Seminarbeschreibung
Das Seminar entwickelt eine prüfbare Härtungsbaseline für SonicWall-Firewalls. Managementschutz, Segmentierung, Regelqualität, Sicherheitsprofile, TLS-Inspektion, Identität, Protokollierung, Sicherung und regelmäßige Abweichungsprüfung werden in konkrete Maßnahmen überführt.
Inhaltsverzeichnis
- Kompetenzziele
- Zielgruppe und Vorkenntnisse
- Lernblock 1: Grundkonfiguration und sichere Administration
- Lernblock 2: Interfaces, Zonen und Sicherheitsgrenzen
- Lernblock 3: VLANs und Netzwerksegmentierung
- Lernblock 4: Zugriffsregeln nach dem Minimalprinzip
- Lernblock 5: Intrusion Prevention, Malware-Schutz und Sicherheitsprofile
- Lernblock 6: Anwendungssteuerung und Inhaltsfilterung
- Lernblock 7: TLS-Inspektion, Zertifikate und Ausnahmen
- Lernblock 8: Benutzeridentität, Verzeichnisdienste und Rollen
- Lernblock 9: Firewall-Härtung und administrative Schutzmaßnahmen
- Lernblock 10: Monitoring, Protokollierung und Alarmierung
- Lernblock 11: Konfigurationssicherung, Firmwarepflege und Rückfallplanung
- Lernblock 12: Abschließende Praxiswerkstatt
- Einordnung in den Lernpfad
Kompetenzziele
- Architektur und Abhängigkeiten des Lernpfads Security fachlich einordnen.
- Konfigurationen aus einem dokumentierten Sollzustand in nachvollziehbaren Schritten umsetzen.
- Wirksamkeit durch Positiv-, Negativ-, Ausfall- und Fehlerfalltests belegen.
- Betrieb, Änderung, Sicherung und Diagnose in wiederholbare Verfahren überführen.
Zielgruppe
Firewall-, Netzwerk- und Security-Administratoren sowie Auditoren mit technischem Schwerpunkt.
Vorkenntnisse
Kenntnisse der SonicOS-Grundadministration und vorhandene Erfahrung mit Firewallregeln.
Lernblock 1: Grundkonfiguration und sichere Administration
Die Basiskonfiguration wird so aufgebaut, dass spätere Änderungen nachvollziehbar und risikoarm erfolgen.
- Managementzugang über ein dediziertes Netz oder eine klar begrenzte Verwaltungszone planen.
- Gerätenamen, Zeitzone, DNS, NTP und Benachrichtigungsparameter konsistent konfigurieren.
- Administrative Konten nach Rollen trennen und nicht benötigte Standardzugänge deaktivieren.
- Zugriffsprotokolle, erlaubte Quellnetze und Sitzungsgrenzen für die Verwaltung einschränken.
- Ausgangskonfiguration sichern, Prüfsumme und Ablageort protokollieren und einen Rückweg definieren.
Praxisübung: Einrichtung eines gehärteten Managementzugangs einschließlich Rollenprüfung und Konfigurationssicherung.
Lernblock 2: Interfaces, Zonen und Sicherheitsgrenzen
Interfaces und Zonen bilden das technische Gerüst für Regeln, NAT, VPN und Sicherheitsdienste.
- Physische und logische Interfaces anhand des Netzplans eindeutig benennen und adressieren.
- Zonen nach Schutzbedarf statt nur nach technischer Topologie definieren.
- Managementdienste je Interface auf das notwendige Minimum reduzieren.
- Interzonen-Kommunikation als explizite Datenflussmatrix erfassen.
- Konnektivität schrittweise mit Gateway-, ARP- und Erreichbarkeitstests prüfen.
Praxisübung: Aufbau einer mehrzonigen Laborstruktur mit LAN, DMZ, WAN und Managementsegment.
Lernblock 3: VLANs und Netzwerksegmentierung
Segmentierung begrenzt Ausbreitungswege und vereinfacht die Durchsetzung unterschiedlicher Schutzprofile.
- VLAN-Bedarf aus Rollen, Anwendungen, Standorten und Schutzklassen ableiten.
- VLAN-Subinterfaces mit eindeutiger Kennzeichnung, Tag und Adressierung anlegen.
- DHCP-, Relay- oder statische Adressierung je Segment kontrolliert bereitstellen.
- Erlaubte Übergänge zwischen Segmenten mit einem Minimalprinzip festlegen.
- Segmentgrenzen durch Positiv- und Negativtests sowie Protokollauswertung verifizieren.
Praxisübung: Einrichtung von Benutzer-, Server- und Gastsegmenten einschließlich kontrollierter Übergänge.
Lernblock 4: Zugriffsregeln nach dem Minimalprinzip
Regeln werden aus dokumentierten Geschäftsanforderungen abgeleitet und technisch eng begrenzt.
- Anforderung in Quelle, Ziel, Dienst, Benutzerbezug, Zeitfenster und Schutzprofil zerlegen.
- Wiederverwendbare Adress- und Dienstobjekte mit eindeutigen Namen erstellen.
- Spezifische Freigaben vor allgemeinen Regeln positionieren und implizite Abhängigkeiten vermeiden.
- Protokollierung und Kommentar so setzen, dass Zweck und Genehmigung später erkennbar bleiben.
- Regel mit erlaubten und ausdrücklich unerlaubten Testfällen prüfen und das Ergebnis dokumentieren.
Praxisübung: Umsetzung einer abgestuften Regelbasis für Benutzer, Server, Administration und Gastzugriffe.
Lernblock 5: Intrusion Prevention, Malware-Schutz und Sicherheitsprofile
Die Sicherheitsdienste werden risikobasiert aktiviert, abgestimmt und in kontrollierten Schritten ausgerollt.
- Verfügbare Schutzdienste, Signaturstatus und Lizenzlaufzeiten kontrollieren.
- Schutzprofile nach Datenfluss und Kritikalität statt als pauschale Globaleinstellung entwickeln.
- Erkennungs- und Blockiermodus zunächst für ausgewählte Verkehrsgruppen festlegen.
- Ausnahmen nur mit konkreter Begründung, begrenztem Geltungsbereich und Ablaufdatum erstellen.
- Treffer, Fehlalarme und Leistungswerte regelmäßig auswerten und Profile nachschärfen.
Praxisübung: Aktivierung eines abgestuften Schutzprofils und Auswertung kontrollierter Testereignisse.
Lernblock 6: Anwendungssteuerung und Inhaltsfilterung
Anwendungen und Webkategorien werden anhand betrieblicher Rollen und nicht allein anhand von Ports gesteuert.
- Nutzungsanforderungen und verbotene Anwendungsklassen je Benutzergruppe aufnehmen.
- Anwendungs- und Inhaltskategorien in abgestufte Richtlinien überführen.
- Identitätsbezug, Zeitpläne und Bandbreitenvorgaben in die Richtlinie einarbeiten.
- Warnen, protokollieren und blockieren als getrennte Einführungsstufen planen.
- Trefferlisten prüfen und begründete Ausnahmen mit Eigentümer und Ablaufdatum verwalten.
Praxisübung: Erstellung einer rollenbasierten Richtlinie für Webzugriffe und ausgewählte Anwendungsklassen.
Lernblock 7: TLS-Inspektion, Zertifikate und Ausnahmen
Verschlüsselter Datenverkehr wird kontrolliert geprüft, ohne Vertrauensketten oder sensible Prozesse unnötig zu beeinträchtigen.
- Inspektionsbedarf, rechtliche Rahmenbedingungen und technisch nicht prüfbare Anwendungen erfassen.
- Interne Zertifizierungsstelle, Vertrauenskette und Verteilung des Inspektionszertifikats vorbereiten.
- Ein- und ausgehende Inspektionsrichtlinien mit klaren Quell- und Zielgruppen definieren.
- Ausnahmen für technisch oder organisatorisch begründete Ziele minimal und nachvollziehbar anlegen.
- Handshake, Zertifikatspfad, Anwendungskompatibilität und Protokollierung systematisch testen.
Praxisübung: Einrichtung einer begrenzten ausgehenden TLS-Inspektion einschließlich Zertifikats- und Ausnahmetest.
Lernblock 8: Benutzeridentität, Verzeichnisdienste und Rollen
Identitätsbasierte Regeln verbinden technische Datenflüsse mit nachvollziehbaren Benutzer- und Gruppenrechten.
- Verzeichnisstruktur, Gruppenmodell und benötigte Attribute vor der Anbindung erfassen.
- LDAP- oder vergleichbare Verzeichnisanbindung mit einem minimal berechtigten Dienstkonto konfigurieren.
- Gruppenauflösung, Zeitabweichung, Namensauflösung und Zertifikatsvertrauen kontrollieren.
- Benutzer- und Gruppenobjekte den vorgesehenen Zugriffsregeln zuordnen.
- Anmeldung, Gruppenwechsel, Fehlerfall und Protokollierung mit Testkonten prüfen.
Praxisübung: Anbindung eines Laborverzeichnisses und Umsetzung einer gruppenabhängigen Zugriffsregel.
Lernblock 9: Firewall-Härtung und administrative Schutzmaßnahmen
Die Härtung reduziert Angriffsfläche und Fehlkonfigurationen, ohne den geregelten Betrieb zu behindern.
- Nicht benötigte Dienste, Interfaces, Regeln, Objekte und Administrationswege identifizieren.
- Managementzugriff auf vertrauenswürdige Netze, starke Authentisierung und getrennte Rollen begrenzen.
- Unsichere Protokolle, schwache kryptografische Verfahren und veraltete Gegenstellen beseitigen.
- Regelwerk, Sicherheitsprofile und Ausnahmen auf unnötige Reichweite prüfen.
- Härtungsstand als prüfbare Baseline dokumentieren und regelmäßige Abweichungsprüfung einplanen.
Praxisübung: Durchführung eines strukturierten Härtungschecks mit Maßnahmenliste und Priorisierung.
Lernblock 10: Monitoring, Protokollierung und Alarmierung
Betriebsdaten werden so erfasst, dass Abweichungen früh sichtbar und Vorfälle rekonstruierbar werden.
- Relevante System-, Sicherheits-, VPN- und Administrationsereignisse nach Priorität klassifizieren.
- Lokale Aufbewahrung, zentrale Weiterleitung und Zeitsynchronisation aufeinander abstimmen.
- Dashboards und Filter für Tagesbetrieb, Störung und Sicherheitsvorfall definieren.
- Alarmgrenzen mit Zuständigkeit, Eskalationsweg und Bearbeitungsfrist versehen.
- Regelmäßig einen vollständigen Ereignisweg vom Auslöser bis zur zentralen Anzeige testen.
Praxisübung: Aufbau eines Betriebsdashboards und Prüfung einer Alarmkette anhand eines kontrollierten Ereignisses.
Lernblock 11: Konfigurationssicherung, Firmwarepflege und Rückfallplanung
Änderungen und Updates werden mit gesichertem Ausgangszustand, Prüfplan und dokumentiertem Rückweg durchgeführt.
- Aktuelle Konfiguration, Zertifikate, Lizenzstatus und Geräteinformationen vollständig sichern.
- Release- und Kompatibilitätsprüfung für Zielversion, Dienste und Gegenstellen durchführen.
- Wartungsfenster, Kommunikationsplan, Erfolgskriterien und Abbruchschwellen festlegen.
- Update in der vorgesehenen Reihenfolge ausführen und jeden Neustart kontrollieren.
- Funktionstest, Protokollprüfung und gegebenenfalls Rückfall auf den gesicherten Zustand durchführen.
Praxisübung: Simulation eines Firmwarewechsels mit Checkliste, Funktionstest und dokumentierter Rückfallentscheidung.
Lernblock 12: Abschließende Praxiswerkstatt
Die zuvor erarbeiteten Bausteine werden in einem zusammenhängenden Szenario geplant, umgesetzt und geprüft.
- Ausgangslage, Anforderungen, Schutzbedarf und messbare Abnahmekriterien analysieren.
- Zielkonfiguration und Arbeitsschritte mit Abhängigkeiten und Rückfallpunkten planen.
- Konfiguration in einer nachvollziehbaren Reihenfolge umsetzen und Zwischenstände sichern.
- Positiv-, Negativ-, Ausfall- und Wiederherstellungstests durchführen.
- Ergebnis, Abweichungen, Betriebsübergabe und offene Maßnahmen dokumentieren.
Praxisübung: Durchgängige Umsetzung eines Szenarios mit technischer Abnahme und Betriebsübergabe.
Einordnung in den Lernpfad
Der Kurs gehört zum Lernpfad Security. Die angesetzte Dauer von 2 Tagen folgt aus Umfang, Abhängigkeiten und notwendigem Praxisanteil. Für den produktiven Einsatz werden die erarbeiteten Checklisten, Testfälle und Betriebsnachweise als wiederverwendbare Arbeitsgrundlage geführt.
Fachbereichsleitung, Trainingsleitung und Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Firewall-, Netzwerk- und Security-Administratoren sowie Auditoren mit technischem Schwerpunkt. |
| Voraussetzungen: | Kenntnisse der SonicOS-Grundadministration und vorhandene Erfahrung mit Firewallregeln. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, strukturierte Fehleranalyse |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - alle Seminare mit Trainer vor Ort; Webinar nur bei ausdrücklicher Buchung |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmenden |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja |
| Verpflegung: | Kalt- und Warmgetränke, Mittagessen wahlweise vegetarisch |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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