Seminar / Training
Das viertägige Seminar vertieft die technische Entwicklung anspruchsvoller TracingPolicies über verschiedene Kernel- und User-Space-Hook-Punkte. kprobes, Tracepoints, fentry, LSM, uprobes und USDT werden nicht als austauschbare Mechanismen behandelt, sondern nach Semantik, Stabilität, Datenzugriff, Verfügbarkeit und Betriebsrisiko ausgewählt.
Die Arbeit folgt einem Engineering-Verfahren: Sicherheitsfrage präzisieren, Quell- oder Schnittstellenkontext untersuchen, Hook und Argumente verifizieren, minimalen Prototyp erstellen, Selektoren ergänzen, Messwerte prüfen und erst danach eine belastbare produktive Policy ableiten.
Inhaltsverzeichnis
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Schritt 1: Advanced-Policy-Engineering vorbereiten
- Schritt 2: Hook-Arten methodisch vergleichen
- Schritt 3: kprobes gezielt einsetzen
- Schritt 4: Argumente und Kernelstrukturen lesen
- Schritt 5: Tracepoints nutzen
- Schritt 6: fentry und funktionsbezogene Attachments bewerten
- Schritt 7: LSM-Hooks für Sicherheitsentscheidungen einsetzen
- Schritt 8: Datei- und Prozessszenario kombinieren
- Schritt 9: Netzwerkszenario vertiefen
- Schritt 10: uprobes für User-Space-Funktionen einsetzen
- Schritt 11: USDT-Probes integrieren
- Schritt 12: Kernel- und User-Space-Daten korrelieren
- Schritt 13: Selektoren und Aktionen optimieren
- Schritt 14: Kompatibilität testen
- Schritt 15: Performance messen
- Schritt 16: Fehler und Verifier-Probleme diagnostizieren
- Schritt 17: Produktionsreife Policy fertigstellen
- Praxisübungen
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
Lernziele
- fortgeschrittene Hook-Arten nach Semantik und Stabilität vergleichen
- Argumente, Strukturen, Rückgabewerte und Datentypen sicher modellieren
- Kernel- und User-Space-Beobachtung zu vollständigen Abläufen verbinden
- LSM-basierte Kontrollen mit sicherem Stufenmodell entwickeln
- Kompatibilität, Performance und Umgehungsvarianten systematisch testen
Seminarinhalte
Schritt 1: Advanced-Policy-Engineering vorbereiten
Sicherheitsfrage, erwarteter Kontrollfluss, benötigte Felder und Akzeptanzkriterien werden dokumentiert.
- Kernel-, Tetragon- und Plattformvarianten werden als technische Randbedingungen erfasst.
- Eine isolierte Testumgebung mit reproduzierbaren Auslösern wird eingerichtet.
Schritt 2: Hook-Arten methodisch vergleichen
Dynamische Kernel-Probes, statische Tracepoints, funktionsgebundene Attachments, Sicherheits-Hooks und User-Space-Probes werden gegenübergestellt.
- Stabilität, Typinformation, Overhead und Durchsetzungsfähigkeit werden bewertet.
- Für jede Anforderung wird eine begründete Vorauswahl getroffen.
Schritt 3: kprobes gezielt einsetzen
Kernel-Funktionen, Aufrufargumente und Rückgabepfade werden untersucht.
- Ein- und Rückkehr-Probes werden zu vollständigen Vorgängen verbunden.
- Funktionsänderungen und nicht exportierte Details werden als Kompatibilitätsrisiko behandelt.
Schritt 4: Argumente und Kernelstrukturen lesen
Primitive Werte, Zeiger, Zeichenketten, Dateipfade, Sockets und verschachtelte Strukturen werden typgerecht erfasst.
- Nullwerte, ungültige Zeiger und begrenzte Leselängen werden berücksichtigt.
- Nur für die Sicherheitsfrage notwendige Daten werden exportiert.
Schritt 5: Tracepoints nutzen
Statische Ereignispunkte und ihre Felder werden als stabilere Beobachtungsquelle bewertet.
- Systemaufruf-, Scheduler-, Netzwerk- und weitere Tracepoint-Klassen werden eingeordnet.
- Tracepoint-Daten werden mit Prozess- und Workload-Kontext angereichert.
Schritt 6: fentry und funktionsbezogene Attachments bewerten
Typinformationen und direkter Funktionseinstieg werden gegenüber kprobes verglichen.
- Verfügbarkeitsvoraussetzungen und Kernelabhängigkeiten werden geprüft.
- Ein identischer Anwendungsfall wird mit alternativen Hook-Arten gemessen.
Schritt 7: LSM-Hooks für Sicherheitsentscheidungen einsetzen
Sicherheitsrelevante Prüfstellen werden nach Zugriffstyp und verfügbarer Kontextinformation ausgewählt.
- Beobachtung und Durchsetzung werden zunächst getrennt getestet.
- Fehlerwirkung, Anwendungsreaktion und Rücksetzung werden vollständig geprüft.
Schritt 8: Datei- und Prozessszenario kombinieren
Prozessausführung, Dateiöffnung und Sicherheitsprüfung werden zu einer gemeinsamen Timeline verbunden.
- Doppelte Ereignisse und unterschiedliche Semantik der Hooks werden bereinigt.
- Ein belastbares Signal entsteht aus mehreren komplementären Datenpunkten.
Schritt 9: Netzwerkszenario vertiefen
Socket-, Verbindungs- und Sicherheits-Hooks werden für ein ausgehendes Kommunikationsszenario verglichen.
- Adressfamilien, Ports, Protokolle und Rückgabewerte werden korrekt modelliert.
- Host-, Container- und Workload-Kontext werden gemeinsam ausgewertet.
Schritt 10: uprobes für User-Space-Funktionen einsetzen
Bibliotheken, Binärdateien, Symbole, Offsets und Prozessbezug werden vorbereitet.
- ASLR, Versionen, optimierte Binärdateien und fehlende Symbole werden als Betriebsrisiken behandelt.
- User-Space-Daten werden datensparsam und stabil erfasst.
Schritt 11: USDT-Probes integrieren
Statisch definierte User-Space-Tracingpunkte werden identifiziert und nach Semantik bewertet.
- Provider, Probe, Argumente und Anwendungslebenszyklus werden in eine Policy überführt.
- USDT-Ereignisse werden mit Kernel- und Prozessereignissen korreliert.
Schritt 12: Kernel- und User-Space-Daten korrelieren
Eine Anwendungsaktion wird vom User-Space-Probe über Systemaufruf bis zur Kernelentscheidung verfolgt.
- Zeit, Prozessidentität und Argumentbezug werden auf Konsistenz geprüft.
- Unvollständige Ketten werden durch gezielte Zusatzhooks ergänzt.
Schritt 13: Selektoren und Aktionen optimieren
Binär-, Argument-, Identitäts-, Namespace- und Workload-Filter werden möglichst früh angewendet.
- Aktionen werden nur bei hoher Signalqualität und begrenztem Scope ergänzt.
- Ausnahmen werden mit Umgehungstests abgesichert.
Schritt 14: Kompatibilität testen
Policies werden gegen mehrere Kernel-, Plattform- und Anwendungsversionen geprüft.
- Nicht verfügbare Symbole, veränderte Strukturen und abweichende Tracepoint-Felder werden erkannt.
- Fallback-Hooks oder versionsspezifische Varianten werden dokumentiert.
Schritt 15: Performance messen
Aufrufrate, Ereignisvolumen, BPF-Laufzeit, CPU- und Speicherwirkung werden erfasst.
- Teure Argumentauflösung und redundante Hooks werden reduziert.
- Optimierungen werden gegen Erkennungsabdeckung und Datenqualität geprüft.
Schritt 16: Fehler und Verifier-Probleme diagnostizieren
Policy-Ladung, Typfehler, ungültige Zugriffe, fehlende Hooks und Ressourcenlimits werden methodisch eingegrenzt.
- Minimalbeispiele isolieren die tatsächliche Ursache.
- Korrekturen werden durch Regressionstests abgesichert.
Schritt 17: Produktionsreife Policy fertigstellen
Metadaten, Scope, Testkatalog, Kompatibilitätsmatrix, Monitoring und Rollback werden vervollständigt.
- Review prüft Semantik, Performance, Datenschutz und Betriebswirkung.
- Die Policy wird gestuft und zunächst beobachtend ausgerollt.
Praxisübungen
- denselben Sicherheitsfall mit kprobe, Tracepoint und fentry vergleichen
- Kernelstruktur und Rückgabewert typgerecht in einer Policy erfassen
- LSM-basierte Zugriffskontrolle mit Beobachtungs- und Enforcement-Stufe testen
- User-Space-Funktion mit uprobe oder USDT instrumentieren
- Kernel- und User-Space-Ereignisse zu einer Timeline korrelieren
- Kompatibilitäts- und Performance-Matrix für eine produktive Advanced-Policy erstellen
Zielgruppe
Erfahrene Tetragon-Policy-Entwickler, Security Engineers, Linux-Kernel-nahe Entwickler, Plattform- und Runtime-Security-Spezialisten.
Voraussetzungen
Sichere Tetragon-Policy-Kenntnisse, gute Linux- und eBPF-Grundlagen, Verständnis von C-Datentypen, Prozessen und Debugging.
Fachbereichsleitung / Trainerleitung / Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Erfahrene Tetragon-Policy-Entwickler, Security Engineers, Linux-Kernel-nahe Entwickler, Plattform- und Runtime-Security-Spezialisten. |
| Voraussetzungen: | Sichere Tetragon-Policy-Kenntnisse, gute Linux- und eBPF-Grundlagen, Verständnis von C-Datentypen, Prozessen und Debugging. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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