Einordnung: Der Schwerpunkt liegt auf Befunden, die unmittelbar auf die technische Härtung einer Firmware wirken: unsichere Zugangsdaten, eingebettete Geheimnisse, fehlerhafte Zertifikate, schwache Kryptografie, riskante Dienste und unzureichende Compiler-Schutzmaßnahmen. Aus jedem Befund wird eine konkrete, überprüfbare Härtungsmaßnahme abgeleitet.
Inhaltsübersicht
- Firmware-Struktur und Angriffsflächen ordnen
- Credentials und eingebettete Geheimnisse behandeln
- Zertifikate und kryptografische Materialien bewerten
- Dienste, Rechte und Konfigurationen härten
- Compiler- und Binary-Schutzmaßnahmen umsetzen
- Behebung und Verifikation durchführen
Zielgruppe
Embedded-Entwickler, Firmware- und Plattformteams, Product-Security-Fachkräfte, Security-Tester sowie technische Verantwortliche für Härtungsrichtlinien.
Lernziele
- Credential-, Secret- und Zertifikatsbefunde fachlich korrekt bewerten.
- Unsichere Dienste, Dateirechte und Standardkonfigurationen priorisiert härten.
- Compiler- und Binary-Schutzmechanismen in Build-Vorgaben übersetzen.
- Kryptografische Materialien über ihren gesamten Lebenszyklus kontrollieren.
- Behebungen durch Wiederholungsscan und gezielte Negativtests verifizieren.
Seminarinhalte
Firmware-Struktur und Angriffsflächen ordnen
- Schritt 1: Dateisystem, Startskripte, Dienste, Benutzerkonten, Bibliotheken und Update-Komponenten eines Images inventarisieren.
- Schritt 2: Sicherheitskritische Pfade und privilegierte Prozesse gegenüber gewöhnlichen Anwendungsdaten abgrenzen.
- Schritt 3: Befunde nach erreichbarer Angriffsfläche, Privileg und möglicher Auswirkung priorisieren.
Credentials und eingebettete Geheimnisse behandeln
- Schritt 1: Standardkonten, schwache Kennwort-Hashes, feste Schlüssel und Zugangstoken im Befundbild erkennen.
- Schritt 2: Zwischen Testdaten, Produktionsgeheimnissen, Geräteidentitäten und absichtlich öffentlichen Informationen unterscheiden.
- Schritt 3: Provisionierung, Rotation, Sperrung und sichere Speicherung als verbindlichen Lebenszyklus definieren.
Zertifikate und kryptografische Materialien bewerten
- Schritt 1: Zertifikatsketten, Gültigkeiten, Schlüsselverwendung und Vertrauensanker systematisch prüfen.
- Schritt 2: Abgelaufene, wiederverwendete oder unzureichend geschützte Schlüsselmaterialien auf ihre Auswirkung untersuchen.
- Schritt 3: Gerätespezifische Identitäten und Erneuerungsprozesse so planen, dass Seriengeräte nicht denselben Schlüssel teilen.
Dienste, Rechte und Konfigurationen härten
- Schritt 1: Nicht benötigte Netzwerkdienste, Debug-Schnittstellen und administrative Werkzeuge identifizieren.
- Schritt 2: Dateirechte, Benutzertrennung, Mount-Optionen und Dienstprivilegien auf das erforderliche Minimum reduzieren.
- Schritt 3: Sichere Standardwerte festlegen und unsichere Fallback-Konfigurationen aus Produktionsimages entfernen.
Compiler- und Binary-Schutzmaßnahmen umsetzen
- Schritt 1: Befunde zu fehlenden Schutzmechanismen in konkrete Compiler-, Linker- und Build-Vorgaben übersetzen.
- Schritt 2: Ausnahmen für technisch begründete Komponenten dokumentieren und mit zusätzlichen Kontrollen absichern.
- Schritt 3: Die Einhaltung der Härtungsvorgaben über Build-Profile und automatisierte Prüfungen stabilisieren.
Behebung und Verifikation durchführen
- Schritt 1: Für jeden Befund eine technische Änderung, verantwortliche Stelle und überprüfbare Akzeptanzbedingung formulieren.
- Schritt 2: Ein neues Image erzeugen und durch Wiederholungsscan gegen den ursprünglichen Bericht vergleichen.
- Schritt 3: Gezielte Negativtests durchführen, damit eine formale Befundbereinigung nicht unbemerkt neue Risiken erzeugt.
Praxisübungen
- Ein präpariertes Firmware-Image wird auf Standardkonten, Schlüsselmaterial und unsichere Dienstkonfigurationen untersucht.
- Compiler- und Linker-Vorgaben werden aus Befunden abgeleitet und in ein reproduzierbares Härtungsprofil überführt.
- Nach der Behebung wird ein Differenzscan erstellt und mit technischen Negativtests ergänzt.
Arbeitsweise
Befundinterpretation, Konfigurationsanalyse und Build-Härtung wechseln mit praktischen Änderungs- und Verifikationsaufgaben.
Voraussetzungen
Sichere Linux-Grundkenntnisse und Verständnis typischer Firmware-Strukturen. Kenntnisse in C/C++, Build-Systemen oder Kryptografie sind hilfreich.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Embedded-Entwicklung, Firmware Engineering, Product Security und Security Testing |
| Voraussetzungen: | Linux- und Firmware-Grundkenntnisse; C/C++- oder Kryptografieerfahrung ist hilfreich |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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