Seminar Mobile App Hardening, RASP und Anti-Tampering für Wallets

Seminarprofil

Clientseitige Härtung wird als gestaffeltes Schutzsystem mit klaren Grenzen verstanden. Die Teilnehmenden lernen, Schutzmaßnahmen risikobasiert einzusetzen und ihre tatsächliche Wirksamkeit durch Angreifertests zu überprüfen.

Die Veranstaltung vermeidet Scheinsicherheit: Jede Kontrolle wird auf Umgehbarkeit, False Positives, Plattformabhängigkeit und notwendige Backend-Gegenmaßnahmen untersucht.

Inhaltsverzeichnis

  • Seminarprofil
  • Zielgruppe
  • Voraussetzungen
  • Lernziele
  • Fachliche Schwerpunkte
  • Mobile Angriffsfläche und Schutzschichten
  • Build-Härtung, Signierung und Anti-Repackaging
  • Obfuskation und Schutz sensibler Implementierungsdetails
  • RASP, Hooking-Erkennung und Laufzeitreaktionen
  • Sichere lokale Speicherung und Geheimnisbehandlung
  • Anti-Tampering und serverseitige Gegenprüfung
  • Grenzen der Härtung und belastbare Sicherheitsannahmen
  • Statische Analyse und Reverse Engineering
  • Dynamische Analyse und Laufzeitbeobachtung
  • Praxisaufgaben
  • Einordnung in das Seminarprogramm

Zielgruppe

  • Android- und iOS-Entwickler
  • Mobile-Security-Engineers
  • App-Schutz- und Product-Security-Teams
  • Penetrationstester

Voraussetzungen

Gute Kenntnisse in mobiler App-Entwicklung. Grundkenntnisse in Reverse Engineering und Backend-Sicherheit sind hilfreich.

Lernziele

  • Wallet-Angriffsflächen und schützenswerte Codepfade priorisieren.
  • Obfuskation, RASP und Anti-Tampering sinnvoll konfigurieren.
  • Lokale Daten und Schlüssel plattformgerecht schützen.
  • Client-Kontrollen mit Attestation und Backend-Prüfungen verbinden.
  • Härtungsmaßnahmen durch statische und dynamische Tests bewerten.

Fachliche Schwerpunkte

Mobile Angriffsfläche und Schutzschichten

Wallet-Apps sind Reverse Engineering, Hooking, Repackaging, Debugging, Overlay-Angriffen und unsicherer lokaler Speicherung ausgesetzt. Schutzmaßnahmen werden als gestaffelte Kontrollen geplant.

  1. Angriffsflächen in Binärdatei, Laufzeit, IPC, WebViews, Speicher und Netzwerk erfassen.
  2. Schutzbedarf je Codepfad und Datenklasse priorisieren.
  3. Präventive, detektive und reaktive Kontrollen kombinieren.
  4. Wirksamkeit und Umgehbarkeit durch realistische Tests bewerten.

Build-Härtung, Signierung und Anti-Repackaging

Der Build-Prozess muss sicherstellen, dass nur autorisierte Artefakte veröffentlicht und vom Backend akzeptiert werden. Behandelt werden Signaturschutz, Varianten und reproduzierbare Nachweise.

  1. Build-Identitäten, Signierschlüssel und Freigaberollen trennen.
  2. Debug- und Testfunktionen aus Produktionsartefakten entfernen.
  3. App-Signatur und Paketidentität in Backend-Entscheidungen einbinden.
  4. Repackaging, inoffizielle Verteilung und manipulierte Varianten erkennen.

Obfuskation und Schutz sensibler Implementierungsdetails

Obfuskation erhöht den Analyseaufwand, ersetzt aber keine sichere Architektur. Der Baustein bestimmt, welche Code- und Datenbereiche geschützt werden und wie die Wirksamkeit geprüft wird.

  1. Sicherheitskritische Klassen, Kontrollflüsse und Konstanten identifizieren.
  2. Namens-, Kontrollfluss- und String-Obfuskation risikobasiert konfigurieren.
  3. Reflection, Serialisierung und Diagnosefähigkeit gegen Nebenwirkungen testen.
  4. Schutzgrad durch erneute statische und dynamische Analyse verifizieren.

RASP, Hooking-Erkennung und Laufzeitreaktionen

Runtime Application Self-Protection kann Manipulationen erkennen, darf aber nicht als alleinige Vertrauensquelle dienen. Entscheidend sind robuste Signale und abgestufte Reaktionen.

  1. Relevante Laufzeitindikatoren für Debugger, Hooking, Root oder Jailbreak auswählen.
  2. Signale diversifizieren und gegen einfache Patch- oder Bypass-Techniken härten.
  3. Reaktionen von Telemetrie über Step-up bis Funktionssperre staffeln.
  4. Umgehungsversuche, False Positives und Plattformänderungen kontinuierlich testen.

