Seminar Dissect – Container, Volumes und Dateisysteme

Dieses Seminar behandelt die technischen Schichten zwischen Beweismitteldatei und analysierbarem Betriebssystem. Im Mittelpunkt stehen Containerformate, Partitionstabellen, logische Volume-Systeme, Verschachtelungen und Dateisysteme sowie deren automatische und manuelle Diagnose in Dissect.

Inhaltsverzeichnis

  1. Schichtenmodell und forensische Datenpfade
  2. Containerformate und virtuelle Datenträger
  3. Partitionstabellen und mehrere Datenträger
  4. Logische Volume-Systeme und Speicherverbünde
  5. Dateisystemerkennung und Zugriff
  6. Unvollständige und beschädigte Quellen
  7. Extraktion und Übergabe an die Artefaktanalyse

Lernziele

  • Container-, Volume- und Dateisystemschichten sicher voneinander unterscheiden
  • Komplexe Datenträgeraufbauten und mehrere Disks korrekt als Target laden
  • Partitionen, logische Volumes und Dateisysteme inventarisieren und plausibilisieren
  • Fehlerhafte oder unvollständige Speicherstrukturen gezielt diagnostizieren
  • Geeignete Werkzeuge und API-Ebenen für Extraktion und Analyse auswählen

Seminarinhalte

1. Schichtenmodell und forensische Datenpfade

  1. Schritt 1: Physische Quelle, Container, Disk, Partition, logisches Volume, Dateisystem und Betriebssystem als getrennte Ebenen modellieren.
  2. Schritt 2: Automatische Erkennungsschritte von Dissect entlang des Datenpfads nachvollziehen.
  3. Schritt 3: Mehrdeutige Begriffe wie Image, Volume und Target im Fallteam einheitlich definieren.
  4. Schritt 4: Für jedes Beweismittel eine Schichtenübersicht als technische Kontrollliste erstellen.

2. Containerformate und virtuelle Datenträger

  1. Schritt 1: Raw-, EWF-, VMDK-, VHDX-, VDI- und QCOW2-Quellen anhand von Metadaten und Kontext unterscheiden.
  2. Schritt 2: Geteilte Images und zusammengehörige Segmentdateien vollständig zuordnen.
  3. Schritt 3: Deskriptor- und Diskdateien bei virtuellen Maschinen korrekt auswählen.
  4. Schritt 4: Container mit target-info, target-inspect oder der Python API auf Größe und innere Struktur prüfen.

3. Partitionstabellen und mehrere Datenträger

  1. Schritt 1: MBR-, GPT-, APM- und BSD-Schemata erkennen und Partitionsgrenzen plausibilisieren.
  2. Schritt 2: Mehrere Disks als ein Target verbinden, wenn das Quellsystem diese gemeinsam verwendet.
  3. Schritt 3: Überlappende, versteckte oder nicht zugeordnete Bereiche für weitere Untersuchung markieren.
  4. Schritt 4: Partitionstabellen mit Containergröße und erwarteter Systemarchitektur abgleichen.

4. Logische Volume-Systeme und Speicherverbünde

  1. Schritt 1: LVM, Software-RAID, Dynamic Disks, VMFS und weitere unterstützte Volume-Schichten identifizieren.
  2. Schritt 2: Physische und logische Komponenten eines Verbunds in der richtigen Reihenfolge zuordnen.
  3. Schritt 3: Fehlende Mitglieder und degradierte Verbünde erkennen und deren Auswirkungen dokumentieren.
  4. Schritt 4: Verschachtelte Volume-Schichten ohne unnötige Zwischenkopien lesbar machen.

5. Dateisystemerkennung und Zugriff

  1. Schritt 1: NTFS, FAT, EXT, XFS, BTRFS, APFS und weitere unterstützte Dateisysteme automatisch erkennen.
  2. Schritt 2: Root-Dateisystem, Mountpunkte, Laufwerksbuchstaben und zusätzliche Volumes kontrollieren.
  3. Schritt 3: Verzeichnisse und Dateien über target-shell, target-fs oder TargetPath lesen.
  4. Schritt 4: Dateisystemmetadaten und Timestamps vor einer inhaltlichen Interpretation validieren.

6. Unvollständige und beschädigte Quellen

  1. Schritt 1: Ladefehler nach Container-, Volume- oder Dateisystemebene trennen.
  2. Schritt 2: Fehlende Segmente, beschädigte Metadaten und falsche Offsets anhand von Kontrollwerten eingrenzen.
  3. Schritt 3: Alternative Loader oder manuelle API-Zugriffe nur mit dokumentierter Begründung einsetzen.
  4. Schritt 4: Teilzugriffe und Unsicherheiten sichtbar kennzeichnen, ohne die Quelle zu verändern.

7. Extraktion und Übergabe an die Artefaktanalyse

  1. Schritt 1: Geeignete Ebene für Datei-, Volume- oder Diskextraktion bestimmen.
  2. Schritt 2: target-dump, target-dd oder dateibezogene Werkzeuge entsprechend dem Untersuchungsziel auswählen.
  3. Schritt 3: Extrahierte Daten mit Quellpfad, Offset oder Dateisystembezug dokumentieren.
  4. Schritt 4: Technische Schichtenübersicht an die nachfolgende Betriebssystem- und Artefaktanalyse übergeben.

Praxisübungen

  • Inventarisierung eines komplexen Images mit mehreren Partitionen und Dateisystemen
  • Analyse einer virtuellen Maschine mit Deskriptor, mehreren Disks und Snapshot-Bezug
  • Diagnose eines unvollständigen Volume-Verbunds und Dokumentation der verbleibenden Zugriffswege
  • Gezielte Extraktion einer Datei, eines Volumes und eines Rohdatenbereichs mit Herkunftsnachweis

Zielgruppe

DFIR-Analysten, Forensiker, Incident Responder und Administratoren mit Verantwortung für komplexe Images oder virtuelle Datenträger

Voraussetzungen

Grundlagen von Datenträgern, Partitionen und Dateisystemen sowie praktische Erfahrung mit Dissect-Grundbefehlen

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: DFIR-Analysten, Forensiker, Incident Responder und Administratoren mit Verantwortung für komplexe Images oder virtuelle Datenträger
Voraussetzungen: Grundlagen von Datenträgern, Partitionen und Dateisystemen sowie praktische Erfahrung mit Dissect-Grundbefehlen
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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