Seminarprofil
Das Seminar entwickelt Interoperabilitäts- und Migrationsstrategien für heterogene Credential-Landschaften. Es trennt fachliche Semantik, Credential-Format, kryptografischen Proof, Austauschprotokoll, Status und Governance und zeigt sichere Koexistenz statt verlustbehafteter Formatkonvertierung.
Lernziele
- Interoperabilität auf Daten-, Protokoll-, Trust- und Policy-Ebene unterscheiden
- Gemeinsame Fachmodelle und kontrollierte Vokabulare formatübergreifend definieren
- Gateway-, Dual-Issuance- und Re-Issuance-Strategien mit ihren Risiken bewerten
- Migrationswellen mit Rückwärtskompatibilität und nachvollziehbarer Vertrauenskette planen
- Konformitäts- und Cross-Stack-Tests für Issuer, Wallet und Verifier aufbauen
Inhaltsübersicht
- Interoperabilitätsebenen
- Fachliches Claim-Modell
- Vertrauens- und Issuer-Mapping
- Proof-Eigenschaften vergleichen
- Protokolle und Wallet-Fähigkeiten
- Status und Lebenszyklus
- Migrationsmuster
- Gateway- und Übersetzungsrisiken
- Cross-Format-Verifier
- Testmatrix und Conformance
- Migrationsroadmap
Seminarinhalte
Schritt 1: Interoperabilitätsebenen
Syntaxkompatibilität, semantische Gleichheit, kryptografische Prüfbarkeit, Protokollkompatibilität und gemeinsame Governance werden getrennt. Ein erfolgreiches JSON-Parsing gilt ausdrücklich nicht als Ende-zu-Ende-Interoperabilität.
Schritt 2: Fachliches Claim-Modell
Attribute, Datentypen, Kardinalitäten und zulässige Werte werden unabhängig vom Credential-Format beschrieben. Mapping-Regeln dokumentieren Informationsverlust, Rundung, Normalisierung und unterschiedliche Null-Semantik.
Schritt 3: Vertrauens- und Issuer-Mapping
Issuer-Identifier, Schlüsselmodelle, Registries und Trust Lists unterscheiden sich. Die Migration definiert, wann Identitäten übernommen, neu geprüft oder durch einen Bridge-Issuer attestiert werden dürfen.
Schritt 4: Proof-Eigenschaften vergleichen
Hash-basierte Disclosures, CL-basierte Prädikate und BBS-derived Proofs bieten unterschiedliche Aussagen. Eine Konvertierung darf keine stärkere Privacy- oder Security-Eigenschaft vortäuschen, als die Quelle tatsächlich besitzt.
Schritt 5: Protokolle und Wallet-Fähigkeiten
Issuance und Presentation werden von Credential-Formaten getrennt. Capability Negotiation, Format-Metadaten, Wallet-Auswahl und klare Fehlermeldungen ermöglichen parallele Unterstützung.
Schritt 6: Status und Lebenszyklus
Statuslisten, Revocation Registries, Ablauf und Re-Issuance werden auf gemeinsame Geschäftsregeln abgebildet. Unterschiede bei Aktualität und Offline-Verifikation werden in der Policy sichtbar gehalten.
Schritt 7: Migrationsmuster
Big Bang, Parallelbetrieb, Dual Issuance, Re-Issuance und Verifier-first-Migration werden verglichen. Für jedes Muster werden Vertrauensrisiko, Nutzerbelastung, Rollback und Betriebsdauer bewertet.
Schritt 8: Gateway- und Übersetzungsrisiken
Ein Gateway, das Credentials liest und neu ausstellt, wird faktisch zu einem zusätzlichen Issuer und Datenschutzakteur. Schlüssel, Audit, Haftung und Datenminimierung müssen entsprechend behandelt werden.
Schritt 9: Cross-Format-Verifier
Ein Verifier normalisiert nur nach erfolgreicher formatspezifischer Prüfung in ein internes Entscheidungsmodell. Herkunft, Proof-Typ, Assurance und Offenlegungsumfang bleiben als Sicherheitskontext erhalten.
Schritt 10: Testmatrix und Conformance
Testfälle decken Formatverhandlung, Claim-Mapping, Status, Holder Binding, Fehlercodes und Downgrade-Angriffe ab. Referenzartefakte werden versioniert und zwischen Implementierungen ausgetauscht.
Schritt 11: Migrationsroadmap
Abhängigkeiten, Pilotgruppen, Datenbereinigung, Re-Issuance, Abschaltung alter Verifier und Support werden zeitlich geordnet. Messpunkte zeigen, wann die nächste Welle freigegeben werden kann.
Praxisanteil
- Formatübergreifendes Claim- und Trust-Mapping erstellen
- Dual-Issuance- oder Re-Issuance-Migrationsmuster bewerten
- Cross-Stack-Testmatrix für Wallet und Verifier entwickeln
- Downgrade- und Gateway-Risiken in einem Threat Model prüfen
Zielgruppe
Enterprise-Architekten, Integrations- und Plattformteams, Programmleitungen, Governance-Verantwortliche und technische Product Owner
Voraussetzungen
Gute Kenntnisse mindestens eines Credential-Stacks und Erfahrung mit Schnittstellen- oder Migrationsprojekten
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Enterprise-Architekten, Integrations- und Plattformteams, Programmleitungen, Governance-Verantwortliche und technische Product Owner |
| Voraussetzungen: | Gute Kenntnisse mindestens eines Credential-Stacks und Erfahrung mit Schnittstellen- oder Migrationsprojekten |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, moderierte Architekturarbeit, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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