Eine schnelle Datenbank löst keine unzuverlässige Datenaufnahme. Der Kurs entwickelt daher eine komplette Ingestion-Strecke von Quelle und Datenvertrag über Parsing und Zielmodell bis zu Fehlerpfad, Wiederanlauf und Betriebsüberwachung.
Streaming wird mit Batch- und Nachladeverfahren kombiniert. Besonderes Gewicht liegt auf idempotenter Verarbeitung, Schemaänderungen, verspäteten Ereignissen, Materialized Views und der kontrollierten Reaktion auf Rückstau oder Teilausfälle.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung und Abgrenzung
- Tag 1: Ingestion-Architektur, Formate und Zieltabellen
- Tag 2: Kafka-Anbindung und kontrollierte Streamverarbeitung
- Tag 3: Materialisierung, Deduplizierung und Produktionsbetrieb
- Praxisaufgaben und Prüfpunkte
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Zielsetzung und Abgrenzung
- Batch-, Push-, Pull- und Streaming-Muster nach Latenz, Durchsatz und Fehlertoleranz auswählen.
- Kafka-basierte Datenaufnahme mit kontrollierten Formaten, Zieltabellen und Materialized Views aufbauen.
- Duplikate, verspätete Daten, Schemaänderungen und fehlerhafte Ereignisse deterministisch behandeln.
- Durchsatz, Rückstau, Latenz und Datenqualität mit messbaren Betriebskennzahlen steuern.
- Backfill und Wiederanlauf ohne unkontrollierte Doppelverarbeitung durchführen.
Didaktische Bemessung: Drei Tage sind erforderlich, weil Datenvertrag und Batch-Basis, Kafka-Strecke sowie Materialisierung und Betriebsfehler getrennte Laborphasen bilden. Für realistische Rückstau-, Wiederanlauf- und Schemaänderungstests reicht ein zweitägiges Format nicht aus.
Seminarinhalte
Tag 1: Ingestion-Architektur, Formate und Zieltabellen
- Schritt 1: Quellen, Datenraten, Latenzziele, Batchgrößen, Ereignisschlüssel und Wiederholungsanforderungen erfassen.
- Schritt 2: Datenvertrag mit Pflichtfeldern, Datentypen, Zeitsemantik, Version und Fehlerklassifikation definieren.
- Schritt 3: JSON-, CSV-, RowBinary- und spaltenorientierte Formate nach Größe, Parsingkosten und Evolutionsfähigkeit vergleichen.
- Schritt 4: Roh-, Bereinigungs- und Fachschicht mit klarer Verantwortung und Aufbewahrung entwerfen.
- Schritt 5: Zieltabellen mit geeignetem Sortierschlüssel, Partitionierung und Deduplizierungsstrategie erstellen.
- Schritt 6: Synchronen und asynchronen Insert hinsichtlich Batchbildung, Rückmeldung und Fehlerbehandlung testen.
- Schritt 7: Ein initiales Backfill mit kontrollierter Parallelität, Fortschrittsmessung und Vollständigkeitsprüfung durchführen.
- Schritt 8: Datenqualität über Zeilenzahl, Schlüssel, Zeitfenster, Nullwerte und fachliche Summen validieren.
Tag 2: Kafka-Anbindung und kontrollierte Streamverarbeitung
- Schritt 1: Topics, Partitionen, Consumer-Gruppen, Schlüssel, Aufbewahrung und erwarteten Durchsatz dokumentieren.
- Schritt 2: Zugriff, Netzwerk, Authentisierung und Serviceidentität für die Kafka-Quelle vorbereiten.
- Schritt 3: Eine Kafka-Quelle mit Format, Consumer-Einstellungen und nachvollziehbarer Gruppenzuordnung konfigurieren.
- Schritt 4: Rohereignisse über eine Materialized View in eine persistente Zieltabelle überführen.
- Schritt 5: Durchsatz, Latenz, Consumer-Rückstand, Fehler und Zieltabellenwachstum während eines Lastlaufs messen.
- Schritt 6: Ungültige Ereignisse, Parsingfehler und unbekannte Schemaversionen in einen kontrollierten Fehlerpfad leiten.
- Schritt 7: Quellunterbrechung und ClickHouse-Ausfall simulieren und Wiederaufnahme sowie mögliche Duplikate untersuchen.
- Schritt 8: Grenzwerte für Batch, Parallelität, Rückstau und Alarmierung aus den Messergebnissen ableiten.
Tag 3: Materialisierung, Deduplizierung und Produktionsbetrieb
- Schritt 1: Mehrstufige Materialized Views für Bereinigung, Anreicherung und Voraggregation entwerfen.
- Schritt 2: Deduplizierung über Ereignis-ID, Version, Zielmodell und Wiederholungsfenster konsistent festlegen.
- Schritt 3: Verspätete und außer Reihenfolge eintreffende Ereignisse anhand der fachlichen Zeitsemantik behandeln.
- Schritt 4: Schemaänderung zunächst parallel verarbeiten, Ergebnisse vergleichen und anschließend kontrolliert umschalten.
- Schritt 5: Backfill und Live-Stream mit Wasserzeichen und getrennten Ladepfaden ohne Datenlücke zusammenführen.
- Schritt 6: Backpressure durch gedrosselte Quelle, kleinere Parallelität oder angepasste Zielkapazität kontrollieren.
- Schritt 7: Monitoring und Runbooks für Rückstau, Parsingfehler, Datenalter, Duplikate und View-Fehler erstellen.
- Schritt 8: Eine Produktionsabnahme mit Lasttest, Ausfalltest, Datenvergleich und dokumentiertem Rollback durchführen.
Praxisaufgaben und Prüfpunkte
Praxisaufgaben
- Entwurf eines versionierten Datenvertrags und einer mehrschichtigen Zielstruktur
- Kafka-basierte Streaming-Strecke mit persistenter Zieltabelle
- Mehrstufige Materialized Views für Bereinigung und Aggregation
- Rückstau-, Schemaänderungs- und Wiederanlauftest mit Datenabgleich
Prüfpunkte
- Quelle, Format und Zielmodell besitzen einen eindeutigen Datenvertrag.
- Pipeline erfüllt definierte Durchsatz-, Latenz- und Vollständigkeitskriterien.
- Fehlerhafte und verspätete Ereignisse sind nachvollziehbar getrennt und behandelbar.
- Backfill, Live-Verarbeitung und Wiederanlauf erzeugen keine unkontrollierten Datenlücken.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Data Engineering, Streaming-Plattformteams, DevOps, Analytics Engineering, Datenbankentwicklung und SRE
Voraussetzungen: Gute SQL-Kenntnisse, Grundverständnis von Kafka oder vergleichbaren Event-Plattformen sowie ClickHouse-Grundlagen
Didaktik und Arbeitsweise
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch Demonstrationen, klar nummerierte Arbeitsschritte, praktische Übungen und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Aufgabe werden Ausgangszustand, erwartetes Ergebnis, technische Prüfabfrage und Rückfallweg dokumentiert. Dadurch lassen sich die erarbeiteten Verfahren als wiederholbare Entwicklungs- oder Betriebsstandards übernehmen.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Data Engineering, Streaming-Plattformteams, DevOps, Analytics Engineering, Datenbankentwicklung und SRE |
| Voraussetzungen: | Gute SQL-Kenntnisse, Grundverständnis von Kafka oder vergleichbaren Event-Plattformen sowie ClickHouse-Grundlagen |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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