Seminar Trusted Firmware-A – Platform-Portierung – Grundlagen

Seminar / Training

Die Schulung führt schrittweise von einer vorhandenen Referenzplattform zu einer eigenen TF-A-Plattformportierung. Im Zentrum stehen Verzeichnisstruktur, Build-Integration, frühe Initialisierung, Konsolentreiber, Speicherlayout, Image-Laden, Topologie, PSCI-Grundfunktionen und der erste reproduzierbare Boot. Jeder Portierungsschritt wird unmittelbar gebaut, ausgeführt und anhand definierter Prüfpunkte abgesichert.

Inhaltsübersicht

  1. Portierungsauftrag und Referenzwahl
  2. Plattformverzeichnis und Build-Anbindung
  3. Frühe Initialisierung und Konsole
  4. Speicherlayout und Imagebereiche
  5. BL2-Plattformfunktionen und Image-Laden
  6. BL31-Plattformsetup
  7. Topologie und Sekundärkerne
  8. PSCI-Grundintegration
  9. Erster vollständiger Boot und Dokumentation

Lernziele

  • Eine neue Plattformstruktur aus einer geeigneten Referenz ableiten und sauber in das Build-System integrieren.
  • Frühe Initialisierung, Konsole, Speicherlayout und Image-Ladevorgang implementieren.
  • Prozessortopologie und grundlegende PSCI-Plattformoperationen bereitstellen.
  • BL2 und BL31 bis zur kontrollierten Übergabe an BL33 in Betrieb nehmen.
  • Den Portierungsstand mit Logs, Tests und einer nachvollziehbaren Plattformdokumentation absichern.

Seminarinhalte

1. Portierungsauftrag und Referenzwahl

  1. Schritt 1: SoC-, Board- und Produktanforderungen werden getrennt erfasst.
  2. Schritt 2: Eine Referenzplattform wird nach Architekturähnlichkeit statt nach oberflächlicher Verwandtschaft ausgewählt.
  3. Schritt 3: Ein minimaler erster Meilenstein mit klarer Bootgrenze wird festgelegt.

Praxis: Für eine Zielplattform wird ein Portierungssteckbrief mit Referenz und Meilensteinen erstellt.

2. Plattformverzeichnis und Build-Anbindung

  1. Schritt 1: Plattform-, Board- und Treiberdateien werden in einer wartbaren Struktur angelegt.
  2. Schritt 2: Makefile-Fragmente, Include-Pfade und Build-Optionen werden ergänzt.
  3. Schritt 3: Ein leerer Plattformbuild wird reproduzierbar erzeugt und archiviert.

Praxis: Eine neue Plattformkennung wird angelegt und mit zwei Buildvarianten kompiliert.

3. Frühe Initialisierung und Konsole

  1. Schritt 1: Resetzustand, Stack, Takt und minimale Pin-Konfiguration werden überprüft.
  2. Schritt 2: Eine frühe serielle Konsole wird mit korrekter Basisadresse und Taktquelle initialisiert.
  3. Schritt 3: Jede Bootstufe erhält eindeutige, zeitlich geordnete Prüfausgaben.

Praxis: Der erste BL2- oder BL31-Konsolentext wird auf der Zielplattform ausgegeben.

4. Speicherlayout und Imagebereiche

  1. Schritt 1: ROM, SRAM, DRAM, Gerätebereiche und reservierte sichere Regionen werden inventarisiert.
  2. Schritt 2: Linker-, Laufzeit- und Ladeadressen werden auf Überlappungen geprüft.
  3. Schritt 3: Stack-, Heap- und temporäre Ladepuffer erhalten belastbare Größen und Grenzen.

Praxis: Ein Plattform-Speicherplan wird erstellt und durch Build- sowie Laufzeitprüfungen validiert.

5. BL2-Plattformfunktionen und Image-Laden

  1. Schritt 1: Bootmedium und elementare I/O-Schicht werden initialisiert.
  2. Schritt 2: Image-Policies ordnen Image-IDs den korrekten Quellen und Ladebereichen zu.
  3. Schritt 3: Fehlende, zu große oder beschädigte Images erzeugen eindeutige Fehlerpfade.

Praxis: BL31 und BL33 werden aus einer vorbereiteten Bootquelle geladen und verifiziert übergeben.

6. BL31-Plattformsetup

  1. Schritt 1: Frühe und architekturelle Initialisierung werden von der späten Plattforminitialisierung getrennt.
  2. Schritt 2: GIC, Timer und notwendige Systemregister werden in der richtigen Reihenfolge eingerichtet.
  3. Schritt 3: Entry-Point-Informationen für nachfolgende Images werden vollständig und konsistent erzeugt.

Praxis: BL31 erreicht den Runtime-Service-Setup und dokumentiert alle Übergabeparameter.

7. Topologie und Sekundärkerne

  1. Schritt 1: Vorhandene Kerne und Cluster werden in einer Plattformtopologie beschrieben.
  2. Schritt 2: Mailbox-, Holding-Pen- oder Power-Controller-Mechanismen werden für Sekundärkerne vorbereitet.
  3. Schritt 3: Ungültige MPIDR-Werte und nicht vorhandene Kerne werden zuverlässig abgewiesen.

Praxis: Ein Sekundärkern wird gestartet und sein Eintritt in die vorgesehene Softwarestufe nachgewiesen.

8. PSCI-Grundintegration

  1. Schritt 1: CPU_ON, CPU_OFF und SYSTEM_RESET werden mit Plattformoperationen verbunden.
  2. Schritt 2: Zustandsübergänge und Rückgabewerte werden gegen die tatsächliche Hardware geprüft.
  3. Schritt 3: Fehler in Power-Controller oder Mailbox werden in definierte PSCI-Ergebnisse übersetzt.

Praxis: Grundlegende PSCI-Aufrufe werden aus einer Test-Payload ausgelöst und protokolliert.

9. Erster vollständiger Boot und Dokumentation

  1. Schritt 1: Alle Stufen werden mit einer festen Buildkonfiguration zu einem reproduzierbaren Image zusammengeführt.
  2. Schritt 2: Cold Boot und mehrere Wiederholungen werden mit identischen Prüfpunkten ausgeführt.
  3. Schritt 3: Offene Punkte, Plattformverträge und nächste Ausbaustufen werden versionsbezogen dokumentiert.

Praxis: Die neue Plattform startet bis BL33; Build, Logs und Prüfergebnisse werden als Baseline gesichert.

Zielgruppe

Firmware- und BSP-Entwickler, SoC-Integratoren sowie Embedded-Linux-Teams, die eine neue Arm-Plattform mit TF-A in Betrieb nehmen.

Voraussetzungen

Gute C- und Linux-Kenntnisse, AArch64-Grundlagen, Erfahrung mit Cross-Compilation und grundlegendes Verständnis von Bootloadern, Speicherplänen und Hardwaredatenblättern.

Praxisumgebung

Linux-Arbeitsplatz mit TF-A-Quellbaum, AArch64-Toolchain, Binutils, Debugger sowie QEMU, FVP oder einer vorbereiteten Entwicklungsplattform.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Firmware- und BSP-Entwickler, SoC-Integratoren sowie Embedded-Linux-Teams, die eine neue Arm-Plattform mit TF-A in Betrieb nehmen.
Voraussetzungen: Gute C- und Linux-Kenntnisse, AArch64-Grundlagen, Erfahrung mit Cross-Compilation und grundlegendes Verständnis von Bootloadern, Speicherplänen und Hardwaredatenblättern.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Quellcodeanalyse, Demonstrationen, praktische Übungen am System und kontrollierte Fehlerfälle
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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