Der Kurs vermittelt die vertiefte Windows-Forensik mit Dissect. Registry, Eventlogs, Benutzerprofile, Ausführungsartefakte, Dienste, geplante Aufgaben, Dateisystem- und Sicherheitsdaten werden in reproduzierbaren Abfragen ausgewertet und zu einer belastbaren Host- und Incident-Timeline verbunden.
Inhaltsverzeichnis
- Windows-Target und Systemaufnahme
- Registry-Grundlagen und Hives
- Systemkonfiguration und Gerätebezug
- Benutzerprofile und Kontoaktivität
- Windows Eventlogs
- Programmausführung und Nutzungsartefakte
- Persistenz: Dienste, Aufgaben und Autostarts
- Dateisystem- und Dateiaktivität
- Remotezugriff und laterale Bewegung
- Sicherheits- und Schutzartefakte
- Windows-Hosttimeline
- Befundprüfung und Fallabschluss
Lernziele
- Windows-Targets und zentrale Artefaktgruppen vollständig inventarisieren
- Registry- und Eventlogdaten gezielt nach System-, Benutzer- und Sicherheitsfragen auswerten
- Ausführung, Persistenz, Anmeldung und laterale Bewegung aus mehreren Quellen rekonstruieren
- Datei-, Prozess-, Konto- und Zeitbezüge in einer Hosttimeline korrelieren
- Befunde gegen Quellartefakte prüfen und nachvollziehbar dokumentieren
Seminarinhalte
1. Windows-Target und Systemaufnahme
- Schritt 1: Target öffnen und erkannte Windows-Version, Hostname, Zeitzone und Architektur prüfen.
- Schritt 2: System-, Benutzer- und zusätzliche Volumes inventarisieren.
- Schritt 3: Verfügbarkeit zentraler Registry-, Eventlog- und Profilquellen kontrollieren.
- Schritt 4: Unvollständige Hives, Logs oder Benutzerbereiche im Fallprotokoll kennzeichnen.
2. Registry-Grundlagen und Hives
- Schritt 1: System- und Benutzerhives ihren Aufgaben und Zeitbezügen zuordnen.
- Schritt 2: Schlüssel, Werte und verfügbare Änderungszeiten strukturiert abfragen.
- Schritt 3: Control Sets, Benutzerzuordnung und Profilpfade plausibilisieren.
- Schritt 4: Registrybefunde mit Dateisystem- und Ereignisquellen gegenprüfen.
3. Systemkonfiguration und Gerätebezug
- Schritt 1: Computername, Netzwerkkonfiguration, Zeitzone und Systemparameter erfassen.
- Schritt 2: Installierte Software, Dienste und relevante Geräteartefakte untersuchen.
- Schritt 3: Änderungen an Sicherheits- oder Remotezugriffskonfigurationen priorisieren.
- Schritt 4: Konfigurationsstand mit bekannter Systemrolle oder Baseline vergleichen.
4. Benutzerprofile und Kontoaktivität
- Schritt 1: Lokale Konten, Profile, Gruppen und Anmeldeinformationen inventarisieren.
- Schritt 2: Profilnutzung und benutzerspezifische Registryspuren zeitlich einordnen.
- Schritt 3: Interaktive, Remote- und Dienstkontenaktivität unterscheiden.
- Schritt 4: Auffällige Konten oder Profile mit Eventlogs und Dateispuren verbinden.
5. Windows Eventlogs
- Schritt 1: Verfügbare Logs, Kanäle und Zeiträume erfassen.
- Schritt 2: Anmelde-, Prozess-, Dienst-, Aufgaben- und Sicherheitsereignisse auswählen.
- Schritt 3: Ereignisfelder in ein konsistentes Analysemodell normalisieren.
- Schritt 4: Loglücken, Rotation, Deaktivierung oder Zeitabweichungen dokumentieren.
6. Programmausführung und Nutzungsartefakte
- Schritt 1: Verfügbare Ausführungsartefakte für System und Benutzer abfragen.
- Schritt 2: Programmname, Pfad, Benutzer und Zeitbezug aus mehreren Quellen korrelieren.
