Seminarprofil
Das viertägige Engineering-Seminar führt von der formalen Aussage über Circuit- oder Constraint-Design bis zu Prover, Verifier, Parameterverwaltung und produktionsnahen Tests. Es behandelt anwendungsspezifische ZKP-Integration für Identitäts- und Credential-Systeme ohne unnötige Eigenkryptografie.
Lernziele
- Geschäftsaussagen in präzise öffentliche Inputs, private Witnesses und Constraints zerlegen
- Geeignete Proof-Systeme anhand von Setup, Größe, Performance und Sicherheitsannahmen auswählen
- Circuits gegen Under-Constraint-, Range-, Encoding- und Binding-Fehler absichern
- Prover- und Verifier-Schnittstellen mit Domänentrennung, Nonces und Versionsbindung implementieren
- Test, Audit, Parameterzeremonie, Betrieb und Migration produktionsreif planen
Inhaltsübersicht
- Aussage, Witness und öffentliche Eingaben
- Arithmetisierung und endliche Körper
- Constraint-Design
- Proof-System-Auswahl
- Trusted Setup und Parameter
- Commitments und Bindung
- Range- und Vergleichslogik
- Merkle- und Set-Mitgliedschaft
- Credential-Bindung
- Prover-Integration
- Verifier-Integration
- Nonce, Replay und Front Running
- Tests gegen Under-Constraint
- Side Channels und Ressourcenangriffe
- Audit und Änderungsmanagement
- Produktionslabor
Seminarinhalte
Schritt 1: Aussage, Witness und öffentliche Eingaben
Ein fachlicher Nachweis wird in öffentlich bekannte Werte, geheime Witness-Daten und eine Relation zerlegt. Schon hier werden unnötige Offenlegung und unbewiesene Annahmen sichtbar.
Schritt 2: Arithmetisierung und endliche Körper
Boolesche und fachliche Regeln müssen als Feldarithmetik formuliert werden. Wertebereiche, Überläufe, negative Zahlen und alternative Repräsentationen werden explizit begrenzt.
Schritt 3: Constraint-Design
Gadgets für Vergleich, Hashing, Merkle-Mitgliedschaft und Signaturprüfung werden zusammengesetzt. Jede Zwischenvariable muss ausreichend constrained sein, damit kein falscher Witness akzeptiert wird.
Schritt 4: Proof-System-Auswahl
Preprocessing- und transparent arbeitende Systeme werden nach Trusted Setup, Proof-Größe, Verifikationszeit, Prover-Aufwand, Rekursion und Bibliotheksreife verglichen. Die Wahl folgt dem Use Case.
Schritt 5: Trusted Setup und Parameter
Universelle, anwendungsspezifische und transparente Parameter werden unterschieden. Zeremonie, Beiträge, Entropie, Veröffentlichung, Integritätsprüfung und Versionswechsel werden als Governance-Prozess geplant.
Schritt 6: Commitments und Bindung
Commitments binden geheime Werte an spätere Beweise. Randomness, Domänentrennung und die Bindung an Credential, Issuer, Sitzung oder Holder werden anhand von Angriffsfällen geprüft.
Schritt 7: Range- und Vergleichslogik
Alter, Schwellenwerte und Gültigkeitsbereiche werden ohne Offenlegung bewiesen. Bitzerlegung, Feldgrenzen und Off-by-one-Fehler erhalten gezielte Negativtests.
Schritt 8: Merkle- und Set-Mitgliedschaft
Ein Holder beweist die Zugehörigkeit eines Werts zu einer freigegebenen Menge oder einem Baum. Root-Aktualität, Pfadlänge, Hash-Parameter und Revocation-Semantik werden berücksichtigt.
Schritt 9: Credential-Bindung
Der ZKP muss auf eine authentische Issuer-Aussage zurückgehen. Signaturprüfung im Circuit, Commit-and-Prove oder externe Verifikation werden mit ihren Trust-Grenzen verglichen.
Schritt 10: Prover-Integration
Witness-Erfassung, lokale Geheimhaltung, Speicherbedarf, Parallelisierung und Abbruch werden implementiert. Sensible Zwischendaten dürfen nicht in Logs, Crash Dumps oder Telemetrie gelangen.
Schritt 11: Verifier-Integration
Proof, öffentliche Eingaben, Verifikationsschlüssel, Version, Domäne und Sitzungskontext werden streng gebunden. Fachliche Entscheidungen verwenden nur erfolgreich geprüfte Outputs.
Schritt 12: Nonce, Replay und Front Running
Frische Challenges und Kontextbindung verhindern Wiederverwendung oder Übernahme eines Proofs. Bei nicht-interaktiven Proofs werden Fiat-Shamir-Domäne und öffentliche Eingaben vollständig berücksichtigt.
Schritt 13: Tests gegen Under-Constraint
Eigenschaftsbasierte Tests, alternative Witnesses und gezielte Mutationen suchen nach unbeabsichtigten Freiheitsgraden. Erfolgreiche Proof-Erzeugung ist kein Beleg für korrekte Constraints.
Schritt 14: Side Channels und Ressourcenangriffe
Laufzeit, Speicher, Fehlerpfade und mobile Grenzen werden untersucht. Größenlimits und Quoten schützen Verifier und Prover vor Ressourcenmissbrauch.
Schritt 15: Audit und Änderungsmanagement
Circuit, Parameter, Bibliotheken und Compiler werden als sicherheitskritische Lieferkette versioniert. Änderungen erfordern erneute Testvektoren, Review und gegebenenfalls eine neue Zeremonie.
Schritt 16: Produktionslabor
Ein kleiner Credential-bezogener Proof wird entworfen, erzeugt, geprüft, angegriffen und in einen API-Flow eingebettet. Runbook und Freigabekriterien schließen das Seminar ab.
Praxisanteil
- Fachliche Aussage in Witness, Public Inputs und Constraints übersetzen
- Range- oder Membership-Proof mit bestehender Bibliothek implementieren
- Under-Constraint- und Replay-Negativtests entwickeln
- Prover-/Verifier-API sowie Parameter- und Auditprozess dokumentieren
Zielgruppe
Erfahrene Softwareentwickler, Kryptografie- und Security Engineers, Protokollentwickler und technische Architekten
Voraussetzungen
Sehr gute Programmierkenntnisse, sichere Kryptografiegrundlagen und Erfahrung mit automatisierten Tests; mathematische Grundlagen werden aufgefrischt
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Erfahrene Softwareentwickler, Kryptografie- und Security Engineers, Protokollentwickler und technische Architekten |
| Voraussetzungen: | Sehr gute Programmierkenntnisse, sichere Kryptografiegrundlagen und Erfahrung mit automatisierten Tests; mathematische Grundlagen werden aufgefrischt |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, moderierte Architekturarbeit, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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