Seminar Exein Analyzer: SBOM, CVE-Bewertung und Schwachstellenmanagement

Einordnung: Das Seminar behandelt die belastbare Nutzung des erkannten Komponentenbestands für Schwachstellenmanagement und Produktpflege. Der Schwerpunkt liegt nicht auf einer bloßen CVE-Liste, sondern auf Versionsermittlung, Kontextbewertung, Priorisierung, Behebungsentscheidungen und fortlaufender Beobachtung über mehrere Releases.

Inhaltsübersicht

  1. Komponentenbestand strukturieren
  2. Versions- und Herkunftsnachweise verifizieren
  3. CVE-Zuordnungen bewerten
  4. Priorisierung und Maßnahmen festlegen
  5. SBOM in Entwicklungs- und Lieferkettenprozesse integrieren
  6. Kontinuierliches Schwachstellenmanagement betreiben

Zielgruppe

Product-Security-Teams, Vulnerability Manager, Embedded-Entwickler, Software- und Plattformarchitekten, Qualitätssicherung sowie Verantwortliche für Komponenten- und Lieferkettenrisiken.

Lernziele

  • Komponentenbestand und Versionen aus Firmwarebefunden fachlich verifizieren.
  • CVE-Zuordnungen kontextbezogen statt ausschließlich nach Schweregrad bewerten.
  • Fehlzuordnungen, Backports und nicht erreichbare Komponenten methodisch behandeln.
  • Behebungs-, Ausnahme- und Beobachtungsprozesse über Releases steuern.
  • SBOM- und Schwachstelleninformationen in Produkt- und Lieferkettenprozesse integrieren.

Seminarinhalte

Komponentenbestand strukturieren

  1. Schritt 1: Betriebssystempakete, Bibliotheken, statisch eingebundene Komponenten und Anwendungsbestandteile unterscheiden.
  2. Schritt 2: Komponentenname, Hersteller, Version, Herkunft und Fundstelle zu einem belastbaren Datensatz zusammenführen.
  3. Schritt 3: Doppelte, umbenannte oder vendorgepatchte Komponenten als eigene Prüffälle markieren.

Versions- und Herkunftsnachweise verifizieren

  1. Schritt 1: Erkannte Versionsinformationen mit Paketmetadaten, Binärmerkmalen und Build-Informationen abgleichen.
  2. Schritt 2: Backports und herstellerspezifische Patchstände berücksichtigen, ohne eine Versionsnummer vorschnell als sicher einzustufen.
  3. Schritt 3: Unsichere Zuordnungen mit einem definierten Vertrauensgrad dokumentieren.

CVE-Zuordnungen bewerten

  1. Schritt 1: Betroffene Funktion, Konfiguration, erreichbarer Angriffspfad und notwendige Privilegien untersuchen.
  2. Schritt 2: Zwischen theoretischer Betroffenheit, praktisch erreichbarer Schwachstelle und nicht anwendbarem Eintrag unterscheiden.
  3. Schritt 3: Auswirkung auf Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Gerätekontrolle produktbezogen bewerten.

Priorisierung und Maßnahmen festlegen

  1. Schritt 1: Technische Kritikalität mit Exposition, Flottengröße, Updatefähigkeit und Produktfunktion verbinden.
  2. Schritt 2: Update, Konfigurationsänderung, Deaktivierung, Isolation oder dokumentierte Risikoakzeptanz als Maßnahmenoption wählen.
  3. Schritt 3: Akzeptanzkriterien und Verifikationsschritte für jede Maßnahme definieren.

SBOM in Entwicklungs- und Lieferkettenprozesse integrieren

  1. Schritt 1: Komponentenverantwortliche und Lieferantenbeziehungen zuordnen.
  2. Schritt 2: Änderungen zwischen Releases als Delta betrachten und unerwartete Komponenten erkennen.
  3. Schritt 3: Beschaffungs-, Freigabe- und Wartungsprozesse mit aktuellen Komponenteninformationen versorgen.

Kontinuierliches Schwachstellenmanagement betreiben

  1. Schritt 1: Regelmäßige Neubewertungen und anlassbezogene Scans nach neuen Erkenntnissen oder Produktänderungen planen.
  2. Schritt 2: Ausnahmen mit Ablaufdatum, Kompensationsmaßnahme und erneuter Entscheidung verwalten.
  3. Schritt 3: Kennzahlen für offene Risiken, Wiederholungsbefunde, Behebungsdauer und Release-Qualität aufbauen.

Praxisübungen

  • Ein Komponentenbestand wird bereinigt, verifiziert und für eine belastbare SBOM-Struktur vorbereitet.
  • Mehrere CVE-Zuordnungen werden anhand von Konfiguration und Angriffspfad neu bewertet.
  • Ein Release-Delta wird analysiert und in einen priorisierten Wartungs- und Ausnahmeplan überführt.

Arbeitsweise

Komponentenforensik, CVE-Fallarbeit und Prozessdesign wechseln mit einer durchgehenden Release-Fallstudie.

Voraussetzungen

Grundkenntnisse in Softwarekomponenten, Versionsverwaltung und Schwachstellenbewertung. Erfahrung mit Firmware-Scans ist hilfreich.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Product Security, Vulnerability Management, Entwicklung, Architektur und Qualitätssicherung
Voraussetzungen: Grundkenntnisse in Komponenten-, Versions- und Schwachstellenmanagement
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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