- Schritt 3: Einmalige, wiederholte und bloß registrierte Programmnachweise unterscheiden.
- Schritt 4: Verdächtige Ausführung mit Datei-, Download- und Prozessereignissen bestätigen.
7. Persistenz: Dienste, Aufgaben und Autostarts
- Schritt 1: Dienste nach Binärpfad, Starttyp, Konto und Änderungsbezug untersuchen.
- Schritt 2: Geplante Aufgaben und zugehörige Dateien oder Registrydaten korrelieren.
- Schritt 3: Runkeys, Startup-Bereiche und weitere Autostartmechanismen prüfen.
- Schritt 4: Legitime Administration von unerwarteter Persistenz anhand Baseline und Kontext trennen.
8. Dateisystem- und Dateiaktivität
- Schritt 1: Relevante System-, Benutzer-, temporäre und Programmdatenpfade eingrenzen.
- Schritt 2: Dateimetadaten, alternative Datenbezüge und Löschhinweise fallbezogen untersuchen.
- Schritt 3: Verdächtige Dateien mit Herkunftspfad, Größe und Prüfsumme exportieren.
- Schritt 4: Dateiaktivität mit Registry-, Eventlog- und Ausführungsartefakten verbinden.
9. Remotezugriff und laterale Bewegung
- Schritt 1: Anmeldearten, Quellinformationen und verwendete Konten auswerten.
- Schritt 2: Remoteverwaltung, Dienstinstallation und Aufgabenplanung als mögliche Wege prüfen.
- Schritt 3: Quell- und Zielsystemereignisse zeitlich und anhand gemeinsamer Entitäten verbinden.
- Schritt 4: Administrative Routineaktivität durch Change- und Baselineinformationen abgrenzen.
10. Sicherheits- und Schutzartefakte
- Schritt 1: Verfügbare Schutz-, Erkennungs- und Richtlinienartefakte auswählen.
- Schritt 2: Erkennungen, Ausnahmen und Konfigurationsänderungen zeitlich einordnen.
- Schritt 3: Hinweise auf Deaktivierung oder Umgehung mit Systemereignissen korrelieren.
- Schritt 4: Fehlende Telemetrie nicht als Beweis für fehlende Aktivität interpretieren.
11. Windows-Hosttimeline
- Schritt 1: Relevante Records nach Untersuchungsfrage und Zeitfenster auswählen.
- Schritt 2: Zeitstempel und Entitäten in ein gemeinsames Schema normalisieren.
- Schritt 3: Ausführung, Persistenz, Anmeldung und Dateiaktivität als Ereigniskette verbinden.
- Schritt 4: Alternative Erklärungen und Datenlücken explizit prüfen.
12. Befundprüfung und Fallabschluss
- Schritt 1: Jeden Befund mit Quelle, Abfrage, Filter und Interpretation dokumentieren.
- Schritt 2: Kritische Befunde gegen Originalartefakte oder zweite Quellen validieren.
- Schritt 3: Bestätigte, wahrscheinliche und offene Punkte getrennt darstellen.
- Schritt 4: Technische Maßnahmen und weitere Erhebungen nach Dringlichkeit priorisieren.
Praxisübungen
- Vollständige Windows-Systemaufnahme mit Registry- und Eventlogprüfung
- Rekonstruktion einer Programmausführung aus mehreren unabhängigen Artefakten
- Analyse einer Persistenzkette über Dienst, Aufgabe und Autostart
- Aufbau einer Windows-Hosttimeline mit möglicher lateraler Bewegung
Zielgruppe
DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und Windows-Administratoren mit forensischen Aufgaben
Voraussetzungen
Sichere Windows-Grundkenntnisse, Verständnis von Registry, Diensten und Ereignisprotokollen sowie Grundlagen digitaler Forensik
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und Windows-Administratoren mit forensischen Aufgaben |
| Voraussetzungen: | Sichere Windows-Grundkenntnisse, Verständnis von Registry, Diensten und Ereignisprotokollen sowie Grundlagen digitaler Forensik |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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