Seminarprofil
Das Seminar behandelt die Bindung digitaler Nachweise an Holder, Schlüssel, Geräte oder sichere Hardware. Verglichen werden Key Binding bei SD-JWT, verborgene Holder-Geheimnisse bei AnonCreds, Proof-Schlüssel bei Data Integrity sowie Recovery, Rotation und Mehrgerätebetrieb.
Lernziele
- Holder Binding, Sender Constraining, Device Binding und Benutzerbindung klar unterscheiden
- Schlüssel- und Secret-Lebenszyklen für Issuer, Wallet und Verifier entwerfen
- Hardwaregestützte Schlüssel, Attestation und Plattformgrenzen sachgerecht bewerten
- Recovery und Gerätewechsel ohne unkontrollierte Credential-Klonung planen
- Replay-, Phishing-, Malware- und Delegationsrisiken durch abgestufte Kontrollen reduzieren
Inhaltsübersicht
- Bindungsziele und Angreifermodelle
- SD-JWT Key Binding
- AnonCreds Link Secret
- Data-Integrity-Proof-Schlüssel
- Geräteschlüssel und sichere Hardware
- Wallet Unlock und Benutzerfreigabe
- Mehrgerätebetrieb und Synchronisation
- Rotation, Ablauf und Recovery
- Delegation und Vertretung
- Validierungs- und Betriebscheckliste
Seminarinhalte
Schritt 1: Bindungsziele und Angreifermodelle
Zunächst wird geklärt, ob Besitz eines Schlüssels, Besitz eines Geräts, lokale Benutzerfreigabe oder rechtliche Identität bewiesen werden soll. Unterschiedliche Ziele erfordern unterschiedliche Nachweise und dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Schritt 2: SD-JWT Key Binding
Eine Key-Binding-Präsentation bindet offengelegte Claims an einen Holder-Schlüssel und einen konkreten Verifier-Kontext. Nonce, Audience, Zeitwerte und Hash-Bezug werden in einer Validierungsreihenfolge zusammengeführt.
Schritt 3: AnonCreds Link Secret
Das verborgene Holder-Geheimnis wird mit gerätegebundenen Schlüsseln verglichen. Vorteile für mehrere Credentials stehen Herausforderungen bei Backup, Migration, Verlust und gemeinsamer Wallet-Nutzung gegenüber.
Schritt 4: Data-Integrity-Proof-Schlüssel
Bei Proof-basierten VC-Flows können Authentication- oder Assertion-Schlüssel beteiligt sein. Controller, Verification Method, Proof Purpose und Autorisierung werden als getrennte Prüfschritte behandelt.
Schritt 5: Geräteschlüssel und sichere Hardware
Secure Enclave, TEE, TPM, HSM und softwarebasierte Schlüssel werden nach Exportierbarkeit, Attestation, Performance und Recovery bewertet. Hardwarebindung wird nicht automatisch mit Benutzeridentität gleichgesetzt.
Schritt 6: Wallet Unlock und Benutzerfreigabe
PIN, Passphrase, Biometrie und risikobasierte Freigabe schützen lokale Operationen. Fehlversuche, Fallback, Barrierefreiheit und die Grenzen biometrischer Plattformsignale werden berücksichtigt.
Schritt 7: Mehrgerätebetrieb und Synchronisation
Credential-Kopien, gemeinsam genutzte Holder-Schlüssel und serverseitige Synchronisation verändern das Sicherheitsmodell. Varianten wie gerätespezifische Bindung, erneute Ausstellung und delegierte Nutzung werden verglichen.
Schritt 8: Rotation, Ablauf und Recovery
Schlüsselrotation, verlorene Geräte und kompromittierte Wallets benötigen vorher definierte Verfahren. Das Seminar entwirft Recovery ohne dauerhafte Hintertür und verbindet sie mit Status- oder Re-Issuance-Prozessen.
Schritt 9: Delegation und Vertretung
Organisationen, Eltern-Kind-Beziehungen, Assistenzen und technische Agenten können berechtigte Vertretung erfordern. Delegation wird explizit modelliert, statt Holder Binding durch Schlüsselweitergabe zu umgehen.
Schritt 10: Validierungs- und Betriebscheckliste
Zum Abschluss werden Mindestprüfungen, Fehlermeldungen, Telemetrie und Incident-Abläufe festgelegt. Eine Entscheidungsmatrix ordnet Schutzbedarf passenden Bindungsmechanismen zu.
Praxisanteil
- Key-Binding-Prüfpfad mit Nonce, Audience und Zeitfenster modellieren
- Recovery- und Gerätewechselprozess für eine Wallet entwerfen
- Bindungsmechanismen anhand eines Schutzbedarfs vergleichen
Zielgruppe
Wallet-Entwickler, Mobile- und Backend-Teams, IAM-Architekten, Security Engineers und PKI-Verantwortliche
Voraussetzungen
Grundlagen von Public-Key-Kryptografie, Wallets und Verifiable Credentials
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Wallet-Entwickler, Mobile- und Backend-Teams, IAM-Architekten, Security Engineers und PKI-Verantwortliche |
| Voraussetzungen: | Grundlagen von Public-Key-Kryptografie, Wallets und Verifiable Credentials |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, moderierte Architekturarbeit, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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