Der Kurs behandelt die Untersuchung von Active-Directory-Datenbeständen mit Dissect. Im Vordergrund stehen die strukturierte Auswertung von NTDS-Daten, Domänenobjekten, Gruppenrichtlinien und korrelierenden Windows-Artefakten sowie die belastbare Rekonstruktion von Identitätsmissbrauch und lateralen Bewegungen.
Inhaltsverzeichnis
- Beweismittel und Untersuchungsmodell
- Laden und Plausibilisieren von Domänenquellen
- Benutzer-, Computer- und Gruppenrichtlinienanalyse
- Anmeldeinformationen und Kontomissbrauch
- Persistenz und Richtlinienmanipulation
- Eventlogs und laterale Bewegung
- Domänenweite Korrelation und Berichterstellung
Lernziele
- Benötigte Active-Directory-Beweismittel vollständig und sicher zusammenstellen
- Benutzer, Computer, Gruppenrichtlinien und domänenspezifische Metadaten strukturiert abfragen
- Verdächtige Konten, Berechtigungsänderungen und Persistenzindikatoren erkennen
- NTDS-Ergebnisse mit Registry-, Eventlog- und Dateisystemartefakten korrelieren
- Untersuchungsergebnisse nachvollziehbar dokumentieren und priorisieren
Seminarinhalte
1. Beweismittel und Untersuchungsmodell
- Schritt 1: Domänenstruktur, Fragestellung und relevante Zeiträume aus dem Incident-Auftrag ableiten.
- Schritt 2: NTDS-Datenbank, SYSTEM-bezogene Schlüsselinformationen, Eventlogs und ergänzende Hostartefakte identifizieren.
- Schritt 3: Beweismittel nach Domain Controller, Zeitpunkt und Erhebungsmethode eindeutig kennzeichnen.
- Schritt 4: Schutzbedarf von Identitäts- und Anmeldeinformationen in der Arbeitsumgebung festlegen.
2. Laden und Plausibilisieren von Domänenquellen
- Schritt 1: Zielquellen mit geeigneten Loadern öffnen und Betriebssystem- sowie Domäneninformationen prüfen.
- Schritt 2: Verfügbarkeit der AD-Funktionen und kompatiblen Plugins kontrollieren.
- Schritt 3: Unvollständige Datenbanken, fehlende Registry-Bestandteile und Zeitabweichungen erkennen.
- Schritt 4: Eine technische Ausgangsdokumentation mit Host, Domäne, Version und Datenstand erstellen.
3. Benutzer-, Computer- und Gruppenrichtlinienanalyse
- Schritt 1: Benutzerobjekte nach Status, Zeitstempeln, Namensmustern und auffälligen Eigenschaften auswerten.
- Schritt 2: Computerobjekte und Systemrollen mit der bekannten Infrastruktur abgleichen.
- Schritt 3: Gruppenrichtlinien nach sicherheitsrelevanten Konfigurationen und unerwarteten Änderungen untersuchen.
- Schritt 4: Ergebnisse in normalisierte Records überführen und für spätere Korrelation kennzeichnen.
4. Anmeldeinformationen und Kontomissbrauch
- Schritt 1: Verfügbare credential-bezogene Funktionen ausschließlich innerhalb des autorisierten Untersuchungsauftrags einsetzen.
- Schritt 2: Konten mit ungewöhnlichen Eigenschaften, veralteten Kennwortständen oder privilegierter Verwendung priorisieren.
- Schritt 3: Hinweise auf neue, reaktivierte oder manipulierte Konten mit Zeitstempeln verknüpfen.
- Schritt 4: Sensible Ausgaben minimieren, zugriffsgeschützt speichern und in Berichten nur erforderliche Details verwenden.
5. Persistenz und Richtlinienmanipulation
- Schritt 1: Gruppenrichtlinien, Anmeldeskripte, Dienste und geplante Aufgaben auf domänenweite Persistenz prüfen.
- Schritt 2: Abweichungen zwischen erwarteter Baseline und tatsächlicher Konfiguration herausarbeiten.
- Schritt 3: Verdächtige Änderungen mit zuständigen Konten, Systemen und Ereignissen korrelieren.
- Schritt 4: Technische Befunde nach Reichweite und betrieblicher Auswirkung bewerten.
6. Eventlogs und laterale Bewegung
- Schritt 1: Relevante Anmelde-, Konto-, Prozess- und Dienstereignisse aus Domain Controllern und Mitgliedssystemen extrahieren.
- Schritt 2: Quell- und Zielsysteme, Konten, Logon-Typen und Zeitfenster in einer Ereigniskette zusammenführen.
- Schritt 3: Remotezugriffe, Dienstinstallation und Aufgabenplanung als mögliche Bewegungspfade untersuchen.
- Schritt 4: Alternative Erklärungen prüfen und unbelegte Schlussfolgerungen aus der Timeline entfernen.
7. Domänenweite Korrelation und Berichterstellung
- Schritt 1: AD-Records mit Hostinventar, Netzwerkdaten und Betriebssystemartefakten verbinden.
- Schritt 2: Betroffene Identitäten und Systeme in bestätigte, wahrscheinliche und zu prüfende Gruppen einteilen.
- Schritt 3: Befundketten mit Herkunft, Abfrage, Filter und Zeitbezug reproduzierbar dokumentieren.
- Schritt 4: Priorisierte Maßnahmenlisten für Eindämmung, Kennwortwechsel und vertiefte Prüfung vorbereiten.
Praxisübungen
- Aufbau eines Active-Directory-Fallverzeichnisses aus NTDS- und ergänzenden Windows-Daten
- Abfrage und Bewertung auffälliger Benutzer-, Computer- und Gruppenrichtlinienobjekte
- Rekonstruktion eines privilegierten Kontomissbrauchs über mehrere Systeme und Ereignisquellen
- Erstellung einer domänenweiten Befundmatrix mit technischen Nachweisen und Prioritäten
Zielgruppe
DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und Active-Directory-Spezialisten mit forensischem Untersuchungsauftrag
Voraussetzungen
Sichere Windows- und Active-Directory-Grundkenntnisse, Erfahrung mit target-query oder vergleichbare Dissect-Praxis und Grundlagen der Ereignisprotokollanalyse
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und Active-Directory-Spezialisten mit forensischem Untersuchungsauftrag |
| Voraussetzungen: | Sichere Windows- und Active-Directory-Grundkenntnisse, Erfahrung mit target-query oder vergleichbare Dissect-Praxis und Grundlagen der Ereignisprotokollanalyse |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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