: Kopplerparameter und Filtertabellen Filtertabellen werden aus den Kommunikationsbeziehungen abgeleitet und anschließend gezielt kontrolliert. Durch definierte Positiv- und Negativtests wird geprüft, ob Gruppenkommunikation nur die vorgesehenen Liniengrenzen überschreitet und ob Diagnose-, Management- und Sicherheitsfunktionen weiterhin erreichbar bleiben.

Tagesprüfung: Die am 2. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 3: Diagnose, Sicherheit und Architekturprüfung

  1. Schritt 1: Gruppenmonitor, Busmonitor und Filter Gruppenmonitor und Busmonitor werden für unterschiedliche Diagnoseziele eingesetzt und mit Zeit-, Adress- sowie Ereignisfiltern kombiniert. Telegramme werden nach Quelle, Ziel, Datenpunkttyp, Wert, Wiederholung und Bestätigung bewertet; relevante Ausschnitte werden als Diagnosebeleg gesichert.
  2. Schritt 2: KNX IP Secure planen und in Betrieb nehmen IP-Router und Schnittstellen werden mit Sicherheitsmodus, Schlüsseln und zulässigen Kommunikationswegen eingerichtet. Sichere und unsichere Varianten werden verglichen; Tunneling, Routing, Diagnosezugang und Austausch eines Geräts werden mit festgelegten Positiv- und Negativtests geprüft.
  3. Schritt 3: Kontrollierte Fehlerfälle und Negativtests Typische Fehler wie falsche Gruppenadresse, ungeeigneter Datenpunkttyp, blockiertes Filter, doppelte physikalische Adresse oder fehlende Rückmeldung werden gezielt eingebaut. Die Diagnose wird unter Zeitdruck wiederholt; Ursache, Korrektur, Wirksamkeitsprüfung und Präventionsmaßnahme werden in einem einheitlichen Störungsprotokoll festgehalten.
  4. Schritt 4: ETS6-Berichte und technische Nachweise Projekt-, Topologie-, Geräte-, Parameter- und Gruppenadressinformationen werden zu einem konsistenten Dokumentationspaket zusammengestellt. Berichte werden auf Verständlichkeit, Versionsstand und Übereinstimmung mit der realen Anlage geprüft, bevor sie für Abnahme, Betrieb oder spätere Erweiterung freigegeben werden.

Tagesprüfung: Die am 3. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Praxisaufgaben

  1. Übung 1: Einen Netzplan mit KNX-IP-Schnittstellen, Routern, Subnetzen und Verantwortlichkeiten erstellen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  2. Übung 2: Mehrere Tunneling-Verbindungen einrichten und Kanal- sowie Adresskonflikte beheben. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  3. Übung 3: Zwei TP-Linien über IP-Routing verbinden und Telegrammwege nachweisen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  4. Übung 4: Multicast- oder VLAN-Fehler zwischen Switch und ETS6 systematisch eingrenzen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  5. Übung 5: Eine Architekturprüfung mit Filter-, Secure- und Wartungsanforderungen dokumentieren. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: KNX-Systemintegratoren, Elektro- und TGA-Fachkräfte, Netzwerkadministration, Inbetriebnahme, Service sowie Planungs- und Betriebsteams für verteilte Gebäudeautomation.

Voraussetzungen: Sichere KNX- und ETS6-Grundkenntnisse. Grundwissen zu IPv4-Adressen und Subnetzen ist hilfreich; die für KNX relevanten Netzwerkthemen werden systematisch aufgebaut.

Didaktik und Arbeitsweise

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch ETS6-Demonstrationen, strukturierte Laboraufgaben und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Übung werden Ausgangsstand, Prüfkriterien und Dokumentationspflicht vorgegeben. Änderungen erfolgen einzeln und nachvollziehbar; eine Korrektur gilt erst nach Wiederholung des ursprünglichen Tests als bestätigt.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: KNX-Systemintegratoren, Elektro- und TGA-Fachkräfte, Netzwerkadministration, Inbetriebnahme, Service sowie Planungs- und Betriebsteams für verteilte Gebäudeautomation.
Voraussetzungen: Sichere KNX- und ETS6-Grundkenntnisse. Grundwissen zu IPv4-Adressen und Subnetzen ist hilfreich; die für KNX relevanten Netzwerkthemen werden systematisch aufgebaut.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, strukturierte ETS6- und Laborübungen, kontrollierte Fehlerfälle und technische Prüflisten
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Graz 3 Tage
Wien 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
Stream live 3 Tage
Innsbruck 3 Tage
Stream gespeichert 3 Tage
Klagenfurt 3 Tage
Bregenz 3 Tage
Linz 3 Tage
Salzburg 3 Tage
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