Seminarbeschreibung
Dieses Intensivseminar bündelt die vollständige Firewall-Kernadministration mit Sicherheitsdiensten, TLS-Inspektion, Identität, Standort- und Fernzugriff, Hochverfügbarkeit, Härtung und Diagnose. Das Labornetz wird über fünf Tage schrittweise aufgebaut und in Ausfall- sowie Sicherheitsfällen geprüft.
Inhaltsverzeichnis
- Kompetenzziele
- Zielgruppe und Vorkenntnisse
- Lernblock 1: Plattformarchitektur, SonicOS 8 und Lizenzmodell
- Lernblock 2: Grundkonfiguration und sichere Administration
- Lernblock 3: Interfaces, Zonen und Sicherheitsgrenzen
- Lernblock 4: VLANs und Netzwerksegmentierung
- Lernblock 5: Routing, Pfadauswahl und Erreichbarkeit
- Lernblock 6: NAT-Richtlinien systematisch entwickeln
- Lernblock 7: Zugriffsregeln nach dem Minimalprinzip
- Lernblock 8: Intrusion Prevention, Malware-Schutz und Sicherheitsprofile
- Lernblock 9: Anwendungssteuerung und Inhaltsfilterung
- Lernblock 10: TLS-Inspektion, Zertifikate und Ausnahmen
- Lernblock 11: Benutzeridentität, Verzeichnisdienste und Rollen
- Lernblock 12: IKE, IPsec und kryptografische Grundlagen
- Lernblock 13: Site-to-Site-VPN konfigurieren
- Lernblock 14: IPsec-VPN überwachen und entstören
- Lernblock 15: Remote-Access-Architektur und Clientauswahl
- Lernblock 16: SSL-VPN und Zugriffsrichtlinien konfigurieren
- Lernblock 17: SAML, Mehrfaktorauthentisierung und Zertifikatsvertrauen
- Lernblock 18: Hochverfügbarkeitsdesign und Voraussetzungen
- Lernblock 19: HA-Konfiguration und Zustandssynchronisation
- Lernblock 20: Failover-Tests, Wartung und Fehlerbehebung
- Lernblock 21: Firewall-Härtung und administrative Schutzmaßnahmen
- Lernblock 22: Paketmonitor, Verbindungen und Diagnoseinformationen
- Lernblock 23: Abschließende Praxiswerkstatt
- Einordnung in den Lernpfad
Kompetenzziele
- Architektur und Abhängigkeiten des Lernpfads Intensiv fachlich einordnen.
- Konfigurationen aus einem dokumentierten Sollzustand in nachvollziehbaren Schritten umsetzen.
- Wirksamkeit durch Positiv-, Negativ-, Ausfall- und Fehlerfalltests belegen.
- Betrieb, Änderung, Sicherung und Diagnose in wiederholbare Verfahren überführen.
Zielgruppe
Netzwerk- und Security-Administratoren, System Engineers und technische Betreiber mit umfassender Firewall-Verantwortung.
Vorkenntnisse
Solide TCP/IP-, Routing- und VLAN-Kenntnisse; praktische Firewall-Erfahrung ist vorteilhaft.
Lernblock 1: Plattformarchitektur, SonicOS 8 und Lizenzmodell
Die technische Einordnung schafft eine belastbare Grundlage für alle folgenden Konfigurationsschritte.
- Firewall-Modelle, virtuelle Varianten und typische Einsatzgrenzen nach Standortgröße und Datenverkehr einordnen.
- Management-, Daten- und Sicherheitsebene voneinander abgrenzen und ihre Abhängigkeiten dokumentieren.
- SonicOS-Version, Firmwarestand, registrierte Dienste und Laufzeiten in einer Bestandsübersicht erfassen.
- Lizenzierte Sicherheitsdienste den vorgesehenen Schutzfunktionen und den betroffenen Datenpfaden zuordnen.
- Eine Zielarchitektur mit Verantwortlichkeiten, Administrationswegen und Freigabeprozess festlegen.
Praxisübung: Bestandsaufnahme einer bereitgestellten Appliance oder Laborinstanz und Erstellung eines kompakten Architekturblatts.