Sichere lokale Speicherung und Geheimnisbehandlung

Wallet-Daten werden nach Sensitivität getrennt und nur soweit lokal gespeichert, wie der Geschäftsprozess es verlangt. Hardwaregestützte Schlüssel und verschlüsselte Datencontainer werden korrekt kombiniert.

  1. Lokale Datenbestände, Caches, Protokolle und temporäre Dateien inventarisieren.
  2. Schlüssel und Daten nach Exportierbarkeit, Nutzerfreigabe und Lebensdauer klassifizieren.
  3. Betriebssystem-KeyStore, Secure Enclave oder Secure Element korrekt nutzen.
  4. Backup-Ausschluss, Löschung, Sperrstatus und Gerätewechsel testen.

Anti-Tampering und serverseitige Gegenprüfung

Clientseitige Schutzmaßnahmen werden mit serverseitigen Plausibilitäts- und Integritätsprüfungen verbunden. Dadurch führt das Umgehen einer einzelnen Kontrolle nicht automatisch zum vollständigen Missbrauch.

  1. Manipulationsziele und kritische Entscheidungen im Client identifizieren.
  2. Integritätsprüfungen, Attestation und Protokollschutz kombinieren.
  3. Sicherheitskritische Entscheidungen auf das Backend verlagern.
  4. Inkonsistenzen zwischen Clientstatus, Attestation und Geschäftsprozess erkennen.

Grenzen der Härtung und belastbare Sicherheitsannahmen

Keine App-Härtung macht ein vollständig kompromittiertes Gerät vertrauenswürdig. Der Baustein legt fest, welche Risiken reduziert, nur erkannt oder nicht beherrscht werden können.

  1. Kontrollen nach Prävention, Erkennung, Verzögerung und Beweiswert klassifizieren.
  2. Bypass-Kosten und Abhängigkeiten vom Angreifermodell bewerten.
  3. Unvermeidbare Client-Risiken durch Backend-Limits und Transaktionskontrollen begrenzen.
  4. Annahmen und Restrisiken für Architektur, Audit und Zertifizierung dokumentieren.

Statische Analyse und Reverse Engineering

Binärdatei, Ressourcen, Konfiguration und Abhängigkeiten werden auf Geheimnisse, unsichere Pfade und manipulierbare Kontrollen untersucht.

  1. Paketstruktur, Signaturen, Berechtigungen und eingebettete Komponenten erfassen.
  2. Kritische Datenflüsse, Kryptografie und Backend-Endpunkte rekonstruieren.
  3. Obfuskation und Anti-Tampering auf Umgehbarkeit bewerten.
  4. Hypothesen für dynamische Tests und Angriffsketten ableiten.

Dynamische Analyse und Laufzeitbeobachtung

Die App wird bei realen Wallet-Abläufen beobachtet. Speicher, Netzwerk, IPC, lokale Dateien und Fehlersituationen liefern Hinweise auf verwertbare Schwächen.

  1. Onboarding, Nutzung, Recovery und Sperrung als Testpfade instrumentieren.
  2. Netzwerk, Dateisystem, Speicher und Systemaufrufe beobachten.
  3. Manipulierte Eingaben, Fehlerzustände und unterbrochene Abläufe erzeugen.
  4. Befunde reproduzieren und ihre geschäftliche Wirkung nachweisen.

Praxisaufgaben

  • Analyse einer Beispiel-Wallet auf lokale Daten, Debug-Pfade und manipulierbare Kontrollen.
  • Härtungsplan nach Schutzbedarf und Angreifermodell.
  • Hooking- und Repackaging-Test mit Beobachtung serverseitiger Gegenkontrollen.
  • Bewertung von False Positives und abgestuften Laufzeitreaktionen.

Einordnung in das Seminarprogramm

Das Einzelseminar kann eigenständig besucht oder in einen Rollenpfad für Architektur, Entwicklung, Betrieb, Recovery, Testing oder Zertifizierung eingeordnet werden. Die Herstellerseite ordnet alle Angebote nach Einstieg, technischer Vertiefung und Assurance.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Android- und iOS-Entwickler, Mobile Security, Product Security, Penetrationstester
Voraussetzungen: Gute Kenntnisse in mobiler App-Entwicklung; Security-Grundkenntnisse
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, Fallstudien und moderierte Architekturarbeit
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Klagenfurt 3 Tage
Bregenz 3 Tage
Linz 3 Tage
Salzburg 3 Tage
Graz 3 Tage
Wien 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
Stream live 3 Tage
Innsbruck 3 Tage
Stream gespeichert 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
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