Seminar Trusted Firmware-A – EL3 Runtime Services und SMCCC

Seminar / Training

Das Seminar führt von der SMC Calling Convention bis zu einem eigenen, sicher implementierten EL3-Laufzeitdienst. Registrierung, Initialisierung, Dispatch, Kontextverwaltung, Nebenläufigkeit und Schnittstellenhärtung werden anhand des TF-A-Frameworks praktisch umgesetzt. Dadurch entsteht ein klares Verständnis dafür, welche Dienste in EL3 gehören, welche Daten als nicht vertrauenswürdig gelten und wie stabile Firmware-ABIs gestaltet werden.

Inhaltsübersicht

  1. SMC und SMCCC-Grundlagen
  2. EL3-Runtime-Service-Framework
  3. SMC-Dispatch und Parameterfluss
  4. Kontextmanagement und World Switch
  5. SiP- und OEM-Dienste entwerfen
  6. Nebenläufigkeit und Sperrkonzept
  7. Interrupts und asynchrone Ereignisse
  8. Schnittstellenhärtung
  9. Eigener EL3-Dienst als Abschlusslabor

Lernziele

  • SMC Calling Convention, Owner-Bereiche und Aufruftypen korrekt anwenden.
  • EL3-Laufzeitdienste registrieren, initialisieren und über Dispatch-Funktionen bereitstellen.
  • Kontextwechsel und Zustandsverwaltung zwischen Sicherheitszuständen nachvollziehen.
  • SiP- oder OEM-Dienste mit robuster Parameterprüfung und Fehlersemantik implementieren.
  • Nebenläufigkeit, Interrupts, ABI-Stabilität und Angriffsflächen systematisch prüfen.

Seminarinhalte

1. SMC und SMCCC-Grundlagen

  1. Schritt 1: SMC-Instruktion, Funktions-ID, Aufrufkonvention und Rückgaberegister werden zerlegt.
  2. Schritt 2: Fast Calls, Yielding Calls, 32- und 64-Bit-Konventionen sowie Owner-Bereiche werden unterschieden.
  3. Schritt 3: Versionierung, Discovery und standardisierte Fehlercodes werden als ABI-Bausteine eingeordnet.

Praxis: Mehrere SMC-Funktions-IDs werden dekodiert und auf Konsistenz geprüft.

2. EL3-Runtime-Service-Framework

  1. Schritt 1: Service-Deskriptoren, Initialisierungsfunktionen und Handler werden im Quellbaum lokalisiert.
  2. Schritt 2: Registrierungsreihenfolge und Überlappungen von Owner-Bereichen werden kontrolliert.
  3. Schritt 3: Initialisierungsfehler werden so behandelt, dass kein unvollständiger Dienst aktiv bleibt.

Praxis: Ein minimaler Dienst wird registriert und beim Start mit einer eindeutigen Statusmeldung bestätigt.

3. SMC-Dispatch und Parameterfluss

  1. Schritt 1: Eingangsregister werden ohne ungeprüfte Pointer-Nutzung in interne Werte überführt.
  2. Schritt 2: Funktionsauswahl, Berechtigungsprüfung und Rückgabe werden in klar getrennte Schritte aufgeteilt.
  3. Schritt 3: Unbekannte Aufrufe, falsche Breite und ungültige Kombinationen erhalten deterministische Fehlerantworten.

Praxis: Ein Handler mit mehreren Funktionen und vollständiger Negativprüfung wird implementiert.

4. Kontextmanagement und World Switch

  1. Schritt 1: Gespeicherte Registergruppen und per-Welt-Kontexte werden analysiert.
  2. Schritt 2: Eintritts- und Rückkehrpfade zwischen Non-secure, Secure und optional Realm werden verfolgt.
  3. Schritt 3: Zusätzliche Architekturregister werden nur bei aktivierten Features in den Kontext aufgenommen.

Praxis: Ein Weltwechsel wird mit Registermarkierungen und kontrollierter Rückgabe nachvollzogen.

5. SiP- und OEM-Dienste entwerfen

  1. Schritt 1: Plattformspezifische Funktionen werden von standardisierten Architekturdiensten getrennt.
  2. Schritt 2: Funktionsgruppen, Versionen und optionale Capability-Abfragen werden festgelegt.
  3. Schritt 3: Zugriff auf Geräte, Speicher und Schlüsselmaterial wird über minimale, prüfbare Operationen gekapselt.

Praxis: Für einen Plattformdienst wird eine kompakte ABI mit Versions- und Feature-Abfrage entworfen.

6. Nebenläufigkeit und Sperrkonzept

  1. Schritt 1: Per-CPU- und globale Zustände werden identifiziert.
  2. Schritt 2: Spinlocks, atomare Operationen, Bakery Locks und Unterbrechbarkeit werden nach Kontext gewählt.
  3. Schritt 3: Reentrancy und Aufrufverschachtelung werden durch Zustandsautomaten oder explizite Ablehnung kontrolliert.

Praxis: Ein gemeinsamer Dienstzustand wird unter parallelen Aufrufen getestet und abgesichert.

7. Interrupts und asynchrone Ereignisse

  1. Schritt 1: Synchroner SMC-Dispatch und asynchrone Interrupt-Behandlung werden sauber getrennt.
  2. Schritt 2: Routing und Prioritäten werden mit dem aktiven Sicherheitszustand abgestimmt.
  3. Schritt 3: Lange Operationen werden so entworfen, dass Latenz und Blockierung beherrschbar bleiben.

Praxis: Ein Dienst wird unter gleichzeitigem Interrupt-Ereignis auf korrekten Zustand geprüft.

8. Schnittstellenhärtung

  1. Schritt 1: Alle Registerparameter, Adressen, Größen und Zustandsübergänge werden vor der Nutzung validiert.
  2. Schritt 2: Fehlertexte und Logs werden auf Informationsabfluss geprüft.
  3. Schritt 3: ABI-Kompatibilität, Deprecation und sichere Erweiterbarkeit werden in einem Versionsplan festgehalten.

Praxis: Ein vorhandener Handler wird anhand einer Härtungscheckliste überarbeitet.

9. Eigener EL3-Dienst als Abschlusslabor

  1. Schritt 1: Anforderungen, Funktions-IDs, Datenmodell und Berechtigungen werden vor der Implementierung festgelegt.
  2. Schritt 2: Dienst, Build-Integration, Client-Aufruf und Tests werden schrittweise umgesetzt.
  3. Schritt 3: Positive, negative und parallele Aufrufe werden protokolliert und bewertet.

Praxis: Ein vollständiger SiP-Beispieldienst wird gebaut, aufgerufen und mit Regressionstests abgesichert.

Zielgruppe

Firmware- und Security-Entwickler, SoC-Integratoren, BSP-Entwickler und Entwickler plattformspezifischer EL3-Dienste.

Voraussetzungen

Gute C- und Arm-A-Kenntnisse, TF-A-Architekturgrundlagen, Verständnis von Exception Levels, Interrupts und Nebenläufigkeit.

Praxisumgebung

Linux-Arbeitsplatz mit TF-A-Quellbaum, AArch64-Toolchain, QEMU oder FVP und einem kleinen Non-secure Testclient.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Firmware- und Security-Entwickler, SoC-Integratoren, BSP-Entwickler und Entwickler plattformspezifischer EL3-Dienste.
Voraussetzungen: Gute C- und Arm-A-Kenntnisse, TF-A-Architekturgrundlagen, Verständnis von Exception Levels, Interrupts und Nebenläufigkeit.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Quellcodeanalyse, Demonstrationen, praktische Übungen am System und kontrollierte Fehlerfälle
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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