Lernblock 2: Grundkonfiguration und sichere Administration
Die Basiskonfiguration wird so aufgebaut, dass spätere Änderungen nachvollziehbar und risikoarm erfolgen.
- Managementzugang über ein dediziertes Netz oder eine klar begrenzte Verwaltungszone planen.
- Gerätenamen, Zeitzone, DNS, NTP und Benachrichtigungsparameter konsistent konfigurieren.
- Administrative Konten nach Rollen trennen und nicht benötigte Standardzugänge deaktivieren.
- Zugriffsprotokolle, erlaubte Quellnetze und Sitzungsgrenzen für die Verwaltung einschränken.
- Ausgangskonfiguration sichern, Prüfsumme und Ablageort protokollieren und einen Rückweg definieren.
Praxisübung: Einrichtung eines gehärteten Managementzugangs einschließlich Rollenprüfung und Konfigurationssicherung.
Lernblock 3: Interfaces, Zonen und Sicherheitsgrenzen
Interfaces und Zonen bilden das technische Gerüst für Regeln, NAT, VPN und Sicherheitsdienste.
- Physische und logische Interfaces anhand des Netzplans eindeutig benennen und adressieren.
- Zonen nach Schutzbedarf statt nur nach technischer Topologie definieren.
- Managementdienste je Interface auf das notwendige Minimum reduzieren.
- Interzonen-Kommunikation als explizite Datenflussmatrix erfassen.
- Konnektivität schrittweise mit Gateway-, ARP- und Erreichbarkeitstests prüfen.
Praxisübung: Aufbau einer mehrzonigen Laborstruktur mit LAN, DMZ, WAN und Managementsegment.
Lernblock 4: VLANs und Netzwerksegmentierung
Segmentierung begrenzt Ausbreitungswege und vereinfacht die Durchsetzung unterschiedlicher Schutzprofile.
- VLAN-Bedarf aus Rollen, Anwendungen, Standorten und Schutzklassen ableiten.
- VLAN-Subinterfaces mit eindeutiger Kennzeichnung, Tag und Adressierung anlegen.
- DHCP-, Relay- oder statische Adressierung je Segment kontrolliert bereitstellen.
- Erlaubte Übergänge zwischen Segmenten mit einem Minimalprinzip festlegen.
- Segmentgrenzen durch Positiv- und Negativtests sowie Protokollauswertung verifizieren.
Praxisübung: Einrichtung von Benutzer-, Server- und Gastsegmenten einschließlich kontrollierter Übergänge.
Lernblock 5: Routing, Pfadauswahl und Erreichbarkeit
Eine nachvollziehbare Routingstruktur verhindert asymmetrische Pfade und erleichtert die Fehleranalyse.
- Direkt verbundene, statische und dynamisch gelernte Routen in einer Pfadübersicht zusammenführen.
- Metriken, Prioritäten und Fallback-Pfade für jede relevante Zielgruppe festlegen.
- Policy-basierte Routen nur für klar begründete Sonderfälle definieren.
- Rückwege und mögliche Asymmetrien bereits vor der Regelprüfung kontrollieren.
- Routingentscheidungen mit Diagnosewerkzeugen und gezielten Testpaketen nachvollziehen.
Praxisübung: Erstellung einer redundanten Pfadsteuerung und Prüfung des Rückwegs für mehrere Zielnetze.
Lernblock 6: NAT-Richtlinien systematisch entwickeln
NAT wird getrennt von Zugriffsregeln geplant, damit Adressumsetzung und Berechtigung eindeutig bleiben.
- Quell-, Ziel-, Dienst- und Interfacebezug jedes Datenflusses vor der Umsetzung erfassen.
- Original- und übersetzte Objekte mit konsistentem Namensschema anlegen.
- Ausgehende, eingehende und ausgenommene Datenflüsse getrennt modellieren.
- Regelreihenfolge auf Überschneidungen und unbeabsichtigte Schattenregeln prüfen.
- Umsetzung mit Paketmonitor, Verbindungsübersicht und Gegenstellenprotokoll validieren.
