Voraggregation und inkrementelle Transformation können Abfragen stark beschleunigen, erhöhen aber die Verantwortung für Datenfluss und Änderungsmanagement. Der Kurs behandelt deshalb Zieltabellen, Fehlerpfade, Backfill und Validierung ebenso detailliert wie die eigentliche Definition.
Materialized Views und Projections werden anhand klarer Einsatzgrenzen verglichen. Jede Optimierung beginnt mit einer Baseline und endet mit einer fachlichen sowie technischen Gegenprobe.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung und Abgrenzung
- Tag 1: Materialized Views und Zieltabellen
- Tag 2: Echtzeit-Aggregation und Projections
- Tag 3: Backfill, Änderungen und Produktionsbetrieb
- Praxisaufgaben und Prüfpunkte
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Zielsetzung und Abgrenzung
- Materialized Views als deterministische Insert-Verarbeitung mit expliziten Zieltabellen entwerfen.
- Aggregationszustände und geeignete Tabellen-Engines korrekt einsetzen.
- Projections als zusätzliche physische Zugriffspfade messen und bewerten.
- Backfill, Neuberechnung und Schemaänderung ohne Datenlücke durchführen.
- Datenqualität und Betriebszustand mehrstufiger Pipelines überwachen.
Didaktische Bemessung: Drei Tage sind notwendig, weil Grundlagen und Zieltabellen, Aggregations- und Projektionsmuster sowie Backfill und Betrieb jeweils vollständige Übungsblöcke erfordern. Eine Verkürzung würde insbesondere Änderungs- und Fehlerverfahren unzureichend behandeln.
Seminarinhalte
Tag 1: Materialized Views und Zieltabellen
- Schritt 1: Quellereignisse, Zielgranularität, Aktualitätsziel und fachliche Kontrollsummen definieren.
- Schritt 2: Insert-getriebene Verarbeitung und Abfragezeit-Materialisierung voneinander abgrenzen.
- Schritt 3: Roh- und Zieltabelle mit geeigneten Schlüsseln, Datentypen und Aufbewahrung anlegen.
- Schritt 4: Materialized View mit expliziter Zieltabelle und möglichst deterministischer Transformation erstellen.
- Schritt 5: Testdaten laden und Quell-, Ziel- und Transformationsmengen vollständig vergleichen.
- Schritt 6: Parsing-, Typ- und Transformationsfehler gezielt erzeugen und ihre Sichtbarkeit untersuchen.
- Schritt 7: Mehrstufige Views für Bereinigung, Anreicherung und fachliche Ableitung strukturieren.
- Schritt 8: Monitoring für Datenalter, Zielwachstum, Fehler und abweichende Summen definieren.
Tag 2: Echtzeit-Aggregation und Projections
- Schritt 1: Kennzahlen nach additiver, semiadditiver und nichtadditiver Logik klassifizieren.
- Schritt 2: Aggregationszustände und Abschlussfunktionen für inkrementelle Berechnung korrekt einsetzen.
- Schritt 3: Aggregating- und Summing-Muster mit eindeutigen Schlüsseln und Granularität aufbauen.
- Schritt 4: Verspätete, korrigierte und doppelte Ereignisse hinsichtlich Aggregation und Versionierung behandeln.
- Schritt 5: Eine Projection aus einem häufigen Filter-, Sortier- oder Aggregationsmuster ableiten.
- Schritt 6: Baseline und Projection mit identischen Daten, Cachezuständen und Parallelität vergleichen.
- Schritt 7: Zusätzlichen Speicher, Insert-Aufwand und Wartungswirkung gegenüber der Abfrageverbesserung bewerten.
- Schritt 8: Eine Entscheidungsnotiz für View, Projection, Dictionary oder direkte Abfrage erstellen.
Tag 3: Backfill, Änderungen und Produktionsbetrieb
- Schritt 1: Historische Datenmenge, Zeitfenster, Wasserzeichen und erwartete Zielmengen für Backfill festlegen.
- Schritt 2: Backfill getrennt von Live-Verarbeitung durchführen und Doppelverarbeitung vermeiden.
- Schritt 3: Quell- und Zielwerte durch Zeilenzahlen, Summen, Zeitreihen und Stichproben validieren.
- Schritt 4: Neue View-Version parallel aufbauen und Ergebnisse über einen definierten Vergleichszeitraum prüfen.
- Schritt 5: Umschaltung mit atomarem oder kontrolliertem Tabellenwechsel und dokumentiertem Rollback ausführen.
- Schritt 6: Defekte Zielbereiche gezielt neu berechnen, ohne die gesamte Historie unnötig zu verarbeiten.
- Schritt 7: Abhängigkeiten, Löschungen, TTL und Schemaänderungen in einen Lifecycle-Prozess integrieren.
- Schritt 8: Produktionsabnahme mit Lasttest, Datenqualität, Recovery und Betriebsübergabe durchführen.
Praxisaufgaben und Prüfpunkte
Praxisaufgaben
- Mehrstufige Materialized-View-Pipeline mit expliziten Zieltabellen
- Echtzeitaggregation mit Aggregationszuständen
- Projection-Benchmark gegen eine definierte Baseline
- Backfill und parallele View-Migration mit Datenvergleich
Prüfpunkte
- Quell- und Zielmengen lassen sich fachlich vollständig abstimmen.
- Aggregationsgranularität und Schlüssel verhindern unbeabsichtigte Doppelzählung.
- Projection-Nutzen ist durch Messwerte und Kostenbetrachtung belegt.
- Backfill und Versionswechsel besitzen getestete Rollback- und Validierungswege.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Data Engineering, Analytics Engineering, Datenbankentwicklung, BI Engineering und Performance Engineering
Voraussetzungen: Gute ClickHouse- und SQL-Kenntnisse, Verständnis von MergeTree-Modellen und analytischen Aggregationen
Didaktik und Arbeitsweise
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch Demonstrationen, klar nummerierte Arbeitsschritte, praktische Übungen und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Aufgabe werden Ausgangszustand, erwartetes Ergebnis, technische Prüfabfrage und Rückfallweg dokumentiert. Dadurch lassen sich die erarbeiteten Verfahren als wiederholbare Entwicklungs- oder Betriebsstandards übernehmen.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Data Engineering, Analytics Engineering, Datenbankentwicklung, BI Engineering und Performance Engineering |
| Voraussetzungen: | Gute ClickHouse- und SQL-Kenntnisse, Verständnis von MergeTree-Modellen und analytischen Aggregationen |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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