Praxisübung: Konfiguration von Source NAT, veröffentlichtem Dienst und einer gezielten NAT-Ausnahme.
Lernblock 7: Zugriffsregeln nach dem Minimalprinzip
Regeln werden aus dokumentierten Geschäftsanforderungen abgeleitet und technisch eng begrenzt.
- Anforderung in Quelle, Ziel, Dienst, Benutzerbezug, Zeitfenster und Schutzprofil zerlegen.
- Wiederverwendbare Adress- und Dienstobjekte mit eindeutigen Namen erstellen.
- Spezifische Freigaben vor allgemeinen Regeln positionieren und implizite Abhängigkeiten vermeiden.
- Protokollierung und Kommentar so setzen, dass Zweck und Genehmigung später erkennbar bleiben.
- Regel mit erlaubten und ausdrücklich unerlaubten Testfällen prüfen und das Ergebnis dokumentieren.
Praxisübung: Umsetzung einer abgestuften Regelbasis für Benutzer, Server, Administration und Gastzugriffe.
Lernblock 8: Intrusion Prevention, Malware-Schutz und Sicherheitsprofile
Die Sicherheitsdienste werden risikobasiert aktiviert, abgestimmt und in kontrollierten Schritten ausgerollt.
- Verfügbare Schutzdienste, Signaturstatus und Lizenzlaufzeiten kontrollieren.
- Schutzprofile nach Datenfluss und Kritikalität statt als pauschale Globaleinstellung entwickeln.
- Erkennungs- und Blockiermodus zunächst für ausgewählte Verkehrsgruppen festlegen.
- Ausnahmen nur mit konkreter Begründung, begrenztem Geltungsbereich und Ablaufdatum erstellen.
- Treffer, Fehlalarme und Leistungswerte regelmäßig auswerten und Profile nachschärfen.
Praxisübung: Aktivierung eines abgestuften Schutzprofils und Auswertung kontrollierter Testereignisse.
Lernblock 9: Anwendungssteuerung und Inhaltsfilterung
Anwendungen und Webkategorien werden anhand betrieblicher Rollen und nicht allein anhand von Ports gesteuert.
- Nutzungsanforderungen und verbotene Anwendungsklassen je Benutzergruppe aufnehmen.
- Anwendungs- und Inhaltskategorien in abgestufte Richtlinien überführen.
- Identitätsbezug, Zeitpläne und Bandbreitenvorgaben in die Richtlinie einarbeiten.
- Warnen, protokollieren und blockieren als getrennte Einführungsstufen planen.
- Trefferlisten prüfen und begründete Ausnahmen mit Eigentümer und Ablaufdatum verwalten.
Praxisübung: Erstellung einer rollenbasierten Richtlinie für Webzugriffe und ausgewählte Anwendungsklassen.
Lernblock 10: TLS-Inspektion, Zertifikate und Ausnahmen
Verschlüsselter Datenverkehr wird kontrolliert geprüft, ohne Vertrauensketten oder sensible Prozesse unnötig zu beeinträchtigen.
- Inspektionsbedarf, rechtliche Rahmenbedingungen und technisch nicht prüfbare Anwendungen erfassen.
- Interne Zertifizierungsstelle, Vertrauenskette und Verteilung des Inspektionszertifikats vorbereiten.
- Ein- und ausgehende Inspektionsrichtlinien mit klaren Quell- und Zielgruppen definieren.
- Ausnahmen für technisch oder organisatorisch begründete Ziele minimal und nachvollziehbar anlegen.
- Handshake, Zertifikatspfad, Anwendungskompatibilität und Protokollierung systematisch testen.
Praxisübung: Einrichtung einer begrenzten ausgehenden TLS-Inspektion einschließlich Zertifikats- und Ausnahmetest.
Lernblock 11: Benutzeridentität, Verzeichnisdienste und Rollen
Identitätsbasierte Regeln verbinden technische Datenflüsse mit nachvollziehbaren Benutzer- und Gruppenrechten.
- Verzeichnisstruktur, Gruppenmodell und benötigte Attribute vor der Anbindung erfassen.
- LDAP- oder vergleichbare Verzeichnisanbindung mit einem minimal berechtigten Dienstkonto konfigurieren.
- Gruppenauflösung, Zeitabweichung, Namensauflösung und Zertifikatsvertrauen kontrollieren.
- Benutzer- und Gruppenobjekte den vorgesehenen Zugriffsregeln zuordnen.
- Anmeldung, Gruppenwechsel, Fehlerfall und Protokollierung mit Testkonten prüfen.
Praxisübung: Anbindung eines Laborverzeichnisses und Umsetzung einer gruppenabhängigen Zugriffsregel.
Lernblock 12: IKE, IPsec und kryptografische Grundlagen
Ein gemeinsames Verständnis der Aushandlungsphasen verhindert widersprüchliche Parameter an den Gegenstellen.
- Authentisierung, Schlüsselaustausch und Datenverschlüsselung den jeweiligen Aushandlungsphasen zuordnen.
- Algorithmen, Schlüssellängen, Lebenszeiten und Perfect Forward Secrecy nach Sicherheitsvorgabe auswählen.
- Pre-Shared Keys und Zertifikate hinsichtlich Betrieb, Wechsel und Skalierbarkeit vergleichen.
- Lokale und entfernte Netze sowie mögliche Adressüberschneidungen vollständig erfassen.
- NAT-Traversal, Dead Peer Detection und Wiederaufbauverhalten für den Einsatzfall festlegen.
Praxisübung: Ableitung eines kompatiblen und gehärteten Vorschlagssatzes für zwei vorgegebene Gegenstellen.
Lernblock 13: Site-to-Site-VPN konfigurieren
Der Tunnel wird zusammen mit Routing, NAT-Ausnahmen und Zugriffsregeln als vollständiger Datenpfad umgesetzt.
- VPN-Typ und Adressierungsmodell anhand der Routing- und Redundanzanforderung auswählen.
- Lokale und entfernte Gateways, Identitäten und Vorschläge konsistent konfigurieren.
- Netzdefinitionen oder Tunnelinterfaces anlegen und erforderliche Routen ergänzen.
- NAT-Ausnahmen und Zugriffsregeln für beide Richtungen explizit umsetzen.
- Tunnelaufbau, Nutzdatenverkehr, Rückweg und Wiederaufbau mit kontrollierten Tests prüfen.
Praxisübung: Aufbau eines standortübergreifenden Tunnels mit bidirektionalem Test und dokumentierter Regelabhängigkeit.
Lernblock 14: IPsec-VPN überwachen und entstören
Aushandlungsfehler und Nutzdatenprobleme werden getrennt untersucht, damit die Ursache nicht verdeckt wird.
- Tunnelstatus und Zeitstempel kontrollieren und zwischen IKE- und IPsec-Problem unterscheiden.
- Identitäten, Vorschläge, Lebenszeiten und Authentisierungsdaten beider Seiten abgleichen.
- Selektoren, Routen, NAT-Ausnahmen und Regeln für den Nutzdatenpfad prüfen.
- Protokolle und Paketaufzeichnung zeitlich korrelieren und die erste Abweichung identifizieren.
- Korrektur einzeln umsetzen, Tunnel neu aushandeln und beide Richtungen erneut testen.
Praxisübung: Diagnose mehrerer vorbereiteter Fehlerbilder von der Phase-1-Störung bis zum fehlenden Rückweg.
Lernblock 15: Remote-Access-Architektur und Clientauswahl
Fernzugriff wird nach Anwendung, Endgerät, Identität und notwendiger Netzreichweite gestaltet.
- Anwendungsfälle in Webzugriff, vollständigen Netzwerktunnel und administrativen Sonderzugriff gliedern.
- Geeigneten Client- oder Portalzugang für Betriebssysteme und Geräteeigentum festlegen.
- Adresspools, DNS, Routen, Split-Tunneling und erreichbare Zielnetze planen.
- Benutzergruppen, Geräteanforderungen und Freigabezeiten in einer Zugriffsmatrix dokumentieren.
- Kapazität, Zertifikate, Supportweg und Notfallzugang in das Betriebsmodell aufnehmen.
Praxisübung: Entwurf eines Remote-Access-Konzepts für interne Geräte, externe Partner und Administration.
Lernblock 16: SSL-VPN und Zugriffsrichtlinien konfigurieren
Der Fernzugriff wird mit klaren Benutzerrechten und begrenzten Zielnetzen in Betrieb genommen.
- SSL-VPN-Bereich, Adresspool, DNS und Clientrouten ohne Überschneidungen konfigurieren.
- Benutzer oder Verzeichnisgruppen den vorgesehenen Diensten und Zielnetzen zuordnen.
- Firewallregeln für den Verkehr aus der SSL-VPN-Zone minimal freigeben.
- Clientprofil, Verbindungsparameter und Zertifikatsprüfung für die unterstützten Plattformen festlegen.
- Anmeldung, Adressvergabe, Namensauflösung, Zielzugriff und Abmeldung vollständig testen.
Praxisübung: Einrichtung eines gruppenbasierten Fernzugriffs mit unterschiedlichem Zielumfang.
Lernblock 17: SAML, Mehrfaktorauthentisierung und Zertifikatsvertrauen
Föderierte Anmeldung wird als vollständige Vertrauenskette zwischen Dienst, Identitätsanbieter und Benutzer geprüft.
- Entitäten, Rücksprungadressen, Zertifikate und benötigte Attribute vor der Konfiguration erfassen.
- Dienstanbieter- und Identitätsanbieterparameter wechselseitig und ohne manuelle Abweichungen hinterlegen.
- Gruppen- oder Rollenattribute eindeutig den lokalen Berechtigungen zuordnen.
- Mehrfaktorauthentisierung und Ausnahmeregeln nach Schutzbedarf festlegen.
- Erfolgsfall, abgelaufenes Zertifikat, fehlendes Attribut und Zeitabweichung kontrolliert testen.
Praxisübung: Anbindung eines Labor-Identitätsanbieters einschließlich Gruppenmapping und MFA-Testfällen.
Lernblock 18: Hochverfügbarkeitsdesign und Voraussetzungen
Ein belastbares HA-Konzept beginnt mit identischen Plattformen, klarer Verkabelung und definierten Fehlerfällen.
- Kompatibilität von Modellen, Firmware, Lizenzen und Schnittstellenbelegung beider Systeme prüfen.
- Primär-, Sekundär-, Steuerungs- und gegebenenfalls Überwachungsverbindungen im Netzplan kennzeichnen.
- Gemeinsame virtuelle Adressen, Managementadressen und Abhängigkeiten zu Switches und Providern festlegen.
- Zu überwachende Interfaces, Ziele und Ausfallkriterien nach Geschäftsrelevanz auswählen.
- Failover-, Wartungs- und Split-Brain-Szenarien mit erwarteter Reaktion dokumentieren.
Praxisübung: Erstellung eines HA-Anschluss- und Testplans für eine zweigliedrige Firewall-Umgebung.
Lernblock 19: HA-Konfiguration und Zustandssynchronisation
Die Paarbildung wird kontrolliert aufgebaut und vor Produktivverkehr vollständig verifiziert.
- Ausgangskonfigurationen sichern und beide Systeme auf einen kompatiblen Softwarestand bringen.
- HA-Rollen, Partnerkennung und dedizierte Steuerungsverbindung konfigurieren.
- Synchronisation der Konfiguration und, soweit vorgesehen, der Verbindungszustände aktivieren.
- Status, Serienzuordnung, Lizenzübernahme und Konfigurationsgleichheit auf beiden Knoten prüfen.
- Managementzugriff auf aktiven und passiven Knoten getrennt testen und dokumentieren.
Praxisübung: Aufbau eines HA-Paars im Labor einschließlich Synchronisations- und Rollenprüfung.
Lernblock 20: Failover-Tests, Wartung und Fehlerbehebung
Geplante Umschaltungen müssen dieselben Prüfungen bestehen wie echte Ausfälle.
- Messpunkte für Paketverlust, Sitzungsfortbestand, VPN-Verhalten und Wiederanlaufzeit festlegen.
- Manuelle Umschaltung auslösen und Statusänderung auf beiden Knoten beobachten.
- Interface-, Pfad-, Strom- und Gerätausfall nacheinander kontrolliert simulieren.
- Ungeplantes Zurückschalten vermeiden und Wiederaufnahme des Normalbetriebs bewusst steuern.
- Abweichungen anhand von HA-Status, Ereignisprotokollen und Verkabelung systematisch eingrenzen.
Praxisübung: Durchführung einer abgestuften Failover-Matrix mit dokumentierten Messwerten und Rückkehr zum Sollzustand.
Lernblock 21: Firewall-Härtung und administrative Schutzmaßnahmen
Die Härtung reduziert Angriffsfläche und Fehlkonfigurationen, ohne den geregelten Betrieb zu behindern.
- Nicht benötigte Dienste, Interfaces, Regeln, Objekte und Administrationswege identifizieren.
- Managementzugriff auf vertrauenswürdige Netze, starke Authentisierung und getrennte Rollen begrenzen.
- Unsichere Protokolle, schwache kryptografische Verfahren und veraltete Gegenstellen beseitigen.
- Regelwerk, Sicherheitsprofile und Ausnahmen auf unnötige Reichweite prüfen.
- Härtungsstand als prüfbare Baseline dokumentieren und regelmäßige Abweichungsprüfung einplanen.
Praxisübung: Durchführung eines strukturierten Härtungschecks mit Maßnahmenliste und Priorisierung.
Lernblock 22: Paketmonitor, Verbindungen und Diagnoseinformationen
Paket- und Sitzungsdaten zeigen, an welcher Stelle ein Datenfluss zugelassen, verändert oder verworfen wird.
- Filter aus Quelladresse, Zieladresse, Dienst, Interface und Richtung ableiten.
- Paketaufzeichnung so begrenzen, dass relevante Daten ohne unnötige Last erfasst werden.
- Eingang, Regelentscheidung, NAT, Routing, Sicherheitsprüfung und Ausgang nacheinander nachvollziehen.
- Drop-Codes, Verbindungszustände und zugehörige Protokolle miteinander korrelieren.
- Aufzeichnung beenden, sensible Daten behandeln und aussagekräftige Befunde sichern.
Praxisübung: Analyse eines absichtlich fehlerhaften Datenflusses vom ersten Paket bis zur korrigierten Verbindung.
Lernblock 23: Abschließende Praxiswerkstatt
Die zuvor erarbeiteten Bausteine werden in einem zusammenhängenden Szenario geplant, umgesetzt und geprüft.
- Ausgangslage, Anforderungen, Schutzbedarf und messbare Abnahmekriterien analysieren.
- Zielkonfiguration und Arbeitsschritte mit Abhängigkeiten und Rückfallpunkten planen.
- Konfiguration in einer nachvollziehbaren Reihenfolge umsetzen und Zwischenstände sichern.
- Positiv-, Negativ-, Ausfall- und Wiederherstellungstests durchführen.
- Ergebnis, Abweichungen, Betriebsübergabe und offene Maßnahmen dokumentieren.
Praxisübung: Durchgängige Umsetzung eines Szenarios mit technischer Abnahme und Betriebsübergabe.
Einordnung in den Lernpfad
Der Kurs gehört zum Lernpfad Intensiv. Die angesetzte Dauer von 5 Tagen folgt aus Umfang, Abhängigkeiten und notwendigem Praxisanteil. Für den produktiven Einsatz werden die erarbeiteten Checklisten, Testfälle und Betriebsnachweise als wiederverwendbare Arbeitsgrundlage geführt.
Fachbereichsleitung, Trainingsleitung und Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Netzwerk- und Security-Administratoren, System Engineers und technische Betreiber mit umfassender Firewall-Verantwortung. |
| Voraussetzungen: | Solide TCP/IP-, Routing- und VLAN-Kenntnisse; praktische Firewall-Erfahrung ist vorteilhaft. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, strukturierte Fehleranalyse |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - alle Seminare mit Trainer vor Ort; Webinar nur bei ausdrücklicher Buchung |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmenden |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja |
| Verpflegung: | Kalt- und Warmgetränke, Mittagessen wahlweise vegetarisch